Heimarshausen

Die Lage von Heimarshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
16,5 km südöstlich von Wolfhagen
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen westlich der Elbe. Kirche am westlichen Rand in leicht erhöhter Lage. Verbindungsstraßen zur L 3214
Ersterwähnung
1180
Historische Namensformen
- Hemmerickishusen, in (1180) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 605]
- Hemerichenhusen, de (1237) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 57 Nr. 139]
- Heimericheshusen, de (1242) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 28]
- Heymericheshusin, in (1255) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 62]
- Heymerichshusin (1312) [HStAM Bestand Urk. 5 Nr. 1661]
- Hemershusen (1342) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 8387]
- Heymershusen (1357) [Fritzlarer Kopiar 4 im Pfarrarchiv Fritzlar]
- Eymershusen (1495) [Dep. von Dalwigk]
- Heinershausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 82]
- Heimershausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 6]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1312)
- Dorf (1376) [GR Heimershausen]
- Dorf (1426) [Gudensberger Amtsrechnungen]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1887
Älteste Gemarkungskarte
1685
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3514661, 5671922
UTM: 32 U 514581 5670093
WGS84: 51.182073° N, 9.208617° O
Statistik
Ortskennziffer
633018050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 818, davon 514 Acker (= 62.84 %), 32 Wiesen (= 3.91 %), 228 Holzungen (= 27.87 %)
- 1961 (Hektar): 818, davon 277 Wald (= 33.86 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 32 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1744: 45 Wohnhäuser mit 271 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schneider, 1 Zimmermann, 4 Siebmacher, 1 Adel. Meysebugischer Grebe, 2 Vorsteher, 4 Tagelöhnerinnen, 1 Land Grenadier, 3 Hirten, 2 Schmiede, 1 Schlosser und Goldwascher aus der Edder, 1 Dorfknecht, 2 Ausschösser Tagelöhner, 1 Jude, 2 Wagner, 1 Weißbinder, 3 Weymanner, 1 Invalide, 26 Ackerleute, 7 Leineweber, so zugleich Tagelöhner
- 1747: 44 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 405, davon 404 evangelisch (= 99.75 %), 1 katholisch (= 0.25 %)
- 1961: 407, davon 353 evangelisch (= 86.73 %), 54 katholisch (= 13.27 %)
- 1970: 382
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1426, 1497: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg
- 1585: Landgrafschaft Hessen-fMarburg, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Fritzlar
- 1814-1819: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1819-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Naumburg (s. Gemeindeentwicklung)
Altkreis
Wolfhagen
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der Stadtgemeinde Naumburg eingegliedert.
Gericht
- Gemäß Reversen von 1498 bis 1787 waren Dorf und Gericht Heimarshausen hessisches Lehen der Meisenbuge, das 1810 heimfiel.
- 1821: Justizamt Naumburg
- 1822: Justizamt Naumburg
- 1867: Amtsgericht Naumburg
- 1879: Amtsgericht Naumburg
- 1945: Amtsgericht Wolfhagen
- 1948: Amtsgericht Wolfhagen (Zweigstelle Naumburg)
- 1970: Amtsgericht Wolfhagen
Herrschaft
- 1312: Zur Burg Gudensberg gehörig; Landgraf verpfändet Heimarshausen an den Graf Heinrich von Waldeck.
- 1376 wird Heimarshausen als landgräfliches Dorf bezeichnet (GR Heimershausen). Allerdings haben 1437 auch die Grafen von Waldeck Pfandrechte daran, die sie 1442 auf Hessen übertrugen (StAM Urk. 5 Nr. 1700). 1443 bis 1448 Lehen der von Dalwigk. Später waren Dorf und Gericht hessisches Lehen der Meisenbuge (Rev. 1498-1787), heimgefallen 1810.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1180 bekennt der Abt von Hasungen, dass ihm einige Äcker in Heimarshausen verpfändet seien. 1342 erwirbt Kloster Berich Güter in Heimershausen.
Ortsadel
Adlige 1237 und 1242
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1286: Pleban (Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 56)
- 1357: Pfarrkirche
- 1833-34: Klassizistischer Zentralbau mit achteckigem Grundriss
Pfarrzugehörigkeit
Bis zur Verlegung nach Züschen ist die Pfarrstelle in Heimarshausen. 1334 wohnt der Pfarrer von Heimarshausen wohl schon in Züschen, um 1410 ist von der Pfarrei Züschen die Rede. 1585 bis 1826 war Heimarshausen Filial von Züschen. 1826 bis 1869 zwischenzeitlich Filial von Lohne, ab 1869 wieder Filial von Züschen (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 131), so auch 1994
Patronat
Das Patronat der Pfarrkirche besaß 1357 das Stift Fritzlar, später übten es bis 1810 die von Meisenbug aus.
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: vermutlich der Züschener Pfarrer Caspar Steinwarth um 1530. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606(?)
Kultur
Schulen
1744 ist ein freies Schulhaus vorhanden
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1744 keine Mühle vorhanden
Nachweise
Literatur
- J. Schindehütte, Lager Stueck und Steuer Buch der Dorffschaft Heymershausen Adelich Meysebugischen Gerichts Ambts Gudensberg
- Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 56
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 131
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 217 f.
- Nebelsiek, Die evangelischen Geistlichen, in: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont 35 (1935), S.
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heimarshausen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2064_heimarshausen> (aufgerufen am 09.03.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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