Gombeth

Die Lage von Gombeth im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
7,5 km südöstlich von Fritzlar.
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit komplexem Grundriss am Nord-Ufer der Schwalm. Im dicht bebauten Kernbereich des Ortes Kirche in zentraler Lage. Im Norden halbkreisförmiger Umriss; im Westen, vorwiegend vom Ortskern abgesetzt, beiderseitige Bebauung der Straße nach Großenenglis. Am Süd-Ufer an der Schwalmbrücke Mühle. Moderne Wohnsiedlung im Osten und Nordwesten.
Straße nach Großenenglis.
Ersterwähnung
807
Historische Namensformen
- Guntbotere marca, in (807) (Glöckner, Codex Laur. Nr. 3588)
- Gumbethde, in (1123)
- Gvmpette (1223)
- Gumpete, in (1265)
- Gvmpeht (1285)
- Gumpetehe (1285)
- Gumpetthe (1290)
- Gunpetthe, in (1290)
- Gvmpeth, in (1293)
- Gumphete (1295)
- Gunbette, zu (1395)
- Gompette (1434)
- Gumpert, zum (1540)
- Gumbeth (1575/85)
- Gumpaht (1597)
- Gompett (1610)
- Gumbehtt (1610)
Bezeichnung der Siedlung
- 1223: villa.
- 1285: curia.
- 1537: Dorf.
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1890/94
Älteste Gemarkungskarte
1743
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3520543, 5658977
UTM: 32 U 520461 5657153
WGS84: 51.065535° N, 9.292002° O
Statistik
Ortskennziffer
634001050
Flächennutzungsstatistik
- 1742 (Kasseler Acker): 1653 Land, 420 Wiesen.
- 1885 (Hektar): 554, davon 412 Acker (= 74.37 %), 93 Wiesen (= 16.79 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 550, davon 0 Wald
Einwohnerstatistik
- 1537: 29 Häuser. Um 1570: 44, 1575/85: 40 Hausgesesse.
- 1639: 9 verheiratete, 4 verwitwete Hausgesesse.
- 1724: 101 Personen. 1747: 51 Haushalte. 1783: 331 Einwohner.
- 1834: 607, 1885: 524 Einwohner.
- 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
- 1885: 524, davon 520 evangelisch (= 99.24 %), 4 katholisch (= 0.76 %)
- 1925: 536, 1939: 585, 1950: 988, 1961: 955, 1970: 1013 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 92 Land- und Forstwirtschaft, 230 Produzierendes Gewerbe, 32 Handel und Verkehr, 33 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 955, davon 789 evangelisch (= 82.62 %), 145 katholisch (= 15.18 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 807: in pago Hessen
- 1223: landgräfliche Vogtei
- 1376: Amt Homberg
- 1431/36: Amt Borken
- 1537: landgräfliches Gericht
- 1575/85 und später: Amt Borken; niederes und peinliches Gericht Hessen
- 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Wabern
- 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
- 1843: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Fritzlar-Homberg
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.
Gericht
- Richtplatz: Galgenäcker. Letzte Hinrichtung 1705. Außerdem Flurname am Gerichte.
- 1822: Justizamt Fritzlar
- 1843: Justizamt Borken
- 1867: Amtsgericht Borken
- 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
- 1970: Amtsgericht Fritzlar
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 807: Brunicho überträgt dem Kloster Lorsch 2 Mansen, 60 Joch und 1 Bifang von 200 Joch mit Hörigen in der Gombeth-Mark.
- 1123: Erzbischof Adalbert von Mainz bestätigt dem Kloster Hasungen seinen Besitz, darunter einen halben Mansus in Goombeth von Reginhard.
- 1209: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Gombeth; desgleichen um 1310.
- 1223: Landgraf Ludwig genehmigt dem Kloster Weißenstein den Kauf von 2 Mansen in der landgräflichen Vogtei.
- 1252: Burghard genannt Prusse tauscht mit Kloster Weißenstein Äcker zu Gombeth.
- 1256: Die von Holzheim verkaufen dem Kloster Weißenstein 3 Hufen zu Gombeth.
