Lohre

Die Lage von Lohre im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11 km westsüdwestlich von Melsungen
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am linken Ufer der Eder außerhalb des Überschwemmungsgebiets. Kirche in leicht erhöhter Lage im Westen. Im Süden verläuft die L 3426 von Fritzlar nach Felsberg
Ersterwähnung
1123
Historische Namensformen
- Lare, in (1123) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 591; Druck: Mainzer Urkundenbuch 1, S. 417-420, Nr. 514]
- Lare, in (1209) [Karl E. Demandt, Besitz des Fritzlarer Petersstiftes im 13. Jahrhundert, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, 61 (1936), S. 35-120, hier S. 96]
- Lar (vor 1368) [Kopiar Landgrafen-Regesten online Nr. 993; Druck: Helbig, Amt Homberg, S. 117 f., Nr. 8 (allerdings zu 1338-1350)]
- Lare (1453) [HStAM Bestand Urk. 20 Nr. 205]
- Lhore (1555) [Felsberger Salbuch HStAM Bestand S Nr. 304]
- Lora (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Lora (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 6]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (vor 1368)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1899
Älteste Gemarkungskarte
1685
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3527164, 5665275
UTM: 32 U 527079 5663449
WGS84: 51.12187° N, 9.386925° O
Statistik
Ortskennziffer
634003110
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 413, davon 275 Acker (= 66.59 %), 70 Wiesen (= 16.95 %), 5 Holzungen (= 1.21 %)
- 1961 (Hektar): 413, davon 0 Wald
Einwohnerstatistik
- 1585: 19 Haushalte (Der ökonomische Staat)
- 1747: 29 Haushalte (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 317, davon 317 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 334, davon 294 evangelisch (= 88.02 %), 38 katholisch (= 11.38 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1403/05: Landgrafschaft Hessen, Amt Felsberg
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg, Grebenstuhl Niedermöllrich
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Felsberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Melsungen
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit Felsberg und Böddiger zur Stadtgemeinde Felsberg zusammengeschlossen.
Gericht
- 1403/05: Niedergericht derer von Holzahausen
- vor 1822: Kurhessisches Amt Felsberg
- 1822: Justizamt Felsberg
- 1867: Amtgericht Felsberg
- 1879: Amtsgericht Felsberg
- 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Felsberg)
- 1970: Amtsgericht Melsungen
Herrschaft
- Vor 1368 ist das Dorf Lohre als landgräfliches Burglehen an den Ritter Otto von Holzheim ausgetan.
- 1430 erhielt Reinhard von Dalwigk das nach dem Tod Otto Hunds von Holzhausen heimgefallene Dorf von den Landgrafen von Hessen zu Lehen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1123 bestätigt der Mainzer Erzbischof Adalbert I. dem Kloster Hasungen die Übertragung eines Mansus in Lohre durch einen Kleriker namens Rǒcelin.
- 1453 kommt es zu einem Streit zwischen der Karthause Eppenberg und den Gemeindevertretern von Lohre. Beide sollten sich des Fraasens zu Laare in gleicherweise gebrauchen.
Zehntverhältnisse
1209 und 1310 hat das Petersstift Fritzlar Anteile an den Zehnteinkünften in Lohre
Ortsadel
1318 Adliger
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Kirche (1323 rector eccl.) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 227]
- Pleban (1334)
- Heutiger Bau 1787 errichtet.
Pfarrzugehörigkeit
Die ursprünglich selbstständige Pfarrei stand 1536 unter dem Dekanat Gensungen. 1569 und 1585 ist sie Filial von Niedermöllrich. So 1872 und 1994.
Patronat
Das Patronat hatte das Kloster Breitenau inne.
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Andreas Lauffer ca. 1527 bis ca. 1545, ehemaliger Mönch im Kloster Breitenau
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Erzpriestersprengel Gensungen
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- 875 Jahre Lohre
- Heimerich, Eppenberg, S. 93,181
- Krummel, Ämter, S. 45-53
- Historisches Ortslexikon KurhessenS. 309
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 518
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lohre, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4941_lohre> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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