Sterkelshausen

Die Lage von Sterkelshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
6,3 km westlich von Rotenburg an der Fulda
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Ostrand des Knüllwaldes am Osterbach, einem südwestlichen Zufluss der Fulda. Kirche in zentraler Lage auf einer nach Osten abfallenden Anhöhe, zwei Hauptachsen führen in N-S-Richtung parallel zum Bach durch den Ort (Dorfstraße und Ludwigsecker Str.). Im Osten verläuft als Ortsumgehung und mit weiterführender Anbindung die L 3253
Ersterwähnung
1003
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-West und Guttels.
Historische Namensformen
- Starcolfeshuson, ad (1003) [Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, S. 144-145 Nr. 76; MGH Diplomata Könige 3, Heinrich II. : Bresslau, S. 60-61, Nr. 51 Digitalisat]
- Starkolteshusen, in (1303) [Löwenstein, Quellen Rotenburg, S. 16-17, Nr. 27]
- Starkoldishusen, in (1315) [Urkundenbuch des Klosters Frauensee, S. 68-69, Nr. 108]
- Starkholzhusin, in (1339) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 51, Nr. 77]
- Starkuldishusen (1355) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 574]
- Stoerkilshusen (1398) [HStAM Best. Urk. 28 Nr. 289; Schreibeweise nach Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 458]
- Starkoldeshusen (1414) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 781]
- Stergkishusen (1435) [HStAM Best. Urk. 28 Nr. 376, hier wohl fälschlich Sterzhausen; Schreibeweise in LAGIS nach Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 458]
- Stergkeshusen (1457) [HStAM Best. Rechn. I Nr. 90/19]
- Storkelshausen (1460) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 28 Nr. 426]
- Storckelshausen (1538) [HStAM Best. S Nr. 533, Bl. 25r]
- Storckelshausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 88]
- Sterckelshausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 14]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1315)
- Dorf (1361) [Löwenstein, Quellen Rotenburg, S. 59, Nr. 73]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1908
Älteste Gemarkungskarte
1757/1758
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3545548, 5652985
UTM: 32 U 545456 5651163
WGS84: 51.01024° N, 9.647944° O
Statistik
Ortskennziffer
632001100
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 325, davon 228 Acker (= 70.15 %), 51 Wiesen (= 15.69 %), 8 Holzungen (= 2.46 %)
- 1961 (Hektar): 1028, davon 716 Wald (= 69.65 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 32 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 44 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 51 Feuerstätten, 247 Bewohner; Gewerbetreibende: 2 Müller, 2 Schmiede, 1 Schneider, 24 Leinenweber, worunter einer die Wirtschaft betreibt und sogleich auch Ackermann ist, nebst anderem mehr, 2 Tagelöhner, 10 Ackerleute, welche keine Handtierung treiben [HStAM Best. 49 d, Rotenburg Nr. 332]
- 1885: 336, davon 336 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 341, davon 319 evangelisch (= 93.55 %), 20 katholisch (= 5.87 %)
- 1970: 326
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
- 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht Baumbach
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, erster Gerichtsstuhl
- 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Rotenburg
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Sterkelshausen wurde.
Gericht
- 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
- 1834: Justizamt Rotenburg III
- 1837: Justizamt Rotenburg II
- 1867: Amtsgericht Rotenburg
- 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
Herrschaft
- In der Wildbannschenkungsurkunde König Heinrichs II. für die Abtei Hersfeld von 1003, durch die der Forst Eherinevirst seiner Ausdehnung nach bestimmt wird, sind als Fixpunkte der Terminatio die Orte Rengshausen, Sterkelshausen und Baumbach angegeben.
Hersfeld, Kloster Das Dorf ist ursprünglich hersfeldisches Lehen der von Leimbach und geht 1414 auf die hessischen Erbmarschälle von Röhrenfurt über. Den Landgrafen von Hessen gelingt es im 15. Jahrhundert, den Einfluss der Abtei Hersfeld zurückzudrängen, die Herrschaft über Sterkelshausen zu erringen und in die Ämterstruktur zu integrieren. Im 18. Jahrhundert haben die Landgrafen die Ortsherrschaft vollumfänglich inne.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1315 vermachen die von Leimbach dem Kloster Frauensee (Bad Salzungen, Wartburgkreis) Einkünfte aus dem Dorf Sterkelshausen, 1339 dem Kloster Cornberg. 1355 verschreiben die von Leimbach ihrer Schwester, der Klosterfrau Odegard im Benediktinerinnenkloster Kreuzberg, Gülten in Sterkelshausen und Niederellenbach.
- 1303 erwirbt Kloster Heydau Land zu Sterkelshausen, 1398 erhält es eine dortige Gülte zum Seelgerät, 1435 Zins aus einer halben Hufe, 1460 erwirbt es weitere Einkünfte pfandweise.
- 1377 erhält die Stiftskirche St. Elisabeth und Maria in Rotenburg Güter und Gefälle zu Sterkelshausen
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Kirche 1774 als einfacher rechteckiger Saalbau von Meister Philipp Noll in Bruchsteinmauerwerk neu errichtet, 1975 renoviert
Pfarrzugehörigkeit
1569, 1747 und 1872 Filialort von Braach, 1994 zu Oberellenbach
Bekenntniswechsel
Da Filial von Braach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1536.
Kultur
Schulen
um 1766 wird das Schulhaus wegen Baufälligkeit eingerissen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
Landgraf Philipp von Hessen gestattet 1534 Henne Mosbach aus Sterkelshausen, in seinem Garten über dem Dorf Sterkelshausen eine Mühle zu errichten. Sobald die Mühle arbeitet, soll er jährlich einen Zins von zwei Pfund Geld entrichten (HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4527) 1766 sind zwei Mühlen vorhanden, die Obermühle und Osterbachs-Mühle, die beide mit dem Wasser des Osterbaches über oberschlächtige Wasserräder angetrieben wurden. Die Dorfmühle stellt ihren Betrieb 1920 ein.
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sterkelshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3135_sterkelshausen> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3135