Heimarshausen

Dorf · 255 m über NN  
Gemeinde
Naumburg
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

16,5 km südöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen westlich der Elbe. Kirche am westlichen Rand in leicht erhöhter Lage. Verbindungsstraßen zur L 3214

Ersterwähnung

1180

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1312)
  • Dorf (1376) [GR Heimershausen]
  • Dorf (1426) [Gudensberger Amtsrechnungen]

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1887

Älteste Gemarkungskarte

1685

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3514661, 5671922
UTM: 32 U 514581 5670093
WGS84: 51.182073° N, 9.208617° O

Statistik

Ortskennziffer

633018050

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 818, davon 514 Acker (= 62.84 %), 32 Wiesen (= 3.91 %), 228 Holzungen (= 27.87 %)
  • 1961 (Hektar): 818, davon 277 Wald (= 33.86 %)

Einwohnerstatistik

  • 1585: 32 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1744: 45 Wohnhäuser mit 271 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schneider, 1 Zimmermann, 4 Siebmacher, 1 Adel. Meysebugischer Grebe, 2 Vorsteher, 4 Tagelöhnerinnen, 1 Land Grenadier, 3 Hirten, 2 Schmiede, 1 Schlosser und Goldwascher aus der Edder, 1 Dorfknecht, 2 Ausschösser Tagelöhner, 1 Jude, 2 Wagner, 1 Weißbinder, 3 Weymanner, 1 Invalide, 26 Ackerleute, 7 Leineweber, so zugleich Tagelöhner
  • 1747: 44 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1885: 405, davon 404 evangelisch (= 99.75 %), 1 katholisch (= 0.25 %)
  • 1961: 407, davon 353 evangelisch (= 86.73 %), 54 katholisch (= 13.27 %)
  • 1970: 382

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1426, 1497: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen-fMarburg, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Fritzlar
  • 1814-1819: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1819-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Naumburg (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis

Wolfhagen

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der Stadtgemeinde Naumburg eingegliedert.

Gericht

  • Gemäß Reversen von 1498 bis 1787 waren Dorf und Gericht Heimarshausen hessisches Lehen der Meisenbuge, das 1810 heimfiel.
  • 1821: Justizamt Naumburg
  • 1822: Justizamt Naumburg
  • 1867: Amtsgericht Naumburg
  • 1879: Amtsgericht Naumburg
  • 1945: Amtsgericht Wolfhagen
  • 1948: Amtsgericht Wolfhagen (Zweigstelle Naumburg)
  • 1970: Amtsgericht Wolfhagen

Herrschaft

  • 1312: Zur Burg Gudensberg gehörig; Landgraf verpfändet Heimarshausen an den Graf Heinrich von Waldeck.
  • 1376 wird Heimarshausen als landgräfliches Dorf bezeichnet (GR Heimershausen). Allerdings haben 1437 auch die Grafen von Waldeck Pfandrechte daran, die sie 1442 auf Hessen übertrugen (StAM Urk. 5 Nr. 1700). 1443 bis 1448 Lehen der von Dalwigk. Später waren Dorf und Gericht hessisches Lehen der Meisenbuge (Rev. 1498-1787), heimgefallen 1810.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1180 bekennt der Abt von Hasungen, dass ihm einige Äcker in Heimarshausen verpfändet seien. 1342 erwirbt Kloster Berich Güter in Heimershausen.

Ortsadel

Adlige 1237 und 1242

Kirche und Religion

Ortskirchen

Pfarrzugehörigkeit

Bis zur Verlegung nach Züschen ist die Pfarrstelle in Heimarshausen. 1334 wohnt der Pfarrer von Heimarshausen wohl schon in Züschen, um 1410 ist von der Pfarrei Züschen die Rede. 1585 bis 1826 war Heimarshausen Filial von Züschen. 1826 bis 1869 zwischenzeitlich Filial von Lohne, ab 1869 wieder Filial von Züschen (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 131), so auch 1994

Patronat

Das Patronat der Pfarrkirche besaß 1357 das Stift Fritzlar, später übten es bis 1810 die von Meisenbug aus.

Bekenntniswechsel

Erster evangelischer Pfarrer: vermutlich der Züschener Pfarrer Caspar Steinwarth um 1530. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606(?)

Kultur

Schulen

1744 ist ein freies Schulhaus vorhanden
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1744 keine Mühle vorhanden

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Heimarshausen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2064_heimarshausen> (aufgerufen am 09.03.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2064