Marjoß

Die Lage von Marjoß im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,2 km südlich von Schlüchtern
Lage und Verkehrslage
An der Jossa gelegen.
Ersterwähnung
1167
Historische Namensformen
- Jazaha, in (1167) [Urkundenbuch der Herren von Hanau 1, S. 79-81, Nr. 101 = HStAM Bestand Urk. 69 Nr. 1271]
- Jazah (1270)
- Jazza (1311)
- Mergenjossa (1422)
- Margasza (1443)
- Marjoß (1587)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3536856, 5569203
UTM: 32 U 536767 5567415
WGS84: 50.257735° N, 9.515783° O
Statistik
Ortskennziffer
435028040
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 606, davon 394 Acker (= 65.02 %), 150 Wiesen (= 24.75 %), 3 Holzungen (= 0.50 %)
- 1961 (Hektar): 556, davon 37 Wald (= 6.65 %)
Einwohnerstatistik
- 1587: 18 Schützen, 11 Spießer
- 1632: 33 Dienstpflichtige
- 1753: 70 Haushaltungen mit 328 Personen
- 1812: 90 Feuerstellen, 489 Seelen
- 1885: 743, davon 727 evangelisch (= 97.85 %), 16 katholisch (= 2.15 %)
- 1961: 728, davon 648 evangelisch (= 89.01 %), 66 katholisch (= 9.07 %)
- 1970: 750
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Schlüchtern
- 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Steinau (Militärverwaltung)
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Steinau
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Steinau
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Landkreis Schlüchtern
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Landkreis Schlüchtern
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Schlüchtern
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Schlüchtern
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis
Altkreis
Schlüchtern
Gemeindeentwicklung
Seit 31.12.1971 Ortsteil der Stadt Steinau an der Straße.
Gericht
- Amtsgericht Steinau
- 1822: Justizamt Steinau
- 1867: Amtsgericht Steinau
- 1968: Amtsgericht Schlüchtern
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1167 besitzt das Kloster Schlüchtern in Marjoß die Kirche mit den Zehnten, den Einwohnern und allen Besitzungen, mit Wiesen, Wald Gewässern und allen Rechten.
- 1422 streiten die von Hutten erfolgreich mit denen von Thüngen um Marjoß. Die Obrigkeit steht 1496 Hanau zu.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1167 gehört die Kirche (basilica) dem Kloster Schlüchtern. 1311 Erwähnung eines Plebans
Patrozinien
- Maria Magdalena [1481]
Pfarrzugehörigkeit
1167 Filial- und Eigenkirche von Kloster Schlüchtern. 1464/65 als Pfarrei geführt, wird Marjoß 1475 wieder als Filialkirche des Klosters genannt.
bis 1543 zur Pfarrei Schlüchtern, danach selbständige Pfarrei
Protestantische Kirche der Klasse Schlüchtern.
Diakonische Einrichtungen
02.02.1912 eine Schwester, Krankenpflege, Vereinsbetreuung, Gemeindearbeit, Kinderschule in der Sommerzeit, Sardemann, Geschichte des hessischen Diakonissenhauses zu Cassel S. 316; Diakoniestation bis 1983 (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Wendelin Ithmann 1543-1544
Reformierter Bekenntniswechsel
Neben der reformierten bestand eine kleine lutherische Gemeinde.
Seit 1818 unierte Pfarrei.
Kirchliche Mittelbehörden
1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Karlstadt.
Kultur
Schulen
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
Im südlichen Bereich des Ortes lag die Obere Mühle (Stilllegung 1968), an der nordöstlichen Randlage die Untere Mühle (Stilllegung 1958), beide an einem von der Jossa abgeleiteten Betriebsgraben.
Nachweise
Literatur
- Leinweber, Kirchliche Organisation, S. 90
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 263
- Nistahl, Geschichte des Klosters Schlüchtern, S. 282 (Register)
- Klein, Geschichte des Mühlenwesens, S. 411-412
- Aschkewitz, Pfarrergeschichte des Sprengels Hanau, S. 711ff.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Marjoß, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11430_marjoss> (aufgerufen am 09.03.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11430