Schönborn

Die Lage von Schönborn im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
4,5 km nordöstlich von Ziegenhain
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf einem breiten, von Südosten nach Nordwesten abfallenden Hang. Die sichelförmig ausgeprägte Siedlungsachse entspricht dem Verlauf der örtlichen Hauptstraße.
Straße von Obergrenzebach - Leimsfeld führt am östlichen Ortsrand vorbei.
Auf sie trifft Straße von Niedergrenzebach.
Ersterwähnung
1260
Historische Namensformen
- Sconenburnen (1260) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 75]
- Sconenburnen, de (1267) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 113]
- Schonenborne (1405) (UA Ziegenhain)
- Schomborne (1436) (UA Ziegenhain)
- Schonborn (1585)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Ruchmühle,
- Wüstung Bubenhausen.
Umlegung der Flur
1910/1911
Älteste Gemarkungskarte
ca. 1711
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3520406, 5644017
UTM: 32 U 520324 5642199
WGS84: 50.931067° N, 9.289208° O
Statistik
Ortskennziffer
634004110
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 317 stellbares Land, 148 Wiesen, 20 Gärten, 10 Triesche.
- 1885 (Hektar): 153, davon 89 Acker (= 58.17 %), 40 Wiesen (= 26.14 %), 16 Holzungen (= 10.46 %)
- 1961 (Hektar): 152, davon 11 Wald (= 7.24 %)
Einwohnerstatistik
- 1502: 6 Männer. 1585: 10 Hausgesesse.
- 1639: 6 Männer, 1 Witwe. 1681: 5 Hausgesesse.
- 1747: 1 Schneider, 1 Müller, 6 Ackerleute.
- 1747: 12 Wohnhäuser einschließlich 1 Mühle, 75 Einwohner.
- 1834: 115, 1885: 116 Einwohner.
- 1838 (Familien): 10 Ackerbau, 1 Gewerbe, 7 Tagelöhner.
- 1861: 132 evangelisch-reformierte Einwohner.
- 1885: 116, davon 116 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1925: 151, 1939: 139, 1950: 210, 1961: 149 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 50 Land- und Forstwirtschaft, 23 produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 4 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 149, davon 137 evangelisch (= 91.95 %), 12 katholisch (= 8.05 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- ab 1436: Amt Ziegenhain
- 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Ziegenhain
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Ziegenhain
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Ziegenhain
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinden Leimsfeld, Obergrenzebach und Schönborn zur neu gebildeten Gemeinde Grenzebach. Diese ging am 1.1.1974 in der Gemeinde Frielendorf auf, wodurch Leimsfeld zu dessen Ortsteil wurde.
Gericht
- 1822: Justizamt Ziegenhain.
- Seit 1867: Amtsgericht Ziegenhain.
- Seit 1945: Amtsgericht Treysa.
Herrschaft
- Das Dorf war Allod der Herren von Löwenstein.
- Durch Erbteilung gelangte es nach dem Tode Werners von Bischofshausen (1262) an die Romroder Linie des Geschlechts.
- 1405 versetzt Werner von Löwenstein seinem Schwager Henne von Rückershausen (dem Alten) und dessen Erben sein Dorf Schönborn mit allem Zubehör für 100 rheinische Gulden.
- 1436 verkaufen Heinrich von Löwenstein und seine Angehörigen ihr Dorf Schönborn an Graf Johann von Ziegenhain.
- Seitdem Zubehör des Amtes Ziegenhain (vgl. Verwaltungsbezirk).
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1424 übereignet Abt Johann Rotzmaul von Spieskappel dem Siechenhaus ein Vorwerk zu Schönborn.
- 1522 besitzt Kloster Spieskappel noch zwei kleine Güter in Schönborn.
Zehntverhältnisse
1365 erwirbt Kloster Spieskappel von den Grafen von Ziegenhain als Pfandschaft den großen und kleinen Zehnten in Schönborn. Noch 1522 im Besitz des Klosters.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1527 und später: nach Niedergrenzebach eingepfarrt.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Treysa.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1747: 1 Mühle mit 1 Müller (vgl. Einwohnerstatistik).
Nachweise
Literatur
- Schunder, Die von Loewenstein 2, Band 1, S. 136
- Historisches Ortslexikon Ziegenhain, S. 179 f.
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 430
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schönborn, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4740_schoenborn> (aufgerufen am 07.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4740