Trockenerfurth

Die Lage von Trockenerfurth im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,3 km südlich von Fritzlar.
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und dichter Gehöftanordnung auf flachem, zum westlichen Ohmes-Ufer ziehenden Hang. Kirche mit ehemaligem ummauertem Kirchhof im südlichen Bereich des Ortskerns. Moderne Wohnsiedlung im Norden.
Straße Dillich - Borken durchschneidet den südlichen Ortsbereich.
Ersterwähnung
1258
Historische Namensformen
- siccum Erpherde (1258) [Staatsarchiv Marburg Urkunden Kloster Spieskappel]
- Trockenerffordt (1286)
- Drackenerforthe (1307) [XVI]
- Trokin Erphirte (1318)
- Drockin Erpherde (1324)
- Drocken Erphorte (1333)
- Drockin Erfurte (1337)
- Drockin Erforte (1345)
- Drocken Erphirte (1348)
- Trockenerfford (1425)
- Trugenerfferte, czu (1443)
- Trockenerffurte, zcu (1448)
- Trockenerffert (1482)
- Draigken Erffurt, zcu (1490)
- Trockenerfferte (1509)
- Drucken Erffurt (1523)
- Trocken Erphort (1527)
- Truckenerfferdt (1530)
- Truckenerffurt (1537)
- Trockenerfurt um (1570)
- Trucken Erffordt (1623)
- Erfurth, Trocken-
- Trocken-Erfurth
Bezeichnung der Siedlung
- 1258: villa.
- 1537: Dorf.
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Wüstung Bobenhausen,
- Wüstung Blankenheim.
Umlegung der Flur
1896
Älteste Gemarkungskarte
1771
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3517780, 5656197
UTM: 32 U 517699 5654374
WGS84: 51.040638° N, 9.25245° O
Statistik
Ortskennziffer
634001150
Flächennutzungsstatistik
- 1742 (Kasseler Acker): 328 Land, 143 Wiesen.
- 1885 (Hektar): 459, davon 290 Acker (= 63.18 %), 54 Wiesen (= 11.76 %), 81 Holzungen (= 17.65 %)
- 1961 (Hektar): 459, davon 60 Wald (= 13.07 %)
Einwohnerstatistik
- 1639: 12 verheiratete, 3 verwitwete Hausgesesse.
- 1724: 63 Personen. 1742 und 1747: 30 Häuser bzw. Hausgesesse. 1775: 206 Einwohner.
- 1834: 294, 1885: 270 Einwohner.
- 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
- 1885: 270, davon 270 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1925: 370, 1939: 487, 1950: 922, 1961: 911 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 84 Land- und Forstwirtschaft, 252 Produzierendes Gewerbe, 32 Handel und Verkehr, 29 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 911, davon 743 evangelisch (= 81.56 %), 153 katholisch (= 16.79 %)
- Um 1570: 38 Hausgesesse.
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1537: Amt Borken
- 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen
- 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Borken
- 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Fritzlar-Homberg
Gemeindeentwicklung
Am 1.1.1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.
Gericht
- 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen.
- 1807: Friedensgericht Borken
- vor 1822: Amt Borken
- 1822: Landgericht Homberg
- 1832: Justizamt Borken
- 1867: Amtsgericht Borken
- 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
- 1970: Amtsgericht Fritzlar
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Frühere Belege siehe Erfurth.
- 1258: Heinrich genannt Angelus übergibt dem Kloster Spieskappel eine Hufe zu Trocken-Erfurth.
- 1269: Stift Fritzlar bekommt einen Mansus zu Trocken-Erfurth geschenkt.
- 1286: Die von Borken übereignen dem Kloster Haina ein Haus mit Hof zu Trocken-Erfurth.
- 1312: Kloster Haina erhält Güter und Hörige zu Trocken-Erfurth.
- 1324: Kloster Haina erwirbt Güter zu Trocken-Erfurth.; desgleichen 1333 Einkünfte.
- 1364: Kloster Spieskappel erhält Korngülte aus seinem Vorwerk zu Trocken-Erfurth.
- 1370: Ditmar Holzsadel verkauft dem Kloster Spieskappel eine Korngülte aus seinen Gütern zu Trocken-Erfurth.
- 1443: Hans von Falkenberg verschreibt seiner Frau sein Gut zu Trocken-Erfurth.
- 1490: Landgraf Wilhelm befreit Hof des Philipp von Urff zu Trocken-Erfurth.
- 1527: Kloster Haina hat Einkünfte zu Trocken-Erfurth.
Zehntverhältnisse
1318: Kloster Spieskappel erhält eine Korngülte aus dem Zehnten zu Trocken-Erfurth. 1448: Die von Urff durch Stift Fritzlar mit Zehnten zu Tocken-Erfurth belehnt; folgend Belehnungen bis 1725.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1425/28: ecclesia.
Pfarrzugehörigkeit
Bis 1570: selbständige Pfarrei, die aber 1557 von Nassen-Erfurth versehen wird.
Seit 1570: Trocken-Erfurth als Vikariat mit Nassen-Erfurth verbunden.
1780: Trocken-Erfurth Filiale von Nassen-Erfurth.
1835 und später: Trocken-Erfurth ständiges Vikariat von Nassen-Erfurth.
Patronat
1527: Patronat von Urff;
1661: an von Baumbach abgetreten.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Seit 1954: Braunkohletagebau Altenburg IV.
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Trockenerfurth, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4095_trockenerfurth> (aufgerufen am 08.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4095