Münchhausen

Die Lage von Münchhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
ca. 5 km östlich Kirchhain
Lage und Verkehrslage
Südwestlich der Münch-Mühle gelegen; Flurnamen: Münchhausen, Georgenhof
Ersterwähnung
um 1248
Siedlungsentwicklung
Wüstung vor 1486: 1586 besteht auf der Wüstung ein kleines Gehöft, das nach dem 30jähr.Krieg zerstört ist. 1672 kauft die Gemeinde Allendorf die Wüstung und errichtet am Netz-Graben eine Mühle (-> Münch-Mühle)
Historische Namensformen
- Munchhusen (um 1248)
- Munkhusen (um 1248)[Erhard, Heberolle S. 46f.]
- Munechusen, in (1250/1260) [Abschrift Ende 13. Jh. Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 60, Nr. 60, S. 102, Nr. 270, S. 112, Nr. 347]
- Munichhuzin ... apud Ameneburg (1304)
- Munichousen (1310)
- Monichusen (1364)
Bezeichnung der Siedlung
- villa 1274 (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, 1 Nr. 298)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3499100, 5631900
UTM: 32 U 499026 5630087
WGS84: 50.822505° N, 8.986173° O
Statistik
Ortskennziffer
53401805001
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Bis 1274 ziegehhain. Dorf; 1274 verkaufen die Grafen von Ziegenhain Dorf und Eigenleute mit Gerichtbarkeit und allem Recht an den Deutsche Orden Marburg. 1310 bewilligt das Erzstift Mainz dem Geistlichen Friedrich Raustein den Verkauf seines Viertels der Vogtei in M. unter der Auflage, es nur an Amöneburger Bürger zu verkaufen. 1364 ist das Dorf vom Erzstift an die Milchig versetzt
Altkreis
Marburg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 1248 hat das Erzstift Mainz Einkünfte und den Zehnten in M. 1250/60 und 1282/83 ist der Zehnte von den Dynasten von Eppstein an den Amöneburger Schultheißen Rudenger (1282/83: olim scultetus) verpfändet; möglicherweise ist diese Verpfändung auf ca. 1222 anzusetzen, wo ein Schultheiß R. von Amöneburg begegnet (vgl. WAGNER, Lehnsverzeichnisse, Abs. 60 und 270 bzw. Franz, Kloster Haina 1, , Nr. 27). - 1275 schenkt die Witwe Graf Gottfrieds von Ziegenhain, Hedwig, ihr Recht an zwei Hörigen dem Deutsche Orden. 1295 erwirbt der Deutsche Orden die Einkünfte Friedrich Rausteins in M. Weiterer Gütererwerb des Deutsche Orden 1323. 1358 verfügt der Deutsche Orden über 2 Höfe mit 871/2 Morgen Ackerland und 4 Morgen Wiesen. - 1304 verkaufen die Riedesel ihre Güter in M. an das Kloster Georgenberg; 1486 verkauft Gerlach von Dautphe an Hans von Dörnberg ein Gut in der Wüstung M., das er von dem Kloster Georgenberg eingetauscht hatte. 1493 erwirbt Hans von Dörnberg vom Kloster Georgenberg eine Wiese. - 1586 befindet sich auf der Wüstung das Gehöft eines gewissen Gernand; im 30jähr.Kriege zerstört. 1672 kauft die Gmde. (Stadt) Allendorf die Wüstung und errichtet dort eine Mühle
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1274 wird M. aus dem Pfarrbezirk von (Stadt) Allendorf ausgepfarrt
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg
Nachweise
Literatur
- Landau, Wüste Ortschaften, S. 276
- Dux, Allendorf im Bärenschießen, 1925, S. 82-84
- Kern, Amöneburger Becken, S. 162-163
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 208-209
- Knappe, Burgen, S. 258
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Münchhausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9235_muenchhausen> (aufgerufen am 06.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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