Neuerode

Dorf · 330 m über NN  
Gemeinde
Meinhard
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

4 km nördlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage

Im Wesentlichen aus zwei Straßen (Steinweg und Schulgasse) bestehendes Dorf mit geringer Siedlungsdichte am Südhang des Meinhard, unmittelbar an der heutigen Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. Kern des Ortes mit Anger, Kirche und Meierei. Durch den Ort führt in N-S-Richtung die L 3424, die Hitzelrode im Norden mit Grebendorf im Süden verbindet.

Ersterwähnung

980

Siedlungsentwicklung

1413 war das Dorf scheinbar wüst, vielleicht noch 1435

Vorbemerkung Historische Namensformen

Zur Datierung der Ersterwähnung auf das Jahr 980 s. Eckhardt, Wipperode – Vierbach – Wehretal, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 88 (1980/81), S. 45-49

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (980)
  • mons (um 1376)
  • Dorffe (1396)
  • Dorfschaft (1747/48)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1926

Älteste Gemarkungskarte

1802/1804

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3573851, 5676850
UTM: 32 U 573748 5675019
WGS84: 51.221787° N, 10.056049° O

Statistik

Ortskennziffer

636007060

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 446, davon 185 Acker (= 41.48 %), 13 Wiesen (= 2.91 %), 183 Holzungen (= 41.03 %)
  • 1961 (Hektar): 458, davon 142 Wald (= 31.00 %)

Einwohnerstatistik

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1418: Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, Gericht Jestädt (Lehen der von Boyneburg-Hohenstein)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Eschwege, Gericht Boyneburg
  • 1747/48: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Eschwege, Adelig Boyneburgisch-Hohensteinisches Gericht
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Wanfried
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis

Eschwege

Gemeindeentwicklung

Am 1.4.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform in die Gemeinde Meinhard eingegliedert, deren Ortsteil Neuerode seitdem ist.

Gericht

Herrschaft

  • Um 1376 ist der Berg (mons!) Neuerode als landgräfliches Burgmannenlehen ausgetan. Durch komplizierte Besitz- und Lehnsverhältnisse kommt es im 15./16. Jahrhundert wiederholt zu Streitigkeiten um unterschiedliche Ansprüche in Neurode. Bereits 1413 gehört das damals scheinbar wüste Dorf den von Boyneburg-Hohenstein, die es an den Amtmann zu Bilstein verpfänden. 1435 will Hans von Bodenhausen seinen Schwägern Heimbrod, Rabe und Reinhard von Boyneburg, genannt von Hohenstein, die ihm versetzten Dorfwüstungen Jestädt, Tudenhausen und Neuerode wieder zu lösen geben (HStAM Bestand Urk. 49 Nr. 375).
  • 1498 erteilt Herzog Heinrich von Braunschweig-Lüneburg dem Jost von Eschwege seine Zustimmung zum Verkauf der von ihm lehnsrührigen Güter in und um Jestädt - darunter auch Neuerode - an die Brüder Raben, Heimbrod und Heinrich von Boyneburg genannt von Hohenstein. Das Lehnsverhältnis besteht in der Folge fort. Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg belehnt 1532 Heimbrod von Boyneburg genannt von Hohenstein zugleich für seine Verwandten Reinhard, Hermann Joachim, Jost, Joseph und Heimbrod von Boyneburg mit den Dörfern und Gütern Tudenhausen, Neuerode und Motzenrode samt Zubehör, sowie mit dem Dorf Jestädt (HStAM Bestand Urk. 115 Nr. 196).
  • Zur weiteren Entwicklung der Herrschafts- und Gerichtsverhältnisse vgl. Jestädt

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 980 übergibt ein gewisser Ertag dem Kloster Fulda u.a. die Dörfer 'Wichbraterod' (Wipperode) und 'Nuwenrot' (Neuerode). Einkünfte sind dort um 1160 nachgewiesen. 1396 leihen Dechant und Konvent des Stifts Fulda dem Pfarrer zu Dudenrode auf Lebenszeit u.a. Einkünfte aus Neuerode.
  • Die Kirchen Jestädt und Grebendorf hatten geringen grundherrlichen Besitz, außerdem das Eschweger Cyriacusstift.

Zehntverhältnisse

1365 verpfändet Bodo von Boyneburg dem Ritter Reinhard Keudell viereinhalb Mark jährlichen Zinses an seinem Gut zu Jestädt und an seinem Zehnten (theyzmen) zu Tudenhausen und Neuerode.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Der Ort besaß 1365 eine Kapelle.
  • Dorfkirche mit romanischen Bauteilen im querrechteckigem Turmerdgeschoss, Langhaus Ende 16. Jahrhundert angefügt, 1981 renoviert.

Pfarrzugehörigkeit

1585 und auch 1872 Filial von Jestädt, 1994 Filial von Grebendorf

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Neuerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/6519_neuerode> (aufgerufen am 19.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/6519