Bornershausen

Die Lage von Bornershausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
4,5 km westsüdwestlich von Eschwege gelegen
Lage und Verkehrslage
Rund 1,5 km nordnordöstlich der Ortsmitte von Reichensachsen am Fuß des Weinbergs gelegen Im Bereich der Wüstung sammelte K. Sippel 1995 im Ackergelände auf einer nw-so-verlaufenden Fläche von 160 x 80 m Größe (hier mittig lokalisiert) neben vorgeschichtlichen auch knapp 20 hoch- und spätmittelalterliche Scherben (vgl. Hallstatt- und Latènezeit, Römische Kaiserzeit). Dicht nordwestlich davon fanden sich noch auf einer Terrasse im Ackergelände, die oberhalb einer Böschung lag, auf einer etwa 30 m im Durchmesser großen Fläche (4826: um 3570060 / 5670620) zehn zusätzliche Scherben aus dem Mittelalter.
Ersterwähnung
1301
Siedlungsentwicklung
Der Ort ist 1424, vielleicht auch schon 1369 wüst. Nach dem Bilsteiner Salbuch von 1498 wird die landgräfliche Wüstung Bornershausen von Oberhone und Reichensachsen aus bebaut.
Historische Namensformen
- Bornershusen, in (1301) [Landgrafen-Regesten online Nr. 431]
- Bornerishusen (1355) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 416, Nr. 1063]
- Burnhusen (1355) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 416, Nr. 1064]
- Bornshusen (1369) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 450-451, Nr. 1162, 1164]
- Bornhershusen (1369) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 452-453, Nr. 1068]
- Bornershusen (1424) [Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 299]
- Bornshausen (1498) [Bilsteiner Salbuch HStAM Bestand S Nr. 236, Bl. 15v]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorffwustenunge (1424)
- Wüstung (1498)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3570110, 5670540
UTM: 32 U 570008 5668711
WGS84: 51.165548° N, 10.001277° O
Statistik
Ortskennziffer
63601404004
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 15. Jahrhundert: Landgrafschaft Hessen, Amt/Gericht Bilstein
Altkreis
Eschwege
Gericht
- Bilstein
Herrschaft
- 1301 besitzt Johannes von Leichberg bilsteinische Lehngüter in Bornershausen.1355 überträgt Conrad Sperysen dem Kloster Germerode eine Hufe zu Bornershausen, die von Graf Johann von Ziegenhain zu Lehen geht. 1369 verkauft Hans von Hundelshausen dem Kloster sein gleichfalls von Ziegenhain zu Lehen gehendes Vorwerk zu Bornshausen und Wassenhausen.
- 1424 belehnt der Graf von Ziegenhain die von Hundelshausen mit der Dorfwüstung Wassenhusen und Bornershusen. 1430 ist es Bornershausen ziegenhainisches Lehen der von Eschwege.
- Das Germeroder Zinsregister von 1451 führte unter Reichensachsen ein allodium Bornershusen et Wassinhusen auf.
- 1455 werden die von Eschwege vom hessischen Landgrafen u.a. zu Bornershausen belehnt, die vorher die Speereisen und die von Thomasbrück innehatten.
- Von den 150 Hausgesessenen aus Reichensachsen, die 1585 genannt werden, stammen die 14 landgräflichen aus den ehemals germeröder Orten Vierbach und Bornershausen. Die aus acht Hufen bestehende Wüstung lebt somit in der Neuzeit fort und wird noch 1774 in der Katastervorbeschreibung erwähnt.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- vgl. auch Herrschaft
- Das Land des germeroder Vorwerks Wassen- und Bornershausen wird 1451 von Niddawitzhausen, Oberhone und Reichensachsen aus bewirtschaftet. Der Hof lag 1369 in Reichensachsen.
Nachweise
Literatur
- Diehl, Adelsherrschaft im Werraraum, S. 105-106
- Reichensachsen. Ein Heimatbuch, hrsg. zur 750-Jahr-Feier 1253-2003, S. 46-49
- K. Kollmann, "Grafen Wigger" und die Grafen von Bilstein, S. 159-160
- Fundberichte aus Hessen 1996, S. 550 (Sippel)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 57
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Bornershausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5435_bornershausen> (aufgerufen am 03.11.2026)
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