Diedenshausen

Dorf · 275 m über NN  
Gemeinde
Gladenbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

11,5 km südöstlich Biedenkopf

Lage und Verkehrslage

Zweigliedriges Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung in Talmündungslage.
Straße von Damshausen verzweigt sich etwa in Ortsmitte nach Sinkershausen und Weitershausen. Alte Landstraße Siegen - Marburg führte durch Diedenshausen gekreuzt von der alten Straße Wetzlar -Gladenbach - Wetter.

Ersterwähnung

1237

Siedlungsentwicklung

In der Gemeinde: Untermühle, Obermühle

Historische Namensformen

Umlegung der Flur

1937/1949

Älteste Gemarkungskarte

um 1830

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3472681, 5631444
UTM: 32 U 472618 5629631
WGS84: 50.817761° N, 8.611288° O

Statistik

Ortskennziffer

534010020

Flächennutzungsstatistik

  • 1854 (Morgen): 1614, davon 528 Acker (= 32.71 %), 311 Wiesen (= 19.27 %), 695 Wald (= 43.06 %)
  • 1885 (Hektar): 405, davon 148 Ackert (= 36.54 %), 60 Wiesen (= 14.81 %), 179 Holz (= 44.20 %)
  • 1961 (Hektar): 404, davon 167 Wald (= 41.34 %)

Einwohnerstatistik

  • 1502: 10 Männer
  • 1577: 9 Hausgesesse
  • 1630: 8 Untertanen
  • 1630: 8 zweispännige Ackerländer
  • 1677: keine Angabe
  • 1742: 19 Haushalte
  • 1867 (Erwerbspersonen): 32 Landwirtschaft, 5 Gewerbe und Industrie, laut Gemeindeverwaltung
  • 1885: 157 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 57 Land- und Forstwirtschaft, 20 produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1961: 126, davon 120 evangelisch (= 95.24 %), 6 katholisch (= 4.76 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • Um 1400: Gericht Gladenbach
  • 1483 fehlend unter den Orten des Gericht Gladenbach; 1524 Gericht Reizberg zugerechnet (Lennarz S. 202), später wieder Gericht (1586: Unterger.) Gladenbach im Amt Blankenstein
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis

Biedenkopf

Gemeindeentwicklung

Am 1.7.1974 wurde Diedenshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach als Stadtteil eingegliedert.

Gericht

  • 1821: Landgericht Gladenbach
  • April 1853: Landgericht Biedenkopf
  • Oktober 1853: Landgericht Gladenbach
  • 1867: Amtsgericht Gladenbach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Felge von jeweils 1 Beständer bewirtschaftet
  • Diedenshausener Zehnte ist 1338 nassauisch
  • 1577 wird der Güterbesitz der Schenken zu Schweinsberg von 5 Beständern, der Güterbesitz der Döring, der von Breidenbach und der Universität Marburg jeweils von 2 Beständern, der Güterbesitz der Rode und der Familie nassau-dillenburgisches Lehen der Döring
  • 1577: Döring

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

Im 15. Jahrhundert zeitweise Filiale von Weitershausen (Wüstungdtwein III S. 307) 1577 und später: Filiale von Gladenbach

Bekenntniswechsel

Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach

Kultur

Schulen

1891 Volksschule gemeinsam mit Damshausen, zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

1577: Mühle im Dorf genannt, damals an die Schenken zu Schweinsberg zinsend
1630: so genannte Unter- und Obermühle in Diedenshausen genannt
Die Obermühle mit 4 Gängen gehörte damals den von Breidenbach
1702 und später Obermühle am nördlichen Ortsrand, Untermühle 0,6 km südlich abgesetzt vom Ort
Mühlenbetrieb in beiden Mühlen in den 1920er Jahren eingestellt
Um 1840: Nickelbergbau in der Grube Ludwigslust
Erze seit 1873 in der Aurorahütte geschmolzen
Auf ehemalige Schürftätigkeit in der Gemeinde deutet ferner der Flurname Gerngrube an der südöstlichen Gemeindegrenze
Auf ehemalige Köhlerei deutet der Flurname Auf dem Gebrannten am Südwest-Rand der Gemeinde

Nachweise

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Diedenshausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9460_diedenshausen> (aufgerufen am 13.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9460