Wörsdorf

Die Lage von Wörsdorf im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
16,5 km nordöstlich von Bad Schwalbach
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen im Goldenen Grund.
Historische Namensformen
- Wertorph (772/773) [Zuordnung umstritten]
- Wertorph (791)
- Wersdorf (1184)
- Wersdorph (1230/31) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, S. 17-18, Nr. 19]
- Werstorf (1235)
- Wersdorp (1285)
- Wirstorf (1392)
- Werstorff (1475)
- Wirsdorff (1477)
- Würsdorff
- Wersdorff (15. Jahrhundert)
- Wirstorff (1542)
- Wirstroff (1566)
- Wirßdorff (1632)
- Wörstroff (1730)
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1230/31)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3446911, 5568007
UTM: 32 U 446857 5566220
WGS84: 50.245743° N, 8.254669° O
Statistik
Ortskennziffer
439008120
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 1477, davon 641 Acker (= 43.40 %), 92 Wiesen (= 6.23 %), 674 Holzungen (= 45.63 %)
- 1961 (Hektar): 1478, davon 671 Wald (= 45.40 %)
Einwohnerstatistik
- 1566: 71 Haushaltungen
- 1648: 16 Haushaltungen (einschließlich der Wüstung Fackenhofen)
- 1677: 24 Haushaltungen
- 1821: 453 Einwohner
- 1885: 810, davon 777 evangelisch (= 95.93 %), 33 katholisch (= 4.07 %)
- 1961: 1812, davon 1290 evangelisch (= 71.19 %), 483 katholisch (= 26.66 %)
- 1970: 2142
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1230/31: in comitia des Grafen Heinrich von Nassau
- 1566: Amt Idstein
- 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
- 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
- 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
- 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis
Altkreis
Untertaunuskreis
Gemeindeentwicklung
Am 1.10.1971 zur Stadt Idstein.
Gericht
- bis 1816: Oberamt Idstein
- 1816: Amt Idstein
- 1849: Justizamt Idstein
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
- 1867: Amtsgericht Idstein
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Im 8. Jahrhundert und noch 835 erfolgen zahlreiche Schenkungen an das Kloster Lorsch. 1184 wrid Wörsdorf unter den von Papst Lucius III. bestätigten Lehen des Klosters Bleidenstadt genannt. Um 1400 und im 15. Jahrhundert ist es als Lehen des Klosters in den Händen der Grafen von Nassau-Idstein.
- Um 1230/1231 überlässt Graf Heinrich von Nassau für seinen Bruder Robert dem Deutschen Orden zahlreiche freie Dörfer (villas quasdam liberas), darunter Wörsdorf. Güter des Ordens werden 1367 durch Graf Adolf I. von Nassau-Idstein von Abgaben und Diensten befreit. Um 1439 verfügt der Orden zumindest noch über Grundbesitz, der aber dem Stift St. Martin zu Idstein zehntpflichtig ist.
- 1250/60 werden Katzenelnbogische Leibeigene genannt. 1250 übergibt Siegfried von Frauenstein dem Kloster Bleidenstadt eine Jahresrente von 3 Kölner Schilling von seinen Wörsdorfer Gütern.
- 1706 wird das sogenannte Bleidenstädter Hofgut für 1000 Gulden an Philipp Jost Lang verkauft.
Zehntverhältnisse
1336 geht der Zehnte von Bleidenstadt an Richwin, 1481 ist er an Nassau-Idstein verpachtet.
1364 übergibt der Edelknecht Heinrich von Fackenhofen dem Stift St. Martin in Idstein die Kapelle St. Mauritius mit dem Zehnten.
Ortsadel
1391
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1235: Pleban, 1736 Neubau einer Kirche an der Stelle einer älteren, baufälligen.
- Katholische Kirche 1961-62
Pfarrzugehörigkeit
1594 gehören die Wüstung Fackenhofen sowie Wallrabenstein zum Kirchspiel.
Patronat
1332 hat der Abt von Bleidenstadt das Patronatsrecht inne. 1542 kommt es zu Auseinandersetzungen mit Nassau-Idstein wegen des Rechtes, das Bleidenstadt 1594 entzogen wird, da es seinen Baupflichten nicht nachgekommen sein soll.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kirchliche Mittelbehörden
Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Kirberg
Kultur
Schulen
Schule seit etwa 1680 nachweisbar.
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1399 wird eine Mühle des Grafen Adolf II. von Nassau-Idstein genannt. 1653 herrschaftliche Ölmühle. Am Südostrand der Ortslage sogenannte Klein-Mühle.
Nachweise
Literatur
- Kehrein, Nassauisches Namenbuch, S. 291,
- Bach, Siedlungsnamen, S. 134,
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 184,
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 744,
- Schmidt, Nassau-Idstein, Teil II: Ortslexikon S. 155-159,
- Denkmaltopographie Rheingau-Taunus-Kreis 2, S. 419-425,
- Struck, Stifte in Weilburg, S. 526-527,
- Weidenbach, Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), online
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wörsdorf, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/10838_woersdorf> (aufgerufen am 26.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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