Ürzell

Die Lage von Ürzell im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8,2 km nordwestlich von Schlüchtern
Lage und Verkehrslage
Rechts und links des Ürzeller Baches (Ürzeller Wasser)
Historische Namensformen
- Urcelnaha (um 900) [Gewässername]
- Urcele (1289)
- Urzil (1357)
- Ortzel (1415)
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1289);
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Burgen und Befestigungen
- Am Nordrand des Ortes Reste des Wohnturms einer fast völlig verschwundenen Wasserburg.
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3530881, 5584051
UTM: 32 U 530794 5582257
WGS84: 50.391556° N, 9.433212° O
Statistik
Ortskennziffer
435028090
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 575, davon 314 Acker (= 54.61 %), 163 Wiesen (= 28.35 %), 16 Holzungen (= 2.78 %)
- 1961 (Hektar): 661, davon 110 Wald (= 16.64 %)
Einwohnerstatistik
- 1789: 13 Nachb.
- 1812: 22 Feuerstellen, 262 Seelen
- 1885: 297, davon 5 evangelisch (= 1.68 %), 292 katholisch (= 98.32 %)
- 1961: 356, davon 11 evangelisch (= 3.09 %), 337 katholisch (= 94.66 %)
- 1970: 356
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1699 verlegte Fulda hierher den Sitz des Amtes Ürzell
- 1373: Fuldisches Amt Ulmbach (seit 1699 Ürzell). Zum Umfang s. Mittelpunkt
- 1787: Fürstabtei Fulda, Amt Ürzell (zum Umfang des Amtes s. Mittelpunktfunktionen)
- 1803: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt Ürzell
- 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund, Fürstentum Fulda, Amt Salmünster
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Salmünster
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Stadt und Amt Salmünster
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Salmünster
- 1830: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Schlüchtern
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Schlüchtern
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis
Altkreis
Schlüchtern
Gemeindeentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Steinau.
Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurde Ürzell am 1.7.1974 in die Stadt Steinau an der Straße eingegliedert.
Gericht
- Der östliche des durch den Steinaubach geteilten Dorfes lag im trimbergischen Gericht Schlüchtern, der westliche gehörte zum fuldischen Gericht Ulmbach.
- 1822: Justizamt Salmünster
- 1867: Amtsgericht Salmünster
- 1968: Amtsgericht Schlüchtern
Herrschaft
- 1787: Fürstabtei Fulda, Amt Salmünster
- 1803: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt Salmünster
- 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund, Fürstentum Fulda, Amt Salmünster
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Salmünster
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Stadt und Amt Salmünster
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1357 nahm Henz von Mörle, genannt Beheim, das von ihm neu erbaute Schloß Ürzell von Fulda zu Lehen. 1633 wurde D. von Hutten, 1633-1680 die von Thüngen, 1682 von Mauchenheim belehnt.1684 und 1699 kaufte Fulda das Haus von den Thüngischen Erben und verlegte nun hierher den Sitz des Amtes Ürzell.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1605 war die Kapelle verfallen
Pfarrzugehörigkeit
Ein Teil des Dorfes gehörte zur Pfarrei Hintersteinau. Der Bach (Ürzeller Wasser) bildete die Grenze zwischen Fulda und Hanau. Der andere Teil des Dorfes gehörte zur fuldischen Pfarrei Ulmbach bzw. zur Großpfarrei Salmünster.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Hintersteinau, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Hintersteinauer Pfarrer Hiob Hopf ab 1543. Katholischer Bekenntniswechsel
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
1415 umfasst das Gericht Ulmbach die Orte und Siedlungen Aldinghausen, Bechtoldes, Hagensmühle, Hiltwinsmühle, Hornscheissis, Kinderrode, Korpssalza, Nieder- und Oberstuppach, Sarrod, Ulmbach, Ürzell und Winden.
1699 verlegte Fulda hierher den Sitz des Amtes Ürzell. 1787 gehörten zum Amt Ürzell Klesberg, Neustall, Rebsdorf, Sarrod, Ürzell, Ulmbach, Weidenau sowie Dielhof, Kaltenfrosch, Ober-Ullrichsberg, Rabenstein, Unter-Ullrichsberg und Wannhöfe.
Nachweise
Literatur
- Leinweber, Kirchliche Organisation, S. 89
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 154-157
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 475
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 375-376
- Aschkewitz, Pfarrergeschichte des Sprengels Hanau, S. 696
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ürzell, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/12559_uerzell> (aufgerufen am 10.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/12559