Schlierbach

Wüstung · 231 m über NN  
Gemarkung
Eschwege
Gemeinde
Eschwege
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Wüstung

Lagebezug

5 km südöstlich von Eschwege

Lage und Verkehrslage

Im mittleren Abschnitt des Schlierbachtals befindet sich der Kirchenstandort der Wüstung Schlierbach (hier lokalisiert) ; Der Ort lag 1/4 Stunde südöstlich von Oberdünzebach, wo zur Zeit Reimers noch die heute ebenfalls wüste Schlierbachsmühle lag (s. d.). Der Kirchenstandort befindet sich gemäß K. Sippel auf der Kuppe eines langgeestreckten kleinen Höhenzuges, der im Norden und Süden von Bachtälern umgeben ist. Dabei handelt es sich um den Waldort "Alte Kirche", wo im Wald- und Heckengelände kleinflächig Bruchstücke älterer Dachziegel und Mörtelreste liegen. In der Nähe ist typischer Bewuchs von Kleinem Immergrün (Vinca minor) zu sehen. Obertägige Reste haben sich aber nicht erhalten, genauso wenig wurden Funde gemacht.

Ersterwähnung

1278

Letzterwähnung

1640

Siedlungsentwicklung

1438 werden zwar noch Hüttenstätten genannt, aber die Bewohner bereits nach Eschwege umgesiedelt. 1511 existiert das Kirchengebäude noch, wird aber nicht mehr genutzt. Auf einer gezeichneten Karte von etwa 1640 sind man geringe Reste der Kirche zu erkennen.
Die Stadt Eschwege errichtet im 1579 ein Forsthaus um die zur Stadt gehörigen Waldungen zu verwalten.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villani (1354)
  • Dorf (1355)
  • Dorf und Feldmark (1427)

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3577430, 5669050
UTM: 32 U 577325 5667222
WGS84: 51.151215° N, 10.105589° O

Statistik

Ortskennziffer

63600303007

Einwohnerstatistik

  • ab 1471: wüst
  • 1885: 2 Gebäude mit 15 Bewohnern

Verfassung

Verwaltungsbezirk

Altkreis

Eschwege

Herrschaft

  • 1354 nimmt Landgraf Heinrich von Hessen die Bauern von Schlierbach in seinen Schutz und bekennt im Jahr darauf, dass ihn die Bauern zu Schlierbach zu ihrem Gerichtsherrn gewillkürt haben. Er verpflichtet sich und seine Erben, die mit ihnen getroffenen Vereinbarungen getreulich zu halten. 1427 trägt Hans von Nazza seine Güter zu Schlierbach und in der Feldmark dem hessischen Landgrafen zu Lehen auf. 1438 hat Eckebrecht von Elbrigshausen ein Mannlehen in Schlierbach.
  • 1436 wird im Eschweger Weistum Schlierbach der Eschweger Weidegemeinschaft zugerechnet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1361 wird der Umfang des Gehölzes zu Schlierbach, das den Eschweger Augustinern gehört beschrieben.
  • 1365 bekundet das dortige Cyriakusstift, das Fronegut im Felde des Dorfes Schlierbach vom Kloster Germerode zu Erbe als Erbe zu besitzen.
  • Güter in der Wüstung und das Kirchenpatronat sind Lehen der von Boyneburg-Hohenstein (Reverse 1471 - 1787).

Kirche und Religion

Ortskirchen

Patrozinien

  • Johannes (1511)

Patronat

Das Kirchenpatronat war ein Lehen der von Boyneburg-Hohenstein (Rev. 1471 - 1787).

Nachweise

Literatur

Weblinks

Siehe auch

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Orte

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schlierbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/6884_schlierbach> (aufgerufen am 11.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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