Dohrenbach

Dorf · 217 m über NN  
Gemeinde
Witzenhausen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

3 km südwestlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage

Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in flachem Talgrund an gleichnamigem Bach. Kirche in zentraler, leicht erhöhter Lage, darunter Dorfplatz mit Linde. Die Siedlung entwickelt sich entlang einer West-Ost (L 3389 als Wolfsberg- bzw. Bilsteiner Str.) und einer Nord-Süd-Achse (Ringkopf- bzw. Rainstraße). Jüngere Siedlungsentwicklung vor allem im Nordosten und im Süden. 1,5 km östlich von Dohrenbach verläuft die Kasseler Landstraße (B 451) Richtung Witzenhausen

Ersterwähnung

um 1354

Siedlungsentwicklung

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Fahrenbach.

Vorbemerkung Historische Namensformen

Die in der Literatur genannte Ersterwähnung 1199 geht auf eine falsche Lesart Durebach, de bei Dobenecker, Regesta 2, Nr. 1111 (zu 1199) zurück. Zu lesen ist Dunzebach, womit Ober- oder Niederdünzebach gemeint ist.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Dorf (um 1354 und 1362)
  • wüst (1466 und noch 1497)
  • Dorf (1516)
  • wüst (1536)
  • Dorf (1551)
  • 1552: wüst, nur Mühle
  • Noch 1565: wüst
  • 1657: 11 durch Krieg zerstörte Häuser

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Älteste Gemarkungskarte

1782

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3558238, 5686527
UTM: 32 U 558141 5684692
WGS84: 51.310562° N, 9.834165° O

Statistik

Ortskennziffer

636016040

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 202, davon 152 Acker (= 75.25 %), 16 Wiesen (= 7.92 %), 1 Holzungen (= 0.50 %)
  • 1961 (Hektar): 685, davon 341 Wald (= 49.78 %)
  • Als Wüstung 1497 zu Witzenhausen gezogen, nach Wiederbesiedlung aus Gemarkung Witzenhausen gelöst
  • In der Gemarkung Ortsteil Gut Fahrenbach und Forsthaus Roter See
  • bis 1744: 441 Acker Land

Einwohnerstatistik

  • 1529: 15 Mann
  • 1551: 19
  • 1575/85: 20 Hausgesesse
  • 1650: 6
  • 1681: 17
  • 1744: 155 Einwohner
  • 1747: 29 Mannschaften mit 33 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 312, davon 309 evangelisch (= 99.04 %), 3 katholisch (= 0.96 %)
  • 1925: 491 (mit Gut Fahrenbach)
  • 1961: 540, davon 495 evangelisch (= 91.67 %), 36 katholisch (= 6.67 %)
  • 1970: 509

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • Um 1570: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Adelsdorf (von Berlepsch)
  • 1747: Amt Witzenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis

Witzenhausen

Gemeindeentwicklung

Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Dohrenbach wurde.

Gericht

  • um 1570: Peinliches Gericht Hessen
  • 1747: Niederes Gericht von Berlepsch und Stadt Witzenhausen, peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1822: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Jusitzamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz mit 2 alten Linden und nahezu kreisrund aufgeführter Stützmauer mit 3 Zugängen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft

  • Um 1354: Landgraf Heinrich schuldet dem Thilo von Biela 28 Mark, für die dieser von Hans von Berlepsch das Dorf Dohrenbach eingelöst hat.
  • 1362: Landgraf Heinrich freit dem Thilo von Biela 3 Huben und Hof zu Dohrenbach.
  • 1370: Eine Hube plessisches Lehen zu Dohrenbach geht von Burkhard Rulandez an Thilo von Biela.
  • Hessen, Landgrafen 1438: Hessische Belehnung des Hans von Stockhausen mit Gut zu Dohrenbach.
  • Hessen, Landgrafen 1447: Hessische Belehnung der von Dörnberg mit Gütern zu Dohrenbach.
  • Ab 1483 (bis 1824) werden die von Berlepsch von Hessen mit Burglehen zu Dohrenbach (= Huben, Sedelhof, 2 Kothöfen, Mühle) belehnt. Sie verfügen über die niedere, die Landgrafen über die hohe Gerichtsbarkeit.
  • Hessen, Landgrafen Daneben 1485: Landgraf Wilhelm belehnt die von Dörnberg mit Gütern zu Dohrenbach.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1397: Die von Biela versetzen dem Kloster Mariengarten 3 Hufen zu Dohrenbach.
  • 1421: Kloster Mariengarten verkauft diese 3 Hufen zu Dohrenbach an Landgraf Ludwig, der 1437 die von Berlepsch damit als Burglehen belehnt.

Zehntverhältnisse

1536: Zehnter in der Wüstung Dohrenbach ist hansteinisch.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Fachwerkkirche 1853/54 an der Stelle einer älteren errichtet

Pfarrzugehörigkeit

1585: Pfarrei Um 1570 von Kleinalmerode versorgt 1636: eigener Pfarrer 1670: bei Ermschwerd 1671: eigener Pfarrer 1683: durch Konrektor von Witzenhausen versehen 1702: zu Hundelshausen 1748: zur 1. Pfarrei Witzenhausen 1765: zum Rektorat Witzenhausen 1767: zu Hundelshausen 1806: mit Uengsterode vereinigt 1817: mit Kleinalmerode vereinigt 1818, 1872 und 1994: Vikariat von Hundelshausen Eingepfarrt seit 1747: Hof Fahrenbach

Patronat

Patron 1585 (früher als hessisches Lehen) und jetzt von Berlepsch

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen Archdiakonat Heiligenstadt 1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf Vor 1589 aufgehoben

Kultur

Schulen

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Am Pochhaus, östlich des Weinberges zwischen Bahn und Straße wurde einst nach Kupfer geschürft.

Mühlen

Berlepsch'sche Mühle Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts gib es Irrungen zwischen den von Berlepsch und Hans Wienand wegen der Mühle zu Dohrenbach. Die im nordwestlichen Teil gelegene Mühle wurde mit dem Wasser des Dohrenbaches angetrieben und war 1913 nicht mehr in Betrieb. Außerhalb der Ortslage ist auf der sog. Schleensteinkarte (Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 5) ist zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine Papiermühle an der Gelster eingezeichnet. Sie ist im 19. Jahrhundert nicht mehr erhalten.

Nachweise

Quellen

Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 201, 207 Staatsarchiv Hannover
Kopiar Mariengarten Nr. 288, 299 Landesbibliothek Hannover

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Dohrenbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5540_dohrenbach> (aufgerufen am 04.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/5540