Gosselndorf

Kirchenruine der Wüstung Gosselndorf, 2006
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
7,7 km ostnordöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
3,3 km nordöstlich von Kathus und ebenfalls 3,3 km westlich von Friedewald. Eigentlich in der Gemarkung Meckbach gelegen, aber tatsächlich zu Kathus gehörig. Vor Ort befinden sich noch dicht am Wald die Überreste der zugehörigen Gießlingskirche mit einem gut erhaltenen Turmstumpf. Das Friedewalder Salbuch von 1579 sagte dazu: beneben der Krumbacher auw underm Sandberge am wasser, die Breizbach genannt, ist gelegen die wustenung Guessendorf. An der alten "Straße durch die kurzen Hessen", wo heute parallel etwas nördlich die Bundesautobahn 4 Kirchheim - Eisenach (Thüringen) und etwas südlich eine kleine Straße Sorga - Friedewald verlaufen.
Ersterwähnung
1183
Siedlungsentwicklung
1183 wird eine Mühle mit Zubehör genannt. 1312 sind die zum hersfeldischen Klosters Petersberg gehörenden Orte (villae) Gosselndorf, Niederkrumbach, Reitsrode, Breitenbach, Sulingsysee, Hamundeseiche und Berterode seit kurzer Zeit verlassen, während Bettenrode und Wetzelsrode noch bewohnt sind und bei Stockenrode unklar ist, ob es sich überhaupt um eine Ansiedlung handelt.
1716 wollten Bauern hier eine neue Niederlassung begründen, wurden aber wegen Gefährdung des Wildes abgewiesen.
Historische Namensformen
- Gozzelendorf (1183) [Dobenecker, Regesta 2, S. 125-126 Nr. 653; Digitalisat]
- Gozilndorf (1312) [Kop. HStAM Best. K Nr. 260; Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 58, 121; Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 173]
- Gosselndorf (1370) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 178]
- Geussendorf Kirch (1561) [Forstsalbuch des Amts Friedewald]
- Guessendorf; Giessendorf (1579) [Friedewalder Salbuch]
- Gösslerskirche (1636) [Geh. Rats Akten, Rodungen]
- Güssendorfs Wüstung (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Giesselsdorf (1716) [Kasseler Geheimeratsakten Giesselsdorf]
- Giesslingskirche (20. Jahrhundert)
- Gießlingskirche (20. Jahrhundert)
Bezeichnung der Siedlung
- molendinum (1183)
- villa (1312)
- Kirch (1561)
- wustenung (1579)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3557338, 5639116
UTM: 32 U 557241 5637300
WGS84: 50.884531° N, 9.813739° O
Statistik
Ortskennziffer
63200206003
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1312: Kloster Petersberg (Hersfeld), Vogtei in der Solz
Altkreis
Hersfeld
Gericht
- Gericht Petersberg
Herrschaft
- Vogtei in der Solz
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1183 bestätigt Papst Lucius III. dem Prämonstratenserkloster Königsbreitungen (bei Salzungen) u.a. den Besitz einer Mühle mit Zubehör zu Gosselndorf.
- Dorf des Klosters Petersberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld.
- 1535 wurden Güter zu Gosselndorf verliehen (Hersfelder Kopiar 7).
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Eine Kapelle wurde 1363 und 1386 genannt.
- 1386 verlieh ihr der Bischof von Würzburg einen Kirchhof.
- Ihre Trümmer wurden 1561 Geussendorf Kirch, 1636 Gösslerskirche (Geh. Rats Akten, Rodungen) und auf neueren Karten Giesslingskirche bzw. Gießlingskirche genannt.
- 1919 wurde bei der Gießlingskirche ein romanischer Schlüssel gefunden.
Nachweise
Literatur
- Sippel, Giesslingskirche bei Friedewald
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 394 f. (Sippel)
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 167-168
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 173 (Gißlingskirche) u. 178 (Gosselndorf)
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 342
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 535
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3, Stadt Bad Hersfeld, S. 392
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gosselndorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3401_gosselndorf> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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