Ascherode

Die Lage von Ascherode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
1,5 km südwestlich von Ziegenhain
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits eines kleinen Seitentals der Schwalmniederung. Kirche in erhöhter Lage (sogenannter Kirchberg) am Südrand oberhalb der Siedlung. Moderne Bebauung im Westen und Osten beiderseits der Straße Treysa - Ziegenhain. Straße Treysa - Ziegenhain.
Ersterwähnung
1090
Historische Namensformen
- Eskenenroderen, de (1072/1090) (Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1 Nr. 114)
- Eschinroderen
- Eschenerode
- Aschenrode
- Eschenrodere
- Eschenrode
- Aschenroder
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf 1306 (Klosterarchiv VI Nr. 88)
Umlegung der Flur
1907/1944
Älteste Gemarkungskarte
1720
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3515166, 5641046
UTM: 32 U 515086 5639229
WGS84: 50.904522° N, 9.21455° O
Statistik
Ortskennziffer
634022020
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 700 stellbares Land, 200 Wiesen, 30 Gärten, 22 Triesche
- 1885 (Hektar): 287, davon 172 Acker (= 59.93 %), 58 Wiesen (= 20.21 %), 31 Holzungen (= 10.80 %)
- 1961 (Hektar): 262, davon 0 Wald
Einwohnerstatistik
- 1502: 12 Männer, 1585: 16 Hausgesesse
- 1639: 6 Bauern, 3 Einzelne, 1 Witwe. 1681: 10 Hausgesesse
- 1747: 17 Feuerstellen, 131 Einwohner
- 1747: 2 Leineweber, 1 Fuhrmann. 1838 (Familien): 13 Ackerbau, 9 Gewerbe, 5 Tagelöhner
- 1834: 200, 1885: 196 Einwohner
- 1861: 190 evangelisch-reformierte Einwohner
- 1885: 196, davon 193 evangelisch (= 98.47 %), 3 katholisch (= 1.53 %)
- 1925: 315, 1939: 410, 1950: 583, 1961: 557 Einwohner
- 1961 (Erwerbspersonen): 96 Land- und Forstwirtschaft, 125 produzierendes Gewerbe, 31 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges
- 1961: 557, davon 529 evangelisch (= 94.97 %), 24 katholisch (= 4.31 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1360/67 und später: Gericht auf den Wasen (Amt Ziegenhain)
- 1807-1813: Kurfürstentum Hessen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Treysa
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Ziegenhain
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Stadtgemeinde Schwalmstadt, deren Stadtteil Ascherode wurde.
Gericht
- 1822: Justizamt Ziegenhain
- seit 1867: Amtsgericht Ziegenhain
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1259 tragen die von Leimsfeld den Grafen von Ziegenhain als Ersatz für den Zehnten zu Rengershausen ihr Eigengut in Ascherode zu Lehen auf.
- 1262 übereignen die von Goßfelden Kloster Haina ihre Güter zu Ascherode.
- 1306 verkaufen die von Heimbach Haina die Hälfte ihrer Güter im Dorf. Die andere Hälfte erwirbt Haina von den von Heimbach 1308.
- 1343 verzichtet Kloster Hersfeld gegenüber Haina auf die lehnsherrlichen Rechte an diesen Gütern.
- 1350 vertauschen die Grafen von Ziegenhain Kloster Haina ihren Hof zu Ascherode.
- Vor 1367 erwirbt Graf Gottfried VII. von Ziegenhain ein Haus mit Garten und Acker.
- 1384 kauft der Treysaer Bürger Henne Floyder von Haina für 60 Mark Pfennige dessen Vorwerk zu Ascherode.
Zehntverhältnisse
1349 bekunden die Riedesel gegenüber den Grafen von Ziegenhain, dass die Verpfändung des Zehnten zu Ascherode durch Ruprecht Baroch mit ihrem Einverständnis erfolgt sei.
1365 ist ein Teil des Zehnten ziegenhainisches Lehen der von Rückershausen und von Linsingen.
Ortsadel
1253 (Klosterarchiv V Nr. 214).
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Pleban Hartmann von Ascherode 1231 genannt (Klosterarchiv V Nr. 67 f.).
Pfarrzugehörigkeit
1569 und später: nach Treysa eingepfarrt
Bekenntniswechsel
Da Filial von Treysa, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Treysaer Pfarrer Nikolaus Ulner (Ulifex), der bereits um 1523 evangelisch predigte.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ascherode, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4529_ascherode> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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