Imshausen

Dorf · 275 m über NN  
Gemeinde
Bebra
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

9 km östlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage

Dorf mit unregelmäßigem Grundriss und dünner Besiedlung in waldreicher Hügellandschaft im zur Fulda führenden Solztal. Ausrichtung der Hauptstraße (Imshäuser Straße) auf Schloss mit Gutshof und Park im Norden, Kirche an kleinem rechteckigem Ortskern. Jüngere Siedlungsentwicklung nördlich entlang der Umgehungsstraße K 53 (Wolfsbergstraße).

Ersterwähnung

1278

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1278)
  • Dorf (1440)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Älteste Gemarkungskarte

1755

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3560626, 5651630
UTM: 32 U 560528 5649809
WGS84: 50.996672° N, 9.862537° O

Statistik

Ortskennziffer

632003080

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 288, davon 202 Acker (= 70.14 %), 10 Wiesen (= 3.47 %), 59 Holzungen (= 20.49 %)
  • 1961 (Hektar): 288, davon 71 Wald (= 24.65 %)

Einwohnerstatistik

  • 1585: 44 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 12 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1785: 18 Wohngebäude mit 69 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Leineweber, 1 Schneider, 1 Schmied, 1 Tagelöhner
  • 1885: 156, davon 152 evangelisch (= 97.44 %), 1 katholisch (= 0.64 %), 3 Juden (= 1.92 %)
  • 1961: 277, davon 260 evangelisch (= 93.86 %), 9 katholisch (= 3.25 %)
  • 1970: 224

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1506: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Gericht Solz
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Adelsdorf (von Trott)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Nentershausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Rotenburg

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Bebra eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: kurfürstliches Reservaten-Amt Rotenburg
  • 1822: Justizamt Rotenburg
  • vor 1827: Assistenzamt Nenntershausen des kurhessischen Justizamts (Reservaten-Amts) Rotenburg
  • 1827: Justizamt Nentershausen
  • 1867: Amtsgericht Nentershausen
  • 1879: Amtsgericht Nentershausen
  • 1932: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
  • 1933: Amtsgericht Rotenburg

Herrschaft

  • Den Landgrafen gelingt es spätestens im 14. Jahrhundert, das Stift Hersfeld aus dem Gebiet zu verdrängen und ihre Landeshoheit durchzusetzen. Um 1376 erhält Hermann von Trott das halbe Gericht zu Imshausen als hessisches Burglehen. 1440 überträgt Landgraf Ludwig I. seinem Erbmarschall Hermann II. Riedesel das Dorf Imshausen mit Äckern, Wiesen, Wassern, Hölzern, Weiden, Fischereien und allem Zubehör. Die Rechte scheinen aber alsbald auf die Trotten übergegangen zu sein. 1470 und in der Folge erhalten die von Trott das Dorf Imshausen mit Dienst und dem halben Gericht. 1506 wird das halbe Dorf Imshausen mit dem Anteil des verstorbenen Hohenfels als Mannlehen übertragen. Grundsätzlich stand damit den Landgrafen von Hessen die Hohe, den Trotten die niedere Gerichtsbarkeit zu. Nach Aufnahme in den Lehnsverbund führten die Trotten zwischen 1692 und 1748 einen aufwendigen Prozess mit denen von Verschuer um den Besitz in Imshausen, der schließlich zugunsten der Trotten entschieden wird. 1785 werden die Trotten wieder als alleinige Lehnsinhaber ausgewiesen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Das Kloster Bubenbach-Cornberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld erwirbt 1278 das Allod der von Imshausen in Imshausen und weiteren Besitz. 1282 verkauft Hermann Trott dem Kloster zwei Hufen und Oberhasel und Imshausen. 1298 erwirbt das Kloster weiteres Allod von Gottfried von Imshausen. 1307 verzichtet Berta, die Tochter des Gottfried von Imshausen auf alle Rechte an ihrem Allod. Cornberg ist zwar der wichtigste Grundherr vorort, nimmt aber in der Folge Verpfändungen von Abgaben vor.
  • 1372 verkauft Kloster Heydau dem Stift Rotenburg u.a. Güter zu Imshausen

Ortsadel

1278-1361

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Kleiner Saalbau mit gerade abgeschlossener Apsisnische 1568 errichtet

Pfarrzugehörigkeit

Bis 1525 zu Iba gehörig und in diesem Jahr auf Wunsch der Trotten von Iba getrennt. 1569, 1585, 1785, 1872 und 1994 Filial von Solz

Patronat

1585 und 1785 Trotten

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Historische Ereignisse

Berühmte Persönlichkeiten:
Adam von Trott zu Solz (1909-1944), Diplomat und Widerstandskämpfer.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Imshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3098_imshausen> (aufgerufen am 09.03.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3098