Gisselberg

Die Lage von Gisselberg im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
4,5 km südlich von Marburg
Lage und Verkehrslage
Aus 2 Gehöftgruppen bestehendes Dorf am Rande der Lahnniederung. Westlicher Komplex mit teilweise moderner Bebauung in starker Hanglage. Östlicher Komplex beiderseits der durch Gisselberg führenden B 3 im Lahntal.
Durch den Ort führt die Bundesstraße B 3im Zuge eines Zweiges der alten Landstraße Frankfurt-Bremen bzw. Kassel. Südlich Gisselberg Einmündung der B 252 im Zuge alter Landstraße.
Ersterwähnung
um 1300
Historische Namensformen
- Goselberg (um 1300) [Abschrift des 15. Jahrhunderts, [Würdtwein, Dioecesis Moguntina 3, S. 308]
- Gozlinberg (1357/58)
- Gozilberg (1357/58) [StAM Rechnungen I 74/5]
- Gosselberg (1374)
- Goiszilberg (1402/07)
- Goesselberg (1572)
- Gusselberg (1594)
- Gößellberg (1630)
- Gieselberg (1708/10)
Umlegung der Flur
1877
Älteste Gemarkungskarte
1717
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3482215, 5626274
UTM: 32 U 482148 5624463
WGS84: 50.771658° N, 8.746825° O
Statistik
Ortskennziffer
534014100
Frühere Ortskennziffer
534014354
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 322 stellbares Land, 130 Wiesen, 11 Gärten, 25 Triesche, 5 Wald
- 1885 (Hektar): 176, davon 91 Acker (= 51.70 %), 45 Wiesen (= 25.57 %), 7 Holzungen (= 3.98 %)
- 1961 (Hektar): 177, davon 12 Wald (= 6.78 %)
Einwohnerstatistik
- 1577: 8 hausgesessene Mannschaften
- 1630: 3 dreispännige, 2 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute
- 1630: 7 hausgesessene
- 1681: 5 hausgesessene Mannschaften
- 1746: 1 Schmied, 1 Weißbinder, 2 Wirte, 1 Spielmann, 1 Tagelöhner
- 1746: 59 Einwohner
- 1838 (Familien): 8 Ackerbau, 8 Gewerbe, 9 Tagelöhner 7 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 6 Beisitzer
- 1861: 148 evangelisch-lutherische Einwohner
- 1885: 138, davon 138 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961 (Erwerbspersonen): 33 Land- und Forstwirtschaft, 80 Produzierendes Gewerbe, 41 Handel und Verkehr, 24 Dienstleistungen und Sonstiges
- 1961: 374, davon 324 evangelisch (= 86.63 %), 47 katholisch (= 12.57 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Um 1400 und später: Gericht Reizberg
- 1565: Gerichtstuhl Oberweimar im Gericht Reizberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Reizberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Reizberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Marburg
- 1815. Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
- 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Marburg
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.
Gericht
- 1821: Landgericht Marburg
- 1850: Justizamt Marburg
- 1867: Amtsgericht Marburg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1453 und früher haben die Riedesel und die von Trohe Güterbesitz in Gisselberg
- 1458 beziehen die von Biedenfeld, 1459 die von Schwalbach Einkünfte aus Güterbesitz
- 1494: 5 landgräflich Pflüge
- 1521 verkauft Johann von Linsingen seinen Eigenhof zu Gisselberg an die Marburger Franziskanerinnen (Tertiarinnen)
Zehntverhältnisse
Der Zehnte ist 1453 landgräfliches Lehen der von Lehrbach und um 1440 der von Vetzberg
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1577 und später nach Oberweimar eingepfarrt Seit 1959: Filiale von Niederweimar
Bekenntniswechsel
Da Filial von Oberweimar, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberweimarer Pfarrer Ludwig Schenck um 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gisselberg, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9076_gisselberg> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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