Stolzenbach

Dorf · 215 m über NN  
Gemeinde
Borken (Hessen)
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

8 km südwestlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage

Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung auf flachem Geländerücken. Platzbildung mit Kirche in zentraler Lage.
Straße Dillich - Pfaffenhausen.

Ersterwähnung

um 1250

Historische Namensformen

  • Stolzinbach (um 1250) [1. Hälfte 14. Jahrhundert; Nat.Bibl. Paris Ms. Lat. 17794 S. 179]
  • Stolcenbach (1266) [HStAM Bestand Urk. 39 Nr. 11]
  • Stoltzenbach (1343) (UA Ziegenhain)
  • Stolczinbach, zu (1361)
  • Stoltzinbach, zu (1370)
  • Stoltzenbach (um 1570)

Bezeichnung der Siedlung

  • 1511: Dorf.

Umlegung der Flur

1906/1907

Älteste Gemarkungskarte

1769

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3520776, 5653089
UTM: 32 U 520694 5651268
WGS84: 51.012601° N, 9.294989° O

Statistik

Ortskennziffer

634001140

Flächennutzungsstatistik

  • 1742 (Kasseler Acker): 372 Land, 179 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 355, davon 119 Acker (= 33.52 %), 44 Wiesen (= 12.39 %), 117 Holzungen (= 32.96 %)
  • 1961 (Hektar): 356, davon 163 Wald (= 45.79 %)

Einwohnerstatistik

  • 1742; 13 Häuser. 1747: 14 Hausgesesse. 1775: 82 Einwohner.
  • 1834: 141, 1885: 119 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 119, davon 118 evangelisch (= 99.16 %), 1 katholisch (= 0.84 %)
  • 1925: 125, 1939: 129, 1950: 199, 1961: 173, 1970: 126 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen ): 43 Land- und Forstwirtschaft, 33 Produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 173, davon 147 evangelisch (= 84.97 %), 24 katholisch (= 13.87 %)
  • Um 1570: 14, 1575/85: 17 Hausgesesse.

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Borken, Gericht von Dalwigk
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Borken
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis

Fritzlar-Homberg

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.

Gericht

  • 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen.
  • 1807: Friedensgericht Borken
  • 1821: Justizamt Borken
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft

  • 1302: Stolzenbach gehört zur Vogtei Dillich (vgl. dort unter Herrschaft).
  • 1357: Die von Dalwigk verkaufen das halbe Gericht Stolzenbach an Kloster Spieskappel.
  • 1361: iurisdictio Spieskappel.
  • 1370: Gericht zu den Hainen; die von Dalwigk verkaufen ein weiteres Drittel des Gerichts Stolzenbach an Kloster Spieskappel.
  • 1511: Die von Dalwigk setzen ihren Anteil am Dorf Stolzenbach zum Pfand.
  • 1546: Waldecker Vogtei.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat benefitia silvestria und Zehnte in Stolzenbach.
  • 1302: Die Bauern zu Stolzenbach zinsen dem Graf von Waldeck und Thammo von Alnhusen von ihren Lehnsgütern.
  • 1361: Die Landgrafen Heinrich und Otto belehnen die Meisenbug mit 6 1/2 Lehen zu Stolzenbach.
  • Vor 1520: Peter von Dernbach hat aus dem Zehnten des Klosters Homberg zu Stolzenbach Zins geliehen.
  • 1693: Die von Linsingen verleihen 1/4, 1/2 und 1/16 Lehen zu Stolzenbach.
  • 1761: Stift Fritzlar im Besitz der zehntbaren Feldmarken zu Stolzenbach.

Zehntverhältnisse

Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat benefitia silvestria und Zehnte in Stolzenbach.
1398: Halber Zehnter zu Stolzenbach den von Homberg.
Vor 1520: Peter von Dernbach hat aus dem Zehnten des Klosters Homberg zu Stolzenbach Zins geliehen.
1568: Die von Dernbach überlassen ein Viertel Zehnten zu Stolzenbach dem Philipp von Urff.
1585: Christoph von Urff verkauft seinen Zehnten zu Stolzenbach an Johann von Linsingen.
1677: Friedrich von Linsingen verleiht sein Viertel des Zehnten zu Stolzenbach an Hospital Treysa.
1761: Stift Fritzlar im Besitz der zehntbaren Feldmarken zu Stolzenbach.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1572: Filiale von Dillich.
1747 und später: Stolzenbach eingepfarrt nach Dillich.

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Seit 1950 Braunkohlentiefbau.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Stolzenbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4282_stolzenbach> (aufgerufen am 08.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4282