Gerwigshain

Die Lage von Gerwigshain im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
13 km nordöstlich von Kirchhain
Lage und Verkehrslage
Im Quellgebiet eines nach Mengsberg fließenden Bachlaufs unterhalb des Heidelberges
Flurname Wüste Gerwigshain um 1614 (Dilich Tafel XVI), Wüste Kirch 1708/10 (Schleenstein)
Ersterwähnung
1197
Letzterwähnung
1368
Siedlungsentwicklung
Wüstung nach 1368
Reste von ehemaliger Dorfstraße, Kirchplatz und Born noch erhalten
Historische Namensformen
- Herwigeshagen, in (1197) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 638; Druck: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1 Urkundenbuch Nr. 90, S. 125-128, vgl. List, Spieskappel, S. 38-44]
- Gerwigeshagen, de (1231)
- Gerwineshagen (1280)
- Gerwishain (1295)
- Gerwinshayn (1330)
- Gerwigeshain (1368)
- Gerbisheim (1576) [Flurname]
Bezeichnung der Siedlung
- villa 1245 (Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1 Urkundenbuch Nr. 131)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3504572, 5640820
UTM: 32 U 504496 5639004
WGS84: 50.902671° N, 9.063939° O
Statistik
Ortskennziffer
53401601002
Einwohnerstatistik
- Nach 1368: wüst
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1368: Amt Schönstein
Altkreis
Ziegenhain
Herrschaft
- 1245 trägt Ritter Gerlach von Allendorf dem Erzstift Mainz ein Drittel des Dorfes Gerwigshain, bisher sein Eigentum, zu Lehen auf.
- Vor 1294 ist das Gericht fuldisches Lehen der Grafen von Ziegenhain.
- 1294 vertauschen die Grafen Gerwigshain samt dem Gericht an Kloster Haina; 1350 zurückgetauscht.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1197 verfügt Kloster Spieskappel über Einkünfte in Höhe von 4 Schilling in Gerwigshain.
- 1280 übergibt Reinhard von Altenburg mit Zustimmung seiner Erben Güter zu Josbach und Gerwigshain an Kloster Hachborn.
- 1284 vertauschen die Grafen von Ziegenhain Kloster Haina unter anderem einige Äcker genannt Schet, die einst zum Dorf Gerwigshain geschlagen wurden und bis an die Landstraße (strata publica que lant straz dicitur) reichen sollen (Klosterarchiv V Nr. 735).
- 1294 vertauschen die Grafen von Ziegenhain Gerwigshain mit allem Zubehör an Kloster Haina (vgl. Herrschaft).
- 1297 übertragen die von Gerwigshain ihre Güter dem Kloster Haina;1303/04 begegnet Eckehard von Gerwigshain als Großkellner des Klosters.
- 1330 verzichten die von Linsingen gegenüber Haina auf ihren Anspruch am Markrecht zu Gerwigshain.
- 1339 bekunden der Wäppner Wideko von Mengsberg und seine Frau, dass Kloster Haina ihnen und ihrem ältesten überlebenden Sohn auf Lebenszeit Güter verliehen hat, wobei sich das Kloster den großen Zehnten vorbehält. Sie haben dort im nächsten Jahr wie die übrigen Landsiedel Gebäude zu errichten, um selbst dort zu wohnen.
Zehntverhältnisse
1252 belehnen die Grafen von Ziegenhain ihren Ministerialen Ritter Bruno von Gerwigshain und dessen Erben mit der Hälfte des Zehnten zu Gerwigshain.
1295 übertragen die Grafen 1000 Viertel des Zehnten, mit dem bislang die Krug belehnt waren, auf deren Bitten an Kloster Haina.
1308 übertragen die Grafen dem Kloster ein weiteres Viertel der Krug und ihrer Ganerben.
1339 bekunden der Wäppner Wideko von Mengsberg und seine Frau, dass Kloster Haina ihnen und ihrem ältesten überlebenden Sohn auf Lebenszeit Güter verliehen hat, wobei sich das Kloster den großen Zehnten vorbehält (vgl. Besitz).
1354 bestätigt das Erzstift Mainz dem Kloster den Zehnten zu Gerwigshain.
Ortsadel
1231-1297
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Rechtsstellung der ehemaligen Kirche unsicher
Patronat
Möglicherweise Pfarrkirche mit Patronat des Klosters Haina 1350 (Klosterarchive VI Nr. 590)
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Neustadt
Nachweise
Literatur
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gerwigshain, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9421_gerwigshain> (aufgerufen am 08.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9421