Deute

Die Lage von Deute im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,5 km nordwestlich von Melsungen
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung südöstlich des Lotterberges. Kirche in zentraler Lage. Durch den Ort führt die B 254 Homberg/Efze-Kassel, Verbindungsstraßen ferner nach Wolfershauen, Neuenbrunslar und Gudensberg.
Ersterwähnung
1314
Historische Namensformen
- Thoyten, in (1314) [Klosterarchive 6: Kloster Haina, Bd. 2,1, S. 90-91, Nr. 227]
- Toythin, zu der (1348) [Klosterarchive 6: Kloster Haina, Bd. 2,1, S. 220, Nr. 570]
- Thoychen (1337) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 133]
- Teuten (1413) [Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 94]
- Teutte (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Deute (1639) [KLB Landaus Samml., Volkszählung]
- Deute (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 6]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1314)
- villa (1348)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1876-79
Älteste Gemarkungskarte
1685
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3528902, 5671565
UTM: 32 U 528817 5669736
WGS84: 51.178323° N, 9.412252° O
Statistik
Ortskennziffer
634007010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 316, davon 228 Acker (= 72.15 %), 26 Wiesen (= 8.23 %), 42 Holzungen (= 13.29 %)
- 1961 (Hektar): 313, davon 46 Wald (= 14.70 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 25 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 23 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 208, davon 208 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 353, davon 300 evangelisch (= 84.99 %), 52 katholisch (= 14.73 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1413: Landgrafschaft Hessen, Amt Felsberg
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg, Grebenstuhl Böddiger
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Felsberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
- 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Melsungen
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Gudensberg eingegliedert.
Gericht
- 15. Jahrhundert und später: Gericht Felsberg
- vor 1822: Kurhessisches Amt Felsberg
- 1822: Justizamt Felsberg
- 1867: Amtsgericht Felsberg
- 1879: Amtsgericht Felsberg
- 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Felsberg)
- 1970: Amtsgericht Melsungen
Herrschaft
- In der ältesten Amtsrechnung des Amtes Felsberg aus dem Jahr 1413 sind landgräfliche Einkünfte in Deute verzeichnet, jedoch hatten die von Elben noch Anteile daran. In der Folge ist das Dorf dann hessisches Lehen der von Elben (Reverse von 1458-1516).
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1314 vermacht Hermann von Grone, Kantor des Stifts Fritzlar, dem Kloster Haina 2 Hufen im Dorf Deute samt Zubehör und Rechten.
- 1337 erwirbt Kloster Breitenau ein Hofgrundstück (area) und 15 Äcker bebautes Land, gelegen auf der Gemarkung der Grundherrschaft Deute, für 32 Pfund hessischer Pfennige zum dauernden Besitz von Dietmar gen. Meneyt, Hofmann zu Deute. 1477 verpachtet das Kloster die Einnahmen aus seinem Haus.
Zehntverhältnisse
1397 verkaufen die Herren von Felsberg den Zehnten von Deute an die Landgrafen von Hessen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Heutige Kirche als Schlichter klassizistischer Saalbau 1827/28 errichtet. Vom Vorgängerbau, der auf der Schleensteinkarte 1708/10 erkennbar ist, nur der gotische Westturm erhalten
Pfarrzugehörigkeit
1536 ist Deute Filiale von Neuenbrunslar. 1569 und 1585 bilden Neuen- und Altenbrunslar, Deute und Wolfershausen zusammen eine Mark, die zum Kirchspiel Wolfershausen gehört und von dort versehen wird.
1872 und 1994 Filiale von Wolfershausen
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: 1532
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Deute, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4877_deute> (aufgerufen am 18.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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