Hermershausen

Die Lage von Hermershausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
6,5 km westlich Marburg
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf nach Süden ziehendem Hang am Allna-Knie. Moderne Wohnsiedlung im Norden. Die Straße Allna-Nesselbrunn wird gekreuzt von Straße Haddamshausen-Nesselbrunn. Alte Botenstraße Marburg-Gladenbach
Ersterwähnung
um 850
Historische Namensformen
- Herimitteshusen (um 850, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts) (Dronke, Trad. c. 6, Nr. 156, Identifizierung fraglich]
- Hermeshusen (1315) [Klosterarchive 3: Oberhessische Klöster, Band 1, S. 37, Nr. 105]
- Hermershusen (1357)
- Hermanshusen (um 1320)
- Hermirshusen (1364)
- Hermershausen (1577)
Bezeichnung der Siedlung
- villa um 850
Umlegung der Flur
1912/1913
Älteste Gemarkungskarte
ca. 1750
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3478023, 5628110
UTM: 32 U 477957 5626299
WGS84: 50.788018° N, 8.68729° O
Statistik
Ortskennziffer
534014130
Frühere Ortskennziffer
534014333
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 632 stellbares Land, 187 Wiesen, 20 Gärten, 30 Triesche, 333 Wald.
- 1885 (Hektar): 418, davon 157 Acker (= 37.56 %), 61 Wiesen (= 14.59 %), 172 Holzungen (= 41.15 %)
- 1961 (Hektar): 418, davon 156 Wald (= 37.32 %)
Einwohnerstatistik
- 1577: 22, 1630: 16 hausgesessene 1681: 11 hausgesesseneMannsch.
- 1630: 1 dreispännige, 7 zweispännige, 1 einspännigeAckerleute, 7 Eid.
- 1746: 1 Wagner, 3 Schmiede, 1 Schneider, 1 Leineweber, 1 Wirt, 5 Tagelöhner
- 1746: 131, 1838: 171, 1885: 202, 1925: 203, 1939: 196, 1950: 302, 1961: 237 Einwohner
- 1838 (Familien): 16 Ackerbau, 3 Gewerbe, 11 Tagelöhner 14 nutzungsberechtigte, 17 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 1 Beisitzer.
- 1861: 212 evangelisch-lutherisch, 1 römisch-katholisch Einwohner
- 1885: 202, davon 202 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961 (Erwerbspersonen): 79 Land- und Forstwirtschaft, 43 Produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungenu.Sonstiges
- 1961: 237, davon 222 evangelisch (= 93.67 %), 15 katholisch (= 6.33 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Um 1400 und später: Gericht Reizberg. 1565: Gerichtstuhl Oberweimar im Gericht Reizberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Caldern
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Caldern
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Caldern
- 1815. Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
- 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Marburg
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.
Gericht
- 1821: Landgericht Marburg
- 1850: Justizamt Marburg
- 1867: Amtsgericht Marburg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 850 schenkt Liebger dem Kloster Fulda 15 Morgen Ackerland mit Zubehör (Identifizierung mit Hermershausen fraglich).
- Vor 1315 erwirbt Kloster Caldern Güter in Hermershausen.
- Um 1350 und 1577 haben die von Schutzbar genannt Milchling von den Dynasten von Eppstein ein Gut zu Lehen.
- Vor 1368 besitzen die Hose von Ockershausen einen Hof.
- Er fällt 1401 als Seelgerätstiftung an das Kloster Haina.
- 1421 wird ein Gut der von Fleckenbühl erwähnt.
- 1494 sind dem Landgraf 3 Pflüge in Hermershausen dienstbar.
Zehntverhältnisse
Der Zehnte ist 1640/99 falkenstein. Lehen der von Bicken.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1577: nach Oberweimar eingepfarrt. Vor 1630: Filiale von Oberweimar. Filialstatus später eingebüßt seit 1806 wieder Filiale von Oberweimar
Bekenntniswechsel
Da Filial von Oberweimar, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberweimarer Pfarrer Ludwig Schenck um 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Oberweimar
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1357 beziehen die Landgrafen Einkünfte aus der Mühle zu Hermershausen.
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hermershausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9162_hermershausen> (aufgerufen am 11.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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