Stolzenbach

Die Lage von Stolzenbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8 km südwestlich von Homberg (Efze).
Lage und Verkehrslage
Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung auf flachem Geländerücken. Platzbildung mit Kirche in zentraler Lage.
Straße Dillich - Pfaffenhausen.
Ersterwähnung
um 1250
Historische Namensformen
- Stolzinbach (um 1250) [1. Hälfte 14. Jahrhundert; Nat.Bibl. Paris Ms. Lat. 17794 S. 179]
- Stolcenbach (1266) [HStAM Bestand Urk. 39 Nr. 11]
- Stoltzenbach (1343) (UA Ziegenhain)
- Stolczinbach, zu (1361)
- Stoltzinbach, zu (1370)
- Stoltzenbach (um 1570)
Bezeichnung der Siedlung
- 1511: Dorf.
Umlegung der Flur
1906/1907
Älteste Gemarkungskarte
1769
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3520776, 5653089
UTM: 32 U 520694 5651268
WGS84: 51.012601° N, 9.294989° O
Statistik
Ortskennziffer
634001140
Flächennutzungsstatistik
- 1742 (Kasseler Acker): 372 Land, 179 Wiesen.
- 1885 (Hektar): 355, davon 119 Acker (= 33.52 %), 44 Wiesen (= 12.39 %), 117 Holzungen (= 32.96 %)
- 1961 (Hektar): 356, davon 163 Wald (= 45.79 %)
Einwohnerstatistik
- 1742; 13 Häuser. 1747: 14 Hausgesesse. 1775: 82 Einwohner.
- 1834: 141, 1885: 119 Einwohner.
- 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
- 1885: 119, davon 118 evangelisch (= 99.16 %), 1 katholisch (= 0.84 %)
- 1925: 125, 1939: 129, 1950: 199, 1961: 173, 1970: 126 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen ): 43 Land- und Forstwirtschaft, 33 Produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 173, davon 147 evangelisch (= 84.97 %), 24 katholisch (= 13.87 %)
- Um 1570: 14, 1575/85: 17 Hausgesesse.
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen
- 1742: Amt Borken, Gericht von Dalwigk
- 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Borken
- 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Fritzlar-Homberg
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.
Gericht
- 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen.
- 1807: Friedensgericht Borken
- 1821: Justizamt Borken
- 1822: Landgericht Homberg
- 1832: Justizamt Borken
- 1867: Amtsgericht Borken
- 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
- 1970: Amtsgericht Fritzlar
Herrschaft
- 1302: Stolzenbach gehört zur Vogtei Dillich (vgl. dort unter Herrschaft).
- 1357: Die von Dalwigk verkaufen das halbe Gericht Stolzenbach an Kloster Spieskappel.
- 1361: iurisdictio Spieskappel.
- 1370: Gericht zu den Hainen; die von Dalwigk verkaufen ein weiteres Drittel des Gerichts Stolzenbach an Kloster Spieskappel.
- 1511: Die von Dalwigk setzen ihren Anteil am Dorf Stolzenbach zum Pfand.
- 1546: Waldecker Vogtei.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat benefitia silvestria und Zehnte in Stolzenbach.
- 1302: Die Bauern zu Stolzenbach zinsen dem Graf von Waldeck und Thammo von Alnhusen von ihren Lehnsgütern.
- 1361: Die Landgrafen Heinrich und Otto belehnen die Meisenbug mit 6 1/2 Lehen zu Stolzenbach.
- Vor 1520: Peter von Dernbach hat aus dem Zehnten des Klosters Homberg zu Stolzenbach Zins geliehen.
- 1693: Die von Linsingen verleihen 1/4, 1/2 und 1/16 Lehen zu Stolzenbach.
- 1761: Stift Fritzlar im Besitz der zehntbaren Feldmarken zu Stolzenbach.
Zehntverhältnisse
Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat benefitia silvestria und Zehnte in Stolzenbach.
1398: Halber Zehnter zu Stolzenbach den von Homberg.
Vor 1520: Peter von Dernbach hat aus dem Zehnten des Klosters Homberg zu Stolzenbach Zins geliehen.
1568: Die von Dernbach überlassen ein Viertel Zehnten zu Stolzenbach dem Philipp von Urff.
1585: Christoph von Urff verkauft seinen Zehnten zu Stolzenbach an Johann von Linsingen.
1677: Friedrich von Linsingen verleiht sein Viertel des Zehnten zu Stolzenbach an Hospital Treysa.
1761: Stift Fritzlar im Besitz der zehntbaren Feldmarken zu Stolzenbach.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1572: Filiale von Dillich.
1747 und später: Stolzenbach eingepfarrt nach Dillich.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Seit 1950 Braunkohlentiefbau.
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 285 f.
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 460
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Stolzenbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4282_stolzenbach> (aufgerufen am 08.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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