Krutzen

Die Lage von Krutzen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
7 km nordwestlich von Frankfurt am Main
Ersterwähnung
1256
Siedlungsentwicklung
Ausgrabungen aus den Jahren 1983-85 erwiesen dicht südlich der Bonifatiusquelle seit dem späten 8. Jahrhundert ein Gehöft mit ebenerdigem Wohnhaus und zugehörigen Grubenhäusern, zu dem eine als Eigenkirche anzusehende Holzkirche gehörte, die aufgrund einer Münze spätestens in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts vorhanden und von Bestattungen umgeben war. Im 9./10. Jahrhundert erfolgte zunächst ein Ausbau der Sieldung, bevor sich der Charakter zu einem rein kirchlich geprägten Platz wandelte. Etwa Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgte an der Südostecke der Kirche der Anbau einer Brunnenkapelle, die im 13. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde. Der Ort war noch im 14./15. Jahrhundert bewohnt und noch nach Aufgabe und Abbruch der Kirche in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde auf dem Friedhof bestatten.
Historische Namensformen
- Crucen (1256) [Nassauisches Urkundenbuch 1,1, S. 391, Nr. 645]
- Crutzen (1257) [Nassauisches Urkundenbuch 1,1, S. 394-395, Nr. 655]
- Cruze (1250-60) [Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 69 Nr. 108]
- Cruzen (1310) [Nassauisches Urkundenbuch 1,3, S. 70, Nr. 1434]
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3474254, 5560168
UTM: 32 U 474189 5558384
WGS84: 50.177095° N, 8.638525° O
Statistik
Ortskennziffer
41200084302
Verfassung
Altkreis
Obertaunuskreis
Gericht
- Gerichtsspiel Weißkirchen
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1310 belehnt der Abt Heinrich V. von Fulda Siegfried von Eppstein mit dem Stiftshof zu Kalbach, vier Höfen dasselbst, genannt des Kargengut und dem Patronatsrecht über die Kirche zu Krutzen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1256: Kirche
- 1310: Pfarrei
Patrozinien
- Bonifatius [1310]
Pfarrzugehörigkeit
Zum Kirchspiel gehörten die Hälfte von Kalbach, die Wüstung Niederstedten und Weißkirchen.
Patronat
Das Patronat hatte im 13. Jahrhundert Wortwin von Steinheim als eppsteinisches (After-) Lehen. Doch bereits im 13. Jahrhundert waren die Patronatsrechte zwischen den Eppsteinern und den Rittern von Vilbel umstritten. Am 27. Februar 1462 belehnte der Abt von Fulda den Grafen Kuno von Solms u.a. mit dem Patronat zu Krutzen.
Kirchliche Mittelbehörden
Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Eschborn
Nachweise
Literatur
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 67-68,
- Schäfer, Herren von Eppstein, S. 415 mit Anm. 298
- Dohrn-Ihmig, Krutzen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Krutzen, Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11753_krutzen> (aufgerufen am 05.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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