Forst

Die Lage von Forst im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
4 km ostnordöstlich von Eschwege gelegen
Lage und Verkehrslage
Ersterwähnung
vor 876
Letzterwähnung
1492
Siedlungsentwicklung
Vor Ort fanden sich gemäß K. Sippel auf einer Fläche mit dem Durchmesser von etwa 120 m (4826: um 3577700/5673800) neben vorgeschichtlichen und einigen neuzeitlichen Scherben auch etwa 130 mittelalterliche. Die ältesten der letzten Gruppe stammen etwa aus dem 10./11. Jahrhundert und die jüngsten etwa aus dem 15. Jahrhundert. Zudem gab es Hüttenlehmbrocken und möglicherweise ein menschliches Knochenstück zu verzeichnen. Im Zentrum befanden sich flächig in einem Durchmesser von etwa 20 m viele Dachziegelstücke. Eines gehörte dabei zu einem mittelalterlichen Hohlziegel vom Typ Mönch und Nonne. K. Sippel ordnete insgesamt die gemachten Funde der Wüstung Forst zu. Den Schriftquellen zufolge war er dann am Ende des 15. Jahrhunderts wüst.
Historische Namensformen
- Zemofurte; Cemeforste (vor 876) [Kopiar um 1160 Codex Eberhardi 2, Bl. 62v, S. 98; Bl. 149r, S. 286]
- Cemeforste (vor 876) [Kopiar um 1160 Codex Eberhardi 1, Bl. 170vb, S. 309]
- Zemoforste (876) [Aufzeichnung aus der Mitte des 10. Jahrhunderts MGH DD LdD, S. 238-241, Nr. 170; HStAM Bestand Urk. 75 Nr. 44]
- Forst, in (1349/50) [Das Lehnbuch Friedrichs des Strengen, S. 185, Nr. 16]
- Forst (1458) [HStAM Bestand Urk. 14 Nr. 4529]
- Forst (1490) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra , S. 264, Nr. 698]
- Forst, gen (1517) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 710-714, Nr. 22, hier S. 711]
Bezeichnung der Siedlung
- locus; villa (vor 876)
- villa (1349/50)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3577700, 5673800
UTM: 32 U 577595 5671970
WGS84: 51.193866° N, 10.110473° O
Statistik
Ortskennziffer
63600707005
Einwohnerstatistik
- 1492: wüst
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Amt Eschwege
Altkreis
Eschwege
Herrschaft
- Landgraf Friedrich von Thüringen belehnt 1365 die Brüder Brun und Hermann von Weberstedt mit 5 Hufen und zugehörigen Höfen zu Forst und zu Niederdünzebach, die sie von Apel von Gospenrode, des verlorenen Frowins Sohn, gekauft haben.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Im 9. Jahrhundert ist Besitz des Klosters Fulda u.a. durch Schenkungen nachgewiesen.
- 1458 hatten die von Dörnberg Güter zu Forst oberhalb Eschwege zu Lehen, wie früher die von der Netze (Rev.).
- 1490 belehnen die Brüder Kurfürst Friedrich und Herzog Johann zu Sachsen etc. den Jobst, Asmus, Heinrich und Helmrich Gebrüder von Baumbach mit Lehngütern, die sie ihrem Oheim Asmus Koidel abgekauft haben. Dazu gehört u.a. zu Forst die Hälfte an 2 1/2 Hufen und 6 Höfen.
- 1492 waren die von Netra mit dortigen Gütern von Hessen belehnt und die Keudell trugen die Wüstung Forst von Sachsen zu Lehen.
- 1490 gaben die von Bultzingsleben an Keudell Land zwischen Forst und Frieda, das vorher Ulrich von Nesse hatte und sie zu Lehen trugen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Zum Ort gehörte auch eine Kirche. Gemäß K. Sippel ist ihre Lage an der Stelle im Zentrum zu vermuten, wo eine Konzentration von Ziegelbruch festzustellen ist.
Nachweise
Literatur
- Fundberichte aus Hessen 1996 , S. 480 f. (Sippel).
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 142 f. (Forst) u. 534 (Zemofurte)
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Forst, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5682_forst> (aufgerufen am 10.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/5682