Sachsenhausen

Dorf · 320 m über NN  
Gemeinde
Gilserberg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

10 km westlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage

Straßendorf auf einem nach Südosten auslaufenden Hang. Die Siedlungsachse bildet die Treysaer Straße (von Gilserberg bzw. Sachsenhausen nach Treysa führend). Kirche am West-Rand des Ortes in exponierter Lage. Die Treysaer Straße führt als Siedlungsachse des Dorfes von Gilserberg bzw. Sachsenhausen nach Treysa.

Ersterwähnung

1224

Siedlungsentwicklung

Von den 1368 genannten beiden Siedlungen Sachsenhausen dürfte die eine mit dem bestehenden Sachsenhausen, die andere mit der Wüstung Niederdorf (Flurname 1,4 km südöstlich von Sachsenhausen) identisch sein (s. d.).

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa 1233 (Klosterarchiv V Nr. 31 bzw. 72).

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1948/1954

Älteste Gemarkungskarte

1755

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3507032, 5644139
UTM: 32 U 506955 5642321
WGS84: 50.932481° N, 9.098973° O

Statistik

Ortskennziffer

634006070

Flächennutzungsstatistik

  • 1838 (Kasseler Acker): 554 stellbares Land, 187 Wiesen, 40 Gärten, 341 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 439, davon 167 Acker (= 38.04 %), 45 Wiesen (= 10.25 %), 198 Holzungen (= 45.10 %)
  • 1961 (Hektar): 461, davon 189 Wald (= 41.00 %)

Einwohnerstatistik

  • 1576: 13, 1585: 18 Hausgesesse.
  • 1639: 4 Männer, 4 Witwen. 1681: 10 Hausgesesse.
  • 1776: 2 Wagner, 1 Schmied, 1 Böttner, 1 Schneider, 5 Leineweber, 2 Maurer, 1 Pottaschensieder, 1 Branntweinbrenner und -schenker, 1 Müller, 1 Schäfer, 6 Tagelöhner(-innen).
  • 1776: 203 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 20 Ackerbau, 25 Gewerbe, 24 Tagelöhner.
  • 1838: 333, 1885: 290 Einwohner.
  • 1861: 341 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 290, davon 290 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 289, 1939: 312, 1950: 386, 1961: 327 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 107 Land- und Forstwirtschaft, 47 produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 12 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 327, davon 295 evangelisch (= 90.21 %), 32 katholisch (= 9.79 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1360/67: Gericht Frankenhain,
  • 1368 und später: Amt Schönstein
  • 1807 -1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Jesberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis

Ziegenhain

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Gilserberg zusammengeschlossen, deren Ortsteil Sachsenhausen wurde.

Gericht

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1224 vertauscht das Erzstift Mainz an Kloster Haina seine Güter in Sachsenhausen gegen Einkünfte des Klosters in Niederofleiden und Haarhausen.
  • 1233 vertauscht Kloster Haina den Grafen von Ziegenhain das gesamte Eigentumsrecht im Dorf Sachsenhausen, ausgenommen das Waldrecht der Bauern.
  • Um 1240 bestätigen Burggraf Burkhard von Magdeburg und seine Frau Sophie dem Kloster Haina, dass Graf Friedrich von Wildlingen (gestorben vor 1227) mit Zustimmung seiner Erben Haina Güter im Dorf Sachsenhausen übergeben hatte.
  • 1300 vermacht die Familie des Neustädter Bürgers Ludwig genannt Hane ihre sämtlichen Eigengüter in Dorf und Gemarkung Sachsenhausen Kloster Haina.
  • 1374 verleiht das Kloster seine beiden Güter in Sachsenhausen zu Landsiedelrecht an Wigand Bornmann und dessen Erben.
  • 1576 sind der Rottzehnte sowie 11 halbe Hufen in Sachsenhausen landgräflich.

Zehntverhältnisse

1576 sind der Rottzehnte sowie 11 halbe Hufen in Sachsenhausen landgräflich.
Um 1585 steht der Zehnte zu Sachsenhausen den von Urff und von Gilsa je zur Hälfte zu.

Kirche und Religion

Ortskirchen

Pfarrzugehörigkeit

1567: Appenhain eingepfarrt.
1569 und 1580 werden ferner die früher selbstständigen Pfarreien Itzenhain, Winterscheid, Heimbach und Lischeid von Sachsenhausen aus versehen.
Eingepfarrt nach Sachsenhausen sind 1585: Appenhain, Winterscheid, Lischeid, Heimbach, Itzenhain.
1624-1673 ist Sachsenhausen nach Josbach eingepfarrt, dann wieder selbständige Pfarrei.
1780 sind Appenhain mit Itzenhain und Hof Bellnhausen, Heimbach, Lischeid, Winterscheid nach Sachsenhausen eingepfarrt.
1903 werden Heimbach, Lischeid und Winterscheid ausgepfarrt.

Patronat

1569 landgräflich.

Bekenntniswechsel

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Lotze ca. 1543
Reformierter Bekenntniswechsel: 1605, 1624 lutherisch, 1673 wieder reformiert

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Sendbezirk Treysa.

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1776: 1 Müller (vgl. Einwohnerstatistik).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Sachsenhausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4723_sachsenhausen> (aufgerufen am 12.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4723