Sachsenhausen

Die Lage von Sachsenhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10 km westlich von Ziegenhain.
Lage und Verkehrslage
Straßendorf auf einem nach Südosten auslaufenden Hang. Die Siedlungsachse bildet die Treysaer Straße (von Gilserberg bzw. Sachsenhausen nach Treysa führend). Kirche am West-Rand des Ortes in exponierter Lage. Die Treysaer Straße führt als Siedlungsachse des Dorfes von Gilserberg bzw. Sachsenhausen nach Treysa.
Ersterwähnung
1224
Siedlungsentwicklung
Von den 1368 genannten beiden Siedlungen Sachsenhausen dürfte die eine mit dem bestehenden Sachsenhausen, die andere mit der Wüstung Niederdorf (Flurname 1,4 km südöstlich von Sachsenhausen) identisch sein (s. d.).
Historische Namensformen
- Sassenhusen (1224) (1233) [XVII, Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1 Nr. 31 bzw. 72]
- Sassinhusen, beide (1368) [Ziegenhainer Regesten online Nr. 1035]
- Sachsenhausen (1776)
Bezeichnung der Siedlung
- villa 1233 (Klosterarchiv V Nr. 31 bzw. 72).
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1948/1954
Älteste Gemarkungskarte
1755
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3507032, 5644139
UTM: 32 U 506955 5642321
WGS84: 50.932481° N, 9.098973° O
Statistik
Ortskennziffer
634006070
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 554 stellbares Land, 187 Wiesen, 40 Gärten, 341 Triesche.
- 1885 (Hektar): 439, davon 167 Acker (= 38.04 %), 45 Wiesen (= 10.25 %), 198 Holzungen (= 45.10 %)
- 1961 (Hektar): 461, davon 189 Wald (= 41.00 %)
Einwohnerstatistik
- 1576: 13, 1585: 18 Hausgesesse.
- 1639: 4 Männer, 4 Witwen. 1681: 10 Hausgesesse.
- 1776: 2 Wagner, 1 Schmied, 1 Böttner, 1 Schneider, 5 Leineweber, 2 Maurer, 1 Pottaschensieder, 1 Branntweinbrenner und -schenker, 1 Müller, 1 Schäfer, 6 Tagelöhner(-innen).
- 1776: 203 Einwohner.
- 1838 (Familien): 20 Ackerbau, 25 Gewerbe, 24 Tagelöhner.
- 1838: 333, 1885: 290 Einwohner.
- 1861: 341 evangelisch-reformierte Einwohner.
- 1885: 290, davon 290 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1925: 289, 1939: 312, 1950: 386, 1961: 327 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 107 Land- und Forstwirtschaft, 47 produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 12 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 327, davon 295 evangelisch (= 90.21 %), 32 katholisch (= 9.79 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1360/67: Gericht Frankenhain,
- 1368 und später: Amt Schönstein
- 1807 -1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Jesberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Ziegenhain
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Gilserberg zusammengeschlossen, deren Ortsteil Sachsenhausen wurde.
Gericht
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1224 vertauscht das Erzstift Mainz an Kloster Haina seine Güter in Sachsenhausen gegen Einkünfte des Klosters in Niederofleiden und Haarhausen.
- 1233 vertauscht Kloster Haina den Grafen von Ziegenhain das gesamte Eigentumsrecht im Dorf Sachsenhausen, ausgenommen das Waldrecht der Bauern.
- Um 1240 bestätigen Burggraf Burkhard von Magdeburg und seine Frau Sophie dem Kloster Haina, dass Graf Friedrich von Wildlingen (gestorben vor 1227) mit Zustimmung seiner Erben Haina Güter im Dorf Sachsenhausen übergeben hatte.
- 1300 vermacht die Familie des Neustädter Bürgers Ludwig genannt Hane ihre sämtlichen Eigengüter in Dorf und Gemarkung Sachsenhausen Kloster Haina.
- 1374 verleiht das Kloster seine beiden Güter in Sachsenhausen zu Landsiedelrecht an Wigand Bornmann und dessen Erben.
- 1576 sind der Rottzehnte sowie 11 halbe Hufen in Sachsenhausen landgräflich.
Zehntverhältnisse
1576 sind der Rottzehnte sowie 11 halbe Hufen in Sachsenhausen landgräflich.
Um 1585 steht der Zehnte zu Sachsenhausen den von Urff und von Gilsa je zur Hälfte zu.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Pfarrer ca. 1543 genannt (Hütteroth, Die althessischen Pfarrer, S. 535.).
Pfarrzugehörigkeit
1567: Appenhain eingepfarrt.
1569 und 1580 werden ferner die früher selbstständigen Pfarreien Itzenhain, Winterscheid, Heimbach und Lischeid von Sachsenhausen aus versehen.
Eingepfarrt nach Sachsenhausen sind 1585: Appenhain, Winterscheid, Lischeid, Heimbach, Itzenhain.
1624-1673 ist Sachsenhausen nach Josbach eingepfarrt, dann wieder selbständige Pfarrei.
1780 sind Appenhain mit Itzenhain und Hof Bellnhausen, Heimbach, Lischeid, Winterscheid nach Sachsenhausen eingepfarrt.
1903 werden Heimbach, Lischeid und Winterscheid ausgepfarrt.
Patronat
1569 landgräflich.
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Johann Lotze ca. 1543
Reformierter Bekenntniswechsel: 1605, 1624 lutherisch, 1673 wieder reformiert
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Treysa.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1776: 1 Müller (vgl. Einwohnerstatistik).
Nachweise
Literatur
- Hütteroth, Die althessischen Pfarrer, S. 535.
- Historisches Ortslexikon Ziegenhain, S. 170 f.
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 417.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sachsenhausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4723_sachsenhausen> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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