Herolz

Die Lage von Herolz im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
2 km östlich von Schlüchtern
Lage und Verkehrslage
Am rechten Ufer der Kinzig gelegen
Ersterwähnung
1030
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Sterbfritz/Mottgers-Süd.
Historische Namensformen
- Heroldes (1030) [Kopiar 17. Jahrhundert Schannat, Dioecesis Fuldensis, S. 248-250, XX; Paris, Bibl. nat. lat. 9262 und 1264]
- Heroldus (1175) [Mainzer Bürgername UB Mainz 2,1, S. 620-622, Nr. 375]
- Herols (1303)
- Haroldiz (1348)
Bezeichnung der Siedlung
- curia (1175)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3539751, 5579079
UTM: 32 U 539661 5577287
WGS84: 50.346329° N, 9.557416° O
Statistik
Ortskennziffer
435025050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 647, davon 349 Acker (= 53.94 %), 147 Wiesen (= 22.72 %), 114 Holzungen (= 17.62 %)
- 1961 (Hektar): 685, davon 177 Wald (= 25.84 %)
Einwohnerstatistik
- 1812: 61 Feuerstellen mit 558 Seelen
- 1885: 506, davon 25 evangelisch (= 4.94 %), 481 katholisch (= 95.06 %)
- 1961: 1027, davon 120 evangelisch (= 11.68 %), 899 katholisch (= 87.54 %)
- 1970: 1050
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Zum Anfang des 14. Jahrhunderts belegten Gerichtsbezirk Herolz gehörten Sannerz und Weiperz. Hieraus wurde 1735 die Propstei Sannerz gebildet. (Zum Umfang s. Mittelpunktfunktion)
- 1787: Fürstabtei Fulda, Amt Salmünster (Propstei Sannerz)
- 1803: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt Salmünster
- 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund, Fürstentum Fulda, Amt Salmünster
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Salmünster
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Stadt und Amt Salmünster
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Salmünster
- 1830: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Schlüchtern
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Schlüchtern
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis
Altkreis
Schlüchtern
Gemeindeentwicklung
Seit 01.12.1969 Ortsteil der Stadt Schlüchtern.
Gericht
- 1494 war Fulda im Besitz des gesamten Gerichts.
- Amtsgericht Schlüchtern
- 1822: Justizamt Steinau / Assistenzamt Schlüchtern
- 1832: Justizamt Schlüchtern
- 1867: Amtsgericht Schlüchtern
Herrschaft
- Gericht oder Amt waren ein fürstlich-fuldischer Verwaltungsbezirk. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts war das officium an die von Hutten verpfändet.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1030 schenkte der Abt von Fulda der Propstei Neuenberg ein praedium zu Herolz mit der niederen Gerichtsbarkeit. 1175 setzt der Propst von St. Peter in Mainz den Mainzer Bürger Heroldus erneut als Erbpächter eines Stifthofes ein.
- 1339 gehört die Hälfte des Gerichts dem Abt von Fulda, er sie dem Propste von Neuenberg übergab. Einen Teil, vermutlich die andere Hälfte, besaß Hanau 1348. Die fuldische Hälfte war wiederholt verpfändet, aber 1494 war Fulda offensichtlich wieder im Besitz des gesamten Gerichts.
Zehntverhältnisse
Kloster Neuenberg stand 1417 der große und kleine Zehnt zu, während dem Pfarrer nur der Blutzehnte verblieb.
Ortsadel
1278-1396
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1387: Pfarrer
Patrozinien
- Vierzehn Nothelfer [1656]
- Jacobus [1677]
- Jacobus; Vierzehn Nothelfer [1763]
Pfarrzugehörigkeit
1676: Landdekanat Neuhof;
Katholische Pfarrei des Dekanats Neuhof mit Filiale Sannerz
Patronat
Um 1450 Propst von Neuenberg, das dieser 1546 dem Abt von Fulda abtrat
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Friedrich Schönbub 1551
Katholischer Bekenntniswechsel: 1603
Kirchliche Mittelbehörden
1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Karlstadt
Kultur
Schulen
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
1417 waren dem Hof- oder Dingwerkgericht des Klosters Neuenberg in Herolz die Orte Herolz, Volmuntz, Wipprechts, Sandrats und Mesrichs unterstellt.
Mühlen
Dorfmühle Herolz inmitten der Ortslage und Alte Mühle ca. 300 m unterhalb des Ortskerns; beide an der Kinzig gelegen.
Nachweise
Literatur
- Herolz. Chronik aus 950 Jahren
- Leinweber, Kirchliche Organisation, S. 92
- Leinweber, Hochstift Fulda, S. 47, 62, 146
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 120-123
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 228-229
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 368-369
- Klein, Geschichte des Mühlenwesens, S. 75-77
- Aschkewitz, Pfarrergeschichte des Sprengels Hanau, S. 653f.
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Herolz, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/12521_herolz> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/12521