Altenhain

Die Lage von Altenhain im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8 km nordöstlich von Hofheim am Taunus
Lage und Verkehrslage
3 km nordwestlich von Bad Soden an der B 519, auf westlichen Vorstufe des Altkönigs Das im Vortaunus gelegene Dorf dehnt sich in einem Seitental des Sulzbaches aus.
Ortsform
Wegedorf
Ersterwähnung
um 1204-1232
Siedlungsentwicklung
Die Entwicklung des Dorfes ging vom Sulzbach hin zum nordöstlich gelegenen Johanniswald. Zwischen 1364 und 1366 wurde Altenhain im Rahmen des Reichskrieges gegen Philipp den Älteren von Falkenstein durch Frankfurter Truppen niedergebrannt. Die heutige Bebauung ertsreckt sich zwischen der Talstraße und der oberen Langstraße. Im Jahre 1972 wurde die Siedlung Johanniswald an Königstein (Stadtteil Schneidhain) abgegeben.
Historische Namensformen
- Aldenhagen (1282/83, aber auf Zeit um 1204-1232 bezogen) [Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 94, Nr. 217]
- Veteri indagine, in (1300) [Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse 124]
- Aldinhein (1348) [Nassauisches Urkundenbuch 1,3, S. 245, Nr. 2498]
- Aldin Hen (um 1366)
- Aldinhen (um 1366) [Bücher, Amtsurkunden 1]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3462332, 5557890
UTM: 32 U 462272 5556107
WGS84: 50.155978° N, 8.471856° O
Statistik
Ortskennziffer
436001010
Flächennutzungsstatistik
- 1843: 24 Morgen
- 1885 (Hektar): 326, davon 168 Acker (= 51.53 %), 55 Wiesen (= 16.87 %), 72 Holzungen (= 22.09 %)
- 1895: 326,2 ha
- 1927: 326,2 ha
- 1961 (Hektar): 326, davon 52 Wald (= 15.95 %)
- 1967: 326,2 ha
- 1972: 315,6 ha
- 1981: 312 ha
Einwohnerstatistik
- 1581: 24 Männer
- 1661: 24 Hofreiten
- 1790: 52 kath. Familien
- 1800: 44 Familien
- 1809: 76 Märkerlose
- 1817: 246 Einwohner
- 1885: 325, davon 15 evangelisch (= 4.62 %), 310 katholisch (= 95.38 %)
- 1961: 789, davon 145 evangelisch (= 18.38 %), 624 katholisch (= 79.09 %)
- 1970: 1095 Einwohner
- 1977: 1524 Einwohner
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein
- 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein
- 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
- 1919: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone
- 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
Altkreis
Main-Taunus-Kreis
Gemeindeentwicklung
Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurde Altenhain am 1.1.1977 in die neu gebildete Gemeinde Bad Soden am Taunus eingegliedert.
Gericht
- Im Mittelalter gehörte der Ort zum Landgericht Dieffenwegen. Daneben gab es ein zum Fronhof des Klosters Limburg in Sulzbach gehörendes höfisches Gericht. Noch 1654 und 1661 werden die 7 nichthöfischen und die 17 höfischen Hofreiten von einander unterschieden.
- 1816: Amt Königstein
- 1849: Justizamt Königstein
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Königstein
- 1867: Amtsgericht Königstein
Herrschaft
- Die Herrschaft über Altenhain ist mit der Vogtei des Klosters Limburg verbunden. Der königliche Besitz und die damit verbundenen Rechte gehen nach und nach auf den Inhaber der Vogtei über.
- 1348: Herrschaft Sulzbach
- 1378: Herrschaft Königstein
- 1421: Sulzbach, Eppstein und Königstein
- 1433: Herrschaft Eppstein-Königstein
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1204-1232 Belehnung des Starkrad von Sulzbach durch Gottfried von Eppstein mit Königsgütern (bona regis) in Altenhain.
- 1366 befinden sich Gefälle zu Altenhain im Besitz des Frankfurter Schultheißen vom Königshof Helbigshain.
- 1428 verkauft Hermann Frieß von Homburg seinen gesamten Besitz zu Altenhain an Eberhard von Eppstein-Königstein.
Zehntverhältnisse
1300 haben die Herren von Eppstein das Zehntrecht zu Altenhain inne.
Ortsadel
1273 bis zur 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts: Ritter und Edelknechte von Altenhain (de Indagine, von Hain, de Hain, de Altenhain).
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1706-10: Bau der katholischen Kirche
- 1931: Abriss und Neubau der Kirche
Patrozinien
- Katharina
Pfarrzugehörigkeit
Pfarrei Schneidhain
seit 1582 zur reformierten Pfarrei Neuenhain
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich um 1535.
Reformierter Bekenntniswechsel: 1581 durch die Kurpfalz
Nach 1650 ist das katholische Bekenntnis gleichberechtigt neben dem reformierten. Zahlreiche Gemeindemitglieder treten zum katholischen Bekenntnis über.
Kirchliche Mittelbehörden
Seit 1107: Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz
Kultur
Schulen
Im Jahre 1775 wurde die erste Schule in Altenhain eingerichtet, welche sich bis 1896 im Rathaus befand. In den Jahren 1896/97 wurde ein Schulneubau errichtet, der 1954/55 erweitert und 1972 mit einem Pavillion versehen wurde. In dem Gebäude ist heute die Grundschule untergebracht.
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Zoll
1387 besitzt Philipp von Falkenstein das Zehrungsrecht in Altenhain.
1421 gehört der Herrschaft Königstein Teile der Bede sowie des Frucht- und Weinzehnten.
1433 gehen diese in denn alleinigen Besitz Eberhards von Eppstein-Königstein über.
1558 erhielt Graf Ludwig von Stolberg-Königstein vom Kloster Limburg 1/3 des großen Weinzehnten zu Altenhain, Neuenhain, Sulzbach und Soden für die Zeit von 30 Jahren.
1578 besaß Stolberg-Königstein die Bede, den kleinen Weinzehnten und den Fruchtzehnten.
Nachweise
Literatur
- Bethke, Main-Taunus-Land, S. 25-26
- Kleipa, Ersterwähnungen, S. 5
- Hessisches Städtebuch
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 71
- Niemeyer, Pagus S. 94-96
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 854
- Weidenbach, Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), online
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Altenhain, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11234_altenhain> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11234