Schwerzelfurt

Die Lage von Schwerzelfurt im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
3 km südlich von Melsungen
Lage und Verkehrslage
Die Wüstung liegt etwa 1,2 km südwestlich von Adelshausen an der Dorfstelle Schwartzelshof (vgl. topograph. Karte 4823). Schwerzelfurt lag an der Chaussee von Altmorschen nach Melsungen.
Siedlungsentwicklung
Noch 1795 bestand ein herrschaftlicher Hof zu Schwerzelfurt, welcher aber um 1800 abgerissen wurde.
Historische Namensformen
- Suuerzeluurde (786) (Fälschung um 1057 [Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, S. 33-34, Nr. 19 = MGH Diplomata Karolinger 1, Pippin: Dopsch, S. 338-339, Nr. 241)
- Suercelevorde, in (1194) [Abschrift um 1200 Urkunden Kloster Hardehausen, S.62-63, Nr. 23]
- Suercelenuorde (1204) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 1]
- Sverzelvort, in (1209) [Karl E. Demandt, Besitz des Fritzlarer Petersstiftes in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde , 61 (1936), S. 56, 86]
- Swerzeleworde (1294) [Urkunden Kloster Hardehausen, S.317-318, Nr. 424]
- Schwertzelforte (1386) [HStAM Bestand Urk. 28 Nr. 272]
- Schwircelforthe (1519) [HStAM Bestand Urk. 28 Nr. 691]
- Schwertzelfort (1585) [Der ökonomische Staat, S. 87]
- Schwätzelfurth (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 6]
- Schwärzelshof (1778) (Engelhard, Erdbeschreibung der hessischen Lande casselischen Antheiles 1: Niederfürstentum, S. 203)
- Schwärtzelsdorf [Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861]
Bezeichnung der Siedlung
- villula (1194)
- prediolum (1204)
- curia (1294)
- grangia (1386)
- Hof (1585)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3538685, 5663482
UTM: 32 U 538596 5661656
WGS84: 51.105093° N, 9.551281° O
Statistik
Ortskennziffer
63401401003
Einwohnerstatistik
- 1585: 2 Haushaltungen
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Melsungen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Körle
Altkreis
Melsungen
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1194 besaß das Kloster Hardehausen ein Gut in Schwerzelfurt.
- 1204 bekundet Abt Nikolaus von Cappel, dass er dem Kloster Hardehausen ein vogtfreies Gütchen in Schwerzelfurt mit allen Nutzungen und allem Zubehör verkauft hat .
- 1294 verkaufte Hardehausen den Hof an das Kloster Heydau.
- 1519 war Heydau noch im Besitz von Schwerzelfurth.
- 1527 ging bei der Auflösung des Klosters Schwerzelfurth in den Besitz der Landgrafen von Hessen über.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1386 erlaubt der Erzischof Adolf von Mainz dem Provisor, der Äbtissin und dem Konvent des Klosters Heydau, eine Kapelle zu Schwerzelfurt zu errichten und einen Altar (oratorium sive capellam) neu zu bauen
Pfarrzugehörigkeit
In einer um 1057 gefälschten, auf den Namen Karls des Großen in das Jahr 786 datierten Urkunde wird der Pfarrbezirk von Grebenau umschrieben. Als Grenzpunkte werden Schwerzelfurt, Dackenborn und Melgershausen genannt, ferner Humbenrod und Büchenwerra (vgl. hierzu Wilhelm Classen, Kirchliche Organisation Althessens, S. 200-201).
Patronat
1585 zu Adelshausen gehörig
Nachweise
Literatur
- Huck, Zisterzienserkloster Hardehausen, S. 211-212
- Dieter Wolf, Melsungen, Bd. 1, S. 164
- Adelshausen 1209-1959, S. 41-50
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 436
- Armbrust, Geschichte von Melsungen (ZHG Ergänz. Heft 14), S. 128-131
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 85
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schwerzelfurt, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5127_schwerzelfurt> (aufgerufen am 10.06.2026)
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