Diedenshausen

Die Lage von Diedenshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11,5 km südöstlich Biedenkopf
Lage und Verkehrslage
Zweigliedriges Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung in Talmündungslage.
Straße von Damshausen verzweigt sich etwa in Ortsmitte nach Sinkershausen und Weitershausen. Alte Landstraße Siegen - Marburg führte durch Diedenshausen gekreuzt von der alten Straße Wetzlar -Gladenbach - Wetter.
Ersterwähnung
1237
Siedlungsentwicklung
In der Gemeinde: Untermühle, Obermühle
Historische Namensformen
- Didinshusen, de (1237) [Regesten zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe 2, XXXIII (Siegfried III.), S. 248, Nr. 271; Gudenus, Codex diplomaticus sive anecdotorum 1, S. 544-546, Nr. 221; vgl. auch Diefenbach, Kreis Marburg S. 39, Anm. 58]
- Dudinshusen (1338) [Kopiar] (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 171 Z813)
- Didenshusen (1338) [Kopiar] (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 171 Z813)
- Diedentzhußen (1502)
- Dientshausen (1630)
- Dietenshausen (1854)
Umlegung der Flur
1937/1949
Älteste Gemarkungskarte
um 1830
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3472681, 5631444
UTM: 32 U 472618 5629631
WGS84: 50.817761° N, 8.611288° O
Statistik
Ortskennziffer
534010020
Flächennutzungsstatistik
- 1854 (Morgen): 1614, davon 528 Acker (= 32.71 %), 311 Wiesen (= 19.27 %), 695 Wald (= 43.06 %)
- 1885 (Hektar): 405, davon 148 Ackert (= 36.54 %), 60 Wiesen (= 14.81 %), 179 Holz (= 44.20 %)
- 1961 (Hektar): 404, davon 167 Wald (= 41.34 %)
Einwohnerstatistik
- 1502: 10 Männer
- 1577: 9 Hausgesesse
- 1630: 8 Untertanen
- 1630: 8 zweispännige Ackerländer
- 1677: keine Angabe
- 1742: 19 Haushalte
- 1867 (Erwerbspersonen): 32 Landwirtschaft, 5 Gewerbe und Industrie, laut Gemeindeverwaltung
- 1885: 157 evangelisch, 0 katholisch
- 1961 (Erwerbspersonen): 57 Land- und Forstwirtschaft, 20 produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und sonstiges
- 1961: 126, davon 120 evangelisch (= 95.24 %), 6 katholisch (= 4.76 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Um 1400: Gericht Gladenbach
- 1483 fehlend unter den Orten des Gericht Gladenbach; 1524 Gericht Reizberg zugerechnet (Lennarz S. 202), später wieder Gericht (1586: Unterger.) Gladenbach im Amt Blankenstein
- 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
- 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
- 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
- 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Biedenkopf
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1974 wurde Diedenshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach als Stadtteil eingegliedert.
Gericht
- 1821: Landgericht Gladenbach
- April 1853: Landgericht Biedenkopf
- Oktober 1853: Landgericht Gladenbach
- 1867: Amtsgericht Gladenbach
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Felge von jeweils 1 Beständer bewirtschaftet
- Diedenshausener Zehnte ist 1338 nassauisch
- 1577 wird der Güterbesitz der Schenken zu Schweinsberg von 5 Beständern, der Güterbesitz der Döring, der von Breidenbach und der Universität Marburg jeweils von 2 Beständern, der Güterbesitz der Rode und der Familie nassau-dillenburgisches Lehen der Döring
- 1577: Döring
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
Im 15. Jahrhundert zeitweise Filiale von Weitershausen (Wüstungdtwein III S. 307) 1577 und später: Filiale von Gladenbach
Bekenntniswechsel
Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach
Kultur
Schulen
1891 Volksschule gemeinsam mit Damshausen, zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
1577: Mühle im Dorf genannt, damals an die Schenken zu Schweinsberg zinsend
1630: so genannte Unter- und Obermühle in Diedenshausen genannt
Die Obermühle mit 4 Gängen gehörte damals den von Breidenbach
1702 und später Obermühle am nördlichen Ortsrand, Untermühle 0,6 km südlich abgesetzt vom Ort
Mühlenbetrieb in beiden Mühlen in den 1920er Jahren eingestellt
Um 1840: Nickelbergbau in der Grube Ludwigslust
Erze seit 1873 in der Aurorahütte geschmolzen
Auf ehemalige Schürftätigkeit in der Gemeinde deutet ferner der Flurname Gerngrube an der südöstlichen Gemeindegrenze
Auf ehemalige Köhlerei deutet der Flurname Auf dem Gebrannten am Südwest-Rand der Gemeinde
Nachweise
Literatur
- K. Huth, Dautphe. Herz einer geschichtlichen Kulturlandschaft (1973)
- R. Acker, Die Kirche zu Diedenshausen. In: Aus der Vergangenheit unserer Heimat (Marburg) Nr. 39 (1950)
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete, S. 211
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Diedenshausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9460_diedenshausen> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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