Ehlhalten

Die Lage von Ehlhalten im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11 km nordwestlich von Hofheim am Taunus
Lage und Verkehrslage
4,5 km nordwestlich von Eppstein, Ehlhalten liegt in einer Tallage des östlichen Hohen Taunus beiderseits des mittleren Dattenbachs. Am Dattenbach und der L 3027 gelegen
Ortsform
Doppel-Wegedorf
Ersterwähnung
um 1226-1239
Siedlungsentwicklung
Die heutige Siedlung erstreckt sich zwischen Am Dattenbach und Butznickel.
Historische Namensformen
- Elheldin (um 1226-1239) [Kleipa, Ersterwähnungen, S. 11-13, Falck, Mainzer Regesten 1, Nr. 21]
- Eilhelden (1290) (Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse 117)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- 1897: Neumühle (Hessenmühle)
- 1977: Haus Daimler, Haus Heist, Hessenmühle und Silberbachstraße
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3454889, 5560093
UTM: 32 U 454832 5558309
WGS84: 50.175262° N, 8.36745° O
Statistik
Ortskennziffer
436002020
Flächennutzungsstatistik
- 1843: 2748 Morgen
- 1885 (Hektar): 727, davon 163 Acker (= 22.42 %), 74 Wiesen (= 10.18 %), 467 Holzungen (= 64.24 %)
- 1895: 725,8 ha
- 1961 (Hektar): 726, davon 472 Wald (= 65.01 %)
Einwohnerstatistik
- 1543: 15 Hausgesessene östlich des Bachs
- 1581: 6 Herdstellen auf der östlichen Seite und weitere 18 auf Josbacher Seite
- 1587: 11 Häuser östlich des Bachs
- 1592: 10 Häuser östlich des Bachs und 15 Häuser auf Josbacher Seite
- 1612: 9 Häuser auf Fischbacher Seite und 11 Häuser auf Josbacher Seite
- 1623: je 10 Häuser auf beiden Seiten
- 1648: insges. 6 Häuser
- 1668: 20 Häuser und 87 Einwohner
- 1700: 107 Einwohner
- 1725: 125 Einwohner
- 1750: 162 Einwohner
- 1790: 43 Familien mit 237 Personen
- 1805: 19 Gemeindemitglieder und 3 Witwen östlich des Bachs
- 1817: 299 Einwohner
- 1885: 351, davon 8 evangelisch (= 2.28 %), 343 katholisch (= 97.72 %)
- 1961: 613, davon 63 evangelisch (= 10.28 %), 541 katholisch (= 88.25 %)
- 1970: 733 Einwohner
- 1987: 1199 Einwohner
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- undatiert: Westliche Eichelberger Mark
- undatiert: Östliche Oberliederbacher Mark
- 1433: Eppstein-Königstein,Kellerei Eppstein
- 1581: Kurmainz, Oberamt Königstein
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
- 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
- 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Obertaunuskreis
- 1919: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone
- 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
Altkreis
Main-Taunus-Kreis
Gemeindeentwicklung
Am 01.01.1977 schlossen sich Ehlhalten, Bremthal, Vockenhausen, Niederjosbach und Eppstein zur Stadt Eppstein zusammen.
Gericht
- 1482: Weistum und Ortsgericht bei der Kapelle unter der Linde
- Ab 1491 zum Landgericht Hof Häusel gehörig.
- 1816: Amt Königstein
- 1849: Justizamt Königstein
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Königstein
- 1867: Amtsgericht Königstein
Herrschaft
- 1433: Eppstein-Münzenberg
- 1581: Kurfürstentum Mainz
- 1803: Nassau-Usingen
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erhält das Kloster Arnstein Zinsen von 17 Personen in Ehlhalten.
- 1368 beziehen Konrad und Henne von Bommersheim 30 Gulden aus Ehlhalten.
- 1433 befindet sich der Dattenberg im Besitz der Herren von Eppstein.
- 1441 tasucht Graf Johann von Nassau-Idstein seine 8 Eigenleute an Gottfried von Eppstein.
Zehntverhältnisse
Um 1226-29 besitzt das Mainzer St. Stephansstift den Zehnten für eine Ortshälfte.
1290 hat Eppstein den Zehnten von St. Stephan übernommen.
1539 gehören der Kellerei Eppstein Bede, Korn- und Haferzehnten.
1668 gehören dem Pfarrer von Fischbach der große und kleine Zehnte auf Fischbacher Seite des Ortes und von der anderen Seite gehören dem Pfarrer von Schloßborn 1/3 des großen und kleinen Zehnten und die restlichen 2/3 gehen an den Kurfürsten.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1482: heiligen huiss
- 1724-1728: Pfarrer
- 1732: Kirchenneubau am Platz der alten Kapelle
- 1757: Einweihung der Kirche
- 1950/51: Umbau von St. Michael
Patrozinien
- Michael
Pfarrzugehörigkeit
1668 gehört der westliche Teil zu Fischbach und der östliche zu Oberjosbach.
1728 werden beide Ortsteile zusammengelegt und Schloßborn als Filial angegliedert.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation: vor 1582
Katholischer Bekenntniswechsel: ab 1604
Kirchliche Mittelbehörden
Seit 1107 zum Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz gehörig.
Kultur
Schulen
1724: Unterricht durch den Pfarrer
1733: eigene Lehrer
1800: Umbau eines Hauses zur Schule
1827-1971: Schule in der Langstraße
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
Anfang 14. Jahrhundert: molendinarius (Müller) von Haneberg
1433: Mahlmühle (Silbermühle)
1441: Schleifmühle
1539: 2 Schleifmühlen
1668: Mahlmühle am Silberbach sowie ehemalige Schleif- und Pulvermühlen
1706: Neumühle
1866: Hessenmühle
Zoll
Um 1280-1285 besitzt die Herrschaft Eppstein den Kappenzins.
1290 haben die Herren von Eppstein Grundzinsen und Vorhure (einmalige Abgabe beim Wechsel von Vermögenswerten z.B. bei Beendigung eines Pachtverhältnisses).
Nachweise
Quellen
Ersterwähnung (um 1226-1239): HStAD A 2 Nr. 165/6 (Mainz, St. Stephan); Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185)
Literatur
- Bethke, Main-Taunus-Land, S. 42-43
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 72
- Hessisches Städtebuch
- Knappe, Burgen in Hessen
- Niemeyer, Pagus
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 850
- Weidenbach, Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), online
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ehlhalten, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11326_ehlhalten> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11326