Eilhausen

Die Lage von Eilhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Siedlung
Lagebezug
8 km nordwestlich von Bad Arolsen
Ersterwähnung
826-876
Siedlungsentwicklung
1506 war das Dorf Eillhausen bereits wüst und wurde im Streit mit denen von Kanstein der Grafschaft Waldeck zugewiesen. Mittelpunkt des 1537 genannten Amtes war die Burg Eilhausen.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Bei dem Beleg von um 1020 ist auch eine Zuordnung zu Ellingsen (Volkmarsen) möglich.
Historische Namensformen
- Heylcanhusun, in (826-876) [Abschrift 15. Jahrhundert Traditiones Corbeienses, § 182, S. 114, vgl. Schütte, Mönchslisten, S. 179-180]
- Illandehusun (um 1018) [Abschrift 12. Jahrhundert Vita Meinwerci, hrsg. von Guido M. Berndt, S. 122-123, Cap. 48 = Vita Meinwerci, in:MGH Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 59: Tenckhoff, S. 41, Cap. 49]
- Eilenhuson, super (1107-1128) [Abschrift 15. Jahrhundert, Registrum Erkenberti Corbeiensis Abbatis, in: Kaminsky, Reichsabtei Corvey, S. 237 § 46]
- Elygehus, in (13. Jahrhundert) [Verzeichnis von Zehnt-Einkünften der Abtei Corvey, in: Liber vitae der Abtei Corvey, Bd. 1, S. 113, i.5]
- Eylegehusen, in (1240) [Westfälisches Urkundenbuch 4.1, S. 216, Nr. 320]
- Eylighehusen, tho (1339) [Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, Bd. 1, S. 331-332, Nr. 652]
- Eilßhusenn (1423) [Schunder, Die von Loewenstein, Bd. 2: Regesten und Urkunden, S. 142, Nr. 315]
- Eilhusen; Eylhusen (1515) [Urkunden der Propstei Marsberg, S. 223-224, Nr. 448 und 449]
- Eilhausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (13. Jahrhundert)
- Dorf (um 1490)
- Meierei (1537)
- Domäne
Burgen und Befestigungen
- 1506 war das Dorf Eillhausen bereits wüst und wurde im Streit mit denen von Kanstein der Grafschaft Waldeck zugewiesen. Mittelpunkt des 1537 genannten Amtes war die Burg Eilhausen.
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3496778, 5700507
UTM: 32 U 496705 5698667
WGS84: 51.439185° N, 8.9526° O
Statistik
Ortskennziffer
63500205001
Einwohnerstatistik
- 1895: 4 Wohnhäuser mit 47 Bewohnern
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- um 1490: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen
- 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eilhausen
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)(als Domäne)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
1861 wird die Domäne Eilhausen dem Gemeindebezirk Kohlgrund zugeteilt. Ausgenommen sind einige Flächen, die in der Gemarkung Neudorf liegen.
Gericht
- 1537: Bauergericht Eilhausen
Herrschaft
- Um 1485 hatte der Graf von Waldeck die Lehnshoheit über einige kalenbergische Güter daselbst. 1515 überlässt das Stift Marsberg dem Grafen Philipp von Waldeck mit Einverständnis des Abts von Corvey die Gerechtigkeit und den Zehnten am wüsten Dorf Eilhausen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1339 verschrieb Graf Heinrich IV. von Waldeck seiner Schwiegertochter Mechthild von Braunschweig zur Leibzucht Burg und Stadt Rhoden mit Renten u.a. aus Eilhausen.
Zehntverhältnisse
Zur Zeit des Abtes Erkenbert (1107-1128) besitzt die Abtei Corvey Land und Zehntrechte in Eilhausen, die ein gewisser Heinrich dem Abt übertragen hatte. In einem im 13. Jahrhundert in den Liber vitae der Abtei Corvey eingetragenen Verzeichnis wird Eilhausen als Zehntbesitz der Abtei aufgeführt. Im 14. Jahrhundert tragen ihn die von Brobeck von Corvey zu Lehen. 1423 vergeben die von Westerburg den halben Zehnten zu Eilshausen an Hermann Hadewerk.
1515 überlässt das Stift Marsberg dem Grafen Philipp von Waldeck mit Einverständnis des Abts von Corvey die Gerechtigkeit und den Zehnten am wüsten Dorf Eilhausen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1240: ecclesia
- 1243-1360: Pfarrrer
Pfarrzugehörigkeit
1240 wird das Kirchspiel Eilhausen genannt. 1243 gehörte Udorf (Stadt Marsberg) zum Kirchspiel. 1565 erscheint Eilhausen zu Helmighausen eingepfarrt.
Patronat
Das Patronatsrecht war im 14. Jahrhundert gräflich-arnsbergisches Lehen der von Kalenberg. 1549 belehnte das Kölner Erzstift als Nachfolger der Grafen vonArnsberg Jost von Kalenberg mit dem Kirchlehen zu Eilhausen.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Bistum Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)
Wirtschaft
Die Hütten und Hämmer bei Eilhausen werden seit mindestens 1518 betrieben.
Mühlen
Im 16. Jahrhundert angelegte herrschaftliche Bannmühle im Bereich des Gutes Eilhausen (sogenannte Eilhäuser Mühle). 1710 sind die Orte Massenhausen, Kohlgrund, Neudorf, Helmighausen und Hespringhausen an die Mühle gebannt.
1 von der Orpe betriebener Mahlgang (oberschlächtig); Wasserrad 1923 durch Turbine ersetzt; 1931 geht die Mühle in fürstlich-waldeckischen Besitz über; 1981 nach Brand Abriss der Gebäude
Nachweise
Literatur
- Kohlgrund. Geschichte eines Dorfes im Roten Land, 1537 - 2011, S. 85-117
- Karl Schäfer, Geschichte der Eisenindustrie in der ehemaligen Grafschaft Waldeck, S. 32-43
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 2 (Kreis der Twiste), S. 139 f., 263
- Schunder, Die von Loewenstein, Bd. 1: Darstellung, S. 103
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 177-187
- Kaminsky, Corvey, S. 143, 154 f., 237
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 112 f.
- Curtze, Fürstenthum Waldeck, S. 639-640
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eilhausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1279_eilhausen> (aufgerufen am 19.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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