Dilschhausen

Dorf · 276 m über NN  
Gemeinde
Marburg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

ca. 8 km westlich Marburg

Lage und Verkehrslage

Zweigliedriges Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits des Wältersbachs Im Norden geschlossener Siedlungskomplex Kirche in Randlage Südlich des Wältersbachs lockere Bebauung entlang der Straße nach Weitershausen und Nesselbrunn Straße Elnhausen-Weitershausen durchzieht den Ort im Norden (alte Landstraße Marburg-Siegen), auf sie trifft im Ortsbereich Straße von Caldern Alte Siegische Landstraße Elnhausen-Diedenshausen

Ersterwähnung

780/802

Siedlungsentwicklung

In der Gemarkung: 2 km westlich Dilschhausen Flurnamen Alte Kirche

Vorbemerkung Historische Namensformen

Die Zuordnung des Belegs aus dem Codex Eberhardi zu Dilschhausen ist nicht gesichert.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa 1259

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1938/1939

Älteste Gemarkungskarte

1747

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3475870, 5631254
UTM: 32 U 475805 5629442
WGS84: 50.816194° N, 8.656552° O

Statistik

Ortskennziffer

534014200

Frühere Ortskennziffer

534014326

Flächennutzungsstatistik

  • 1838 (Kasseler Acker): 686 stellbares Land, 82 Wiesen, 16 Gärten, 10 Triesche, 458 Wald
  • 1885 (Hektar): 639, davon 138 Acker (= 21.60 %), 52 Wiesen (= 8.14 %), 398 Holzungen (= 62.28 %)
  • 1961 (Hektar): 627, davon 369 Wald (= 58.85 %)

Einwohnerstatistik

  • 1577: 18 Hausgesessene
  • 1630: 12 Hausgesessene
  • 1630: 2 dreispännige, 6 zweispännige, 1 einspännige Ackerleute, 3 Einläuftige
  • 1681: 3 hausgesessene Mannschaften
  • 1747: 1 Leineweber, 1 Schneider, 1 Wagner, 1 Mühlenarzt, 1 Müller, 2 Tagelöhner
  • 1747: 115 Einwohner
  • 1838 (Familien): 11 Ackerbau, 3 Gewerbe, 7 Tagelöhner 12 nutzungsberechtigte, 9 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 1 Beisitzer
  • 1861: 152 evangelisch-lutherische, 3 evangelisch-reformierte Einwohner
  • 1885: 161, davon 158 evangelisch (= 98.14 %), 0 katholisch, 3 andere Christen (= 1.86 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 64 Land- und Forstwirtschaft, 15 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel und Verkehr, 25 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 137, davon 130 evangelisch (= 94.89 %), 7 katholisch (= 5.11 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1565 und später gehört das Oberdorf zum Gerichtstuhl Weitershausen im Gericht Reizberg, das Unterdorf gehört 1577 und später zum Gericht Caldern
  • 1494: Gericht Caldern (wohl nur zur Hälfte)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Caldern
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Caldern
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Caldern
  • 1815. Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis

Marburg

Gemeindeentwicklung

Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.

Gericht

  • 1821: Landgericht Marburg
  • 1850: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 780/802 überträgt Gundicho dem Kloster Fulda seine Güter in Dilschhausen (Ortsidentifizierung fraglich).
  • 1259 tauscht Kloster Haina Güterbesitz in Dilschhausen gegen Güter in Sehlen, Kreis Frankenbeng. 1318 erwirbt das Kloster von dem Wäppner Alung von Breidenbach Güter in Dorf und Gemarkung Ober-Dilschhausen. 1285 erwirbt Landgraf Heinrich im Tausch mit dem Deutsche Orden 1 Hufe in Ober-Dilschhausen, die er an den Marschall Heinrich von Romrod verlehnt. 1372 stiftet der Marburger Burgmann Paul Imhof dem Kloster Caldern seinen Anteil an den beiden, bislang mit dem Kloster gemeinsam besessenen Gütern in Dilschhausen. Ein weiteres Gut im Oberdorf erwirbt das Kloster 1527 von dem Rentmeister zu Wetter, Peter von Sassen. 1494 sind dem Landgrafen 4 3/4 Pflüge dienstbar.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Kirche kleine spätromanische Chorturmanlage

Patrozinien

  • Antonius

Pfarrzugehörigkeit

Entsprechend der Gerichtorganisation ist 1577 das Oberdorf nach Weitershausen, das Unterdorf nach Michelbach eingepfarrt Unterdorf vor 1780: Filiale von Michelbach Seit 1806 beide Ortsteil Filiale von Weitershausen Seit 1856: Filiale von Weitershausen

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich ab 1527.
Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Sendbezirk Michelbach (nur das Unterdorf)

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Dilschhausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9034_dilschhausen> (aufgerufen am 30.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9034