Mosheim

Dorf · 275 m über NN  
Gemeinde
Malsfeld
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

7 km nordöstlich von Homberg (Efze)

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf nach Norden auslaufendem Hang im Quellbereich des Weidenbachs. Kirche auf Platz in zentraler Lage.
Straßen Hombergshausen - Hilgershausen und Hessenrode - Ostheim treffen sich im Ortsbereich.

Ersterwähnung

800

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Um 800: locus
  • 1234 und 1267: villicatio
  • 1294: villa
  • 1428: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Älteste Gemarkungskarte

ca. 1730

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3532407, 5661160
UTM: 32 U 532320 5659335
WGS84: 51.084611° N, 9.46144° O

Statistik

Ortskennziffer

634013050

Flächennutzungsstatistik

  • 1537: 46 1/2 landgräfliche Huben.
  • 1742 (Kasseler Acker): 1606 Land, 275 Wiesen, 746 Wald.
  • 1885 (Hektar): 664, davon 391 Acker (= 58.89 %), 66 Wiesen (= 9.94 %), 149 Holzungen (= 22.44 %)
  • 1961 (Hektar): 656, davon 153 Wald (= 23.32 %)

Einwohnerstatistik

  • 1537: 25 Hübner, 5 Köttner, 4 Beisassen. 1575/85: 30 Hausgesesse.
  • 1639: 24 verheiratete, 3 verwitwete, 1747: 51 Hausgesesse.
  • 1769: 253 Einwohner.
  • 1834: 395, 1885: 413 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 413, davon 412 evangelisch (= 99.76 %), 1 katholisch (= 0.24 %)
  • 1925: 469, 1939: 457, 1950: 817, 1961: 523 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 120 Land.- und Forstwirtsch., 113 Produzierendes Gewerbe, 23 Handel und Verkehr, 10 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 523, davon 455 evangelisch (= 87.00 %), 68 katholisch (= 13.00 %)
  • Um 1490: 18 wehrhafte Männer (11 Pflüge, 19 Fastnachtshühner).

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • Um 800: in pago Hassorum
  • um 1490: Amt und Gericht Homberg
  • 1324: Dorf Mosheim durch Hessen an Kurt von Hebel verpfändet
  • 1338 / um 1350: Dorf Mosheim durch Landgraf an Konrad von Falkenberg verpfändet
  • 1376: Amt Homberg
  • 1522: Amt Homberg
  • 1537: Hintergericht des Gericht Homberg
  • 1575/85: Amt Homberg; niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Gensungen
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis

Fritzlar-Homberg

Gemeindeentwicklung

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit der Gemeinde Malsfeld, deren Ortsteil Mosheim wurde.

Gericht

  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Herrschaft

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 780/802: Bischof Erkambert von Minden überträgt dem Kloster Fulda durch die Hand Luitfrids Güter in der Mosheim-Mark. Um die gleiche Zeit übertragen Milo und seine Frau Megina dem Kloster Güter zu Mosheim und eine Waldmark.
  • Um 800: Besitz des Klosters Hersfeld in Mosheim genannt.
  • 1209 und noch um 1340: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Mosheim.
  • 1234: Im Streit zwischen Kloster Johannesberg/Hersfeld und Ritter Dietrich von Mosheim verzichtet letzterer auf villicatio Mosheim.
  • 1253: Graf Berthold von Felsberg schenkt Kloster Breitenau eine Hufe zu Mosheim.
  • 1267: Gumpert von Ostheim kauft Hof und Äcker zu Mosheim und nimmt sie von Rentwig von Mosheim zu Lehen.
  • 1269: Kloster Homberg erhält von seinem Gründer, Propst Arnold von Eppenberg, Gefälle zu Mosheim.
  • 1289: Der Gudensberger Bürger Konrad Wiseguckel verkauft Homberger Bürgern seine Güter zu Mosheim.
  • 1291: Kloster Hardehausen erhält eine halbe Hufe zu Mosheim.
  • 1294: Die Gebrüder von Cappel übertragen dem Kloster Breitenau eine halbe Hufe zu Mosheim.
  • 1297: Heinrich von Fritzlar überträgt Kloster Spieskappel seine Güter zu Mosheim.
  • 1309: Dietrich von Gerwinshain, Bürger zu Fritzlar, übereignet alle seine Güter in Dorf und Gemarkung Mosheim dem Kloster Haina.
  • 1357: Landgrafen Heinrich und Otto verkaufen dem Fritzlarer Bürger Herbord Katzmann eine Gült aus ihrer Bede zu Mosheim.
  • 1369: Landgraf Heinrich weist seine Leute zu Mosheim an, dem Siechenhospital Fritzlar eine jährliche Rente zu zahlen.
  • 1376: Landgraf Hermann belehnt Heinrich von Rodeberg mit einer Hufe zu Mosheim.
  • Kurz nach 1376: Konrad von Falkenberg hat jährlich 4 Mark als hessisches Lehen zu Mosheim.
  • 1428: Landgraf Ludwig belehnt Hermann Holzsadel mit einem Zins aus Mosheim.
  • 1450: Landgraf Ludwig stimmt Versetzung eines Zinses zu Mosheim durch Klaus von Linne an Kloster Ahnaberg zu.
  • 1471: Landgraf Ludwig belehnt Otto von Linne mit 8 Pfund Pfennige zu Mosheim, desgleichen 1485 Landgraf Wilhelm; folgend Belehnungen bis 1494.
  • 1502: Kloster Germerode hat Zins zu Mosheim; folgend bis 1527.
  • 1506: Landgraf Wilhelm belehnt Wilhelm von Hessen mit einem Zins aus Mosheim; folgend Belehnungen bis 1520.
  • 1508: Kloster Spieskappel verschreibt Getreidezins aus seinem Vorwerk zu Mosheim.
  • 1534: Landgraf Philipp belehnt die Fischer und Nußpicker mit einer Hube zu Mosheim; folgend Belehnungen bis 1591.
  • 1591: Heinrich von Heßberg hat Güter des Klosters Johannesberg/Hersfeld zu Mosheim inne.
  • 1596: Hermann von Falkenberg verschreibt Getreidezins aus Mosheim.
  • 1597: Landgraf Moritz überträgt seinem Hofschneider Wigand Leicht eine Hube Pfarrland zu Mosheim, die vormals Kloster Eppenberg gehörte.

Zehntverhältnisse

1366: Zehnter zu Mosheim in Hand des Klosters Johannesberg/Hersfeld.
1438: Kloster Johannesberg/Hersfeld löst Zehnten zu Mosheim, der an die von Röhrenfurt versetzt war, bei den Riedesel wieder ein.
1461: Kloster Kartause hat Zehnten zu Mosheim.
1600: Zehnter zu Mosheim im Besitz der Witwe des Wolf von Heßberg.

Ortsadel

1219-1450.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Evangelische Pfarrkirche 1775 errichtet, 1806 erweitert, 1969 renoviert

Pfarrzugehörigkeit

1194: (Fälschung) Mosheim Filiale von Sipperhausen; von Hersfeld dem Kloster Blankenheim geschenkt, durch Tausch 1328 an Hersfeld zurück.
1569 und später: Mosheim Filiale von Sipperhausen.
1747 und später: mit Hombergshausen ist Mosheim nach Sipperhausen eingepfarrt.

Bekenntniswechsel

Da Filial von Sipperhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Sipperhäuser Pfarrer Henricus Rübenkönig um 1530.

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mosheim, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3940_mosheim> (aufgerufen am 15.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3940