- 1285: Kloster Weißenstein verkauft dem Deutschen Orden Marburg den Hof zu Gombeth.
- 1290: Ritter Wittekind von Holzheim verkauft dem Deutschen Orden Marburg die Fischerei zu Gombeth; der Deutsche Orden Marburg erhält aus dem Erbe eines Fritzlarer Bürgers eine Hufe zu Gombeth.
- 1291: Reinhard von Altenburg entsagt Ansprüchen an der Fischerei Gombeth; Ritter Hermann von Wolfershausen verkauft dem Deutschen Orden Marburg eine halbe Hufe zu Gombeth.
- 1292: Ritter Werner von Löwenstein-Schweinsberg verkauft dem Deutschen Orden Marburg seinen Hof zu Gombeth.
- 1293: Die von Bischofshausen und von Löwenstein verkaufen dem Deutschen Orden Marburg ihre restlichen Güter zu Gombeth.
- 1294: Johann von Homberg verkauft dem Deutschen Orden Marburg seine Güter zu Gombeth.
- 1295: Johann von Homberg und der Deutsche Orden Marburg einigen sich über die Novalien zu Gombeth.
- 1297: Ritter Heinrich von Homberg bekundet den Güterverkauf seines Neffen Johann an den Deutschen Orden Marburg zu Gombeth.
- 1316: Heinrich von Goddenhausen verkauft seine Güter zu Gombeth an Kloster Breitenau.
- 1317: Die von Dillich verkaufen eine Hufe zu Gombeth an Johann von Grabenau.
- 1319: Priester Heinrich von Holzheim verkauft dem Deutschen Orden Marburg eine Hube zu Gombeth.
- 1322: Die von Holzheim verkaufen dem Kloster Spieskappel einen Zins zu Gombeth.
- 1348: Stift Fritzlar überlässt dem Kloster Spieskappel tauschweise ein Allod zu Gombeth.
- 1351: Konrad Foßzal schenkt dem Kloster Homberg einen Zins zu Gombeth.
- 1364: Kloster Spieskappel erhält eine Korngülte aus Gombeth.
- 1372: Die Landgrafen verschreiben eine Hafergülte zu Gombeth.
- 1376: Die Schäfer zu Gombeth zahlen dem Homberger Rentmeister Schafbede.
- 1425: Mainz bezieht erstmals Geld- und Hühnerzinse aus Gombeth.
- 1474: Der Homberger Bürger Mut Glasewald verkauft an den Fritzlarer Bürgermeister Heinrich Wildenkerte seine Erbhufen vor Gombeth.
Zehntverhältnisse
1265: Die von Holzheim haben halben Zehnten zu Goombeth verpfändet.
1395: Wigand Goswin hat als Falkenberger Lehen Teil des Zehnten zu Gombeth inne.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1251: ecclesiasticus.
- 1345: plebanus.
Pfarrzugehörigkeit
Pfarrkirche;
noch 1527 selbständige Pfarrei.
Seit 1551: Gombeth eingepfarrt nach Groß-Englis.
1747 und später: Gombeth Filiale von Groß-Englis.
Patronat
1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit der Kirche zu Gombeth; folgend Belehnungen bis 1606.
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Dormann (identisch mit Johannes Gumpette) 1527-1551, war 1521 Pleban
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf
Juden
1835: 1 Jude.
Flurname Judenecke.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
1584: Eisenerz aus Gombeth.
1900-1909: Braunkohle im Tagebau; etwa 120 Beschäftigte.
1909 wegen Wassereinbruch geschlossen.
Seit 1842 Tage- und ab 1951/52 Tiefbau Altenburg II.
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 109-111
- W. Rabe, Das Eisenbergwerk bei Gombeth. In: Hessenland 37, 1925
- H. K. Meyer, Der Landschaftswandel in den Braunkohlengebieten Borken und Frielendorf unter besonderer Berücksichtigung der Rekultivierung (1957) = Marburger Geographische Schriften 5
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 500
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gombeth, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4134_gombeth> (aufgerufen am 10.05.2026)
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