Lampertshausen

Die Lage von Lampertshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
Ca. 6,5 km südöstlich Marburg
Lage und Verkehrslage
In der niederen, nach Südwest geöffneten quellreichen Seckbach-Mulde quer über einem von Südosten her einmündenden Tälchen
Flurnamen: Lampertshäuser Heide, -Wiese, -Teichäcker, -Feld; im Höfchen, Kirchhof
Ersterwähnung
1200/1220
Letzterwähnung
vor 1550
Siedlungsentwicklung
Wüstung vor Mitte 16. Jahrhundert. Zwischen 1549 und 1570/72 wird der Lampertshauser Teich angelegt 1584 wird die Feldflur von Wittelsberg, Moischt, Rauischholzhausen, Roßdorf und Schröck aus bestellt Bis zur Verkoppelung war Lampertshausen eine selbständige, abgesteinte Feldmark von über 200 ha Größe mit eigener Dreifelderwirtschaft.
Historische Namensformen
- Lanbrachhusen (1200/1220) [Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 2 S. 376]
- Lamprashusen, de (um 1223)
- Lantperteshusen, de (1241)
- Lamprechshusen (1257)
- Lambratishusen, de (1308)
- Lamprachtizhusin (1356)
- Lamperzhusen (1505)
Bezeichnung der Siedlung
- villa 1267 (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, 1 Nr. 230)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- In der Flur karolingerzeitliche sowie hoch- und spätmittelalterliche Keramik.
Burgen und Befestigungen
- Wüstung vor Mitte 16. Jahrhundert.
- Zwischen 1549 und 1570/72 wird der Lampertshauser Teich angelegt
- 1584 wird die Feldflur von Wittelsberg, Moischt, Rauischholzhausen, Roßdorf und Schröck aus bestellt
- Bis zur Verkoppelung war Lampertshausen eine selbständige, abgesteinte Feldmark von über 200 ha Größe mit eigener Dreifelderwirtschaft.
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3489900, 5627120
UTM: 32 U 489830 5625309
WGS84: 50.779448° N, 8.855744° O
Statistik
Ortskennziffer
53400811001
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1267, 1387: Gericht Frauenberg
Altkreis
Marburg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1200/1220 hat Stift Wetter in Lampertshausen ein Mannlehen von 1 Hufe
- 1267 verkauft Sibodo von Schröck mit Einwilligung seiner Lehnsherren, der von Merlau und von Ehringshausen Güter in Lampertshausen an den Deutschen Orden Marburg
- Oberlehensherr war das Kloster Fulda
- 1318 vertauscht Ritter Heinrich von Sassen dem Deutsche Orden Güterbesitz
- Vor 1359 erwirbt der Deutsche Orden von dem landgräflichen Amtmann Johann von Schwalbach ein Gut zu Lampertshausen
- 1358 umfasst der Deutsche Orden-Besitz in Lampertshausen 3 Höfe mit 171 Morgen Ackerland und 10 Morgen Wiesen
- Einen weiteren Hof der Pietanz kauft der Deutsche Orden 1360 von dem Ritter Johann von Schwalheim
- 1333 bezieht das Erzstift Mainz Einkünfte aus Güterbesitz
- 1357 verfügen die Landgrafen über Güterbesitz, aus dessen Einkünften 1387 dem Amtmann Johann von Schwalbach eine jährlich Rente zugewiesen ist
- 1441 besitzen die Riedesel ein kleines Landgut
Zehntverhältnisse
Der Zehnte ist 1341 mainzisches Lehen
1406 zur Hälfte fuldisches Lehen der Hofherren
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Kirchhof 1384 genannt (Historisches Ortslexikon Kurhessen S. 292)
Kirchliche Mittelbehörden
Im 15. Jahrhundert zum Sendbezirk Amöneburg gehörend
Nachweise
Literatur
- Kern, Amöneburger Becken, S. 91 f.
- A. Schneider in: P. Nau, K. Schober, Schröcker Chronik, 1976, S. 30-53 (Pläne)
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 161-162
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lampertshausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9203_lampertshausen> (aufgerufen am 22.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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