Unterstoppel

Die Lage von Unterstoppel im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
13,5 km südlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleine straßendorartie Siedlung auf der Stoppeler Hochfläche südöstlich unterhalb des Stoppelsberges mit der Burgruine Hauneck. Durch den Ort führt als Hauptachse nach Oberstoppel die Stoppelbergstraße (K 47).
Ersterwähnung
1241
Vorbemerkung Historische Namensformen
Die frühen Quellen ohne präzisierenden Bestimmungsteil können sich auch auf Oberstoppel beziehen. Eine schriftliche Differenzierung ist erstmals 1396 belegt.
Historische Namensformen
- Stuphele (1241) [Schannat, Historia Fuldensis in tres partes divisa, S. 202-203 Nr. 89]
- Stapfel (1353) [ HStAM Best. Urk. 80 Nr, 36]
- Stuppfel (1371)[HStAM Best. Urk. 80 Nr. 56]
- Nidernstopsel (1409) [Landgrafenregesten Online Nr. 11317]
- Nydern Stopfel (1491) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 5436]
- Unternstopfel (1579) [Salbuch Amt Hauneck HStAM Best. S Nr. 356]
- NiderStopffel (1585) [Der ökonomische Staat, S. 84]
- Stopfel (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1409)
- Dorfschaft; Dorf (1773)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1934
Älteste Gemarkungskarte
1862
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3550066, 5623606
UTM: 32 U 549972 5621796
WGS84: 50.745794° N, 9.708297° O
Statistik
Ortskennziffer
632008130
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 146, davon 99 Acker (= 67.81 %), 27 Wiesen (= 18.49 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 269, davon 123 Wald (= 45.72 %)
Einwohnerstatistik
- 1579: 12 Haushaltungen (mit Ilmesmühle und Fronhofmeierei)
- 1585: 10 Hausgesessene (Der ökonomische Staat)
- 1681: 8 Hausgesessene
- 1747: 15 Feuerstätten (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1773: 15 steuerpflichtige Häuser mit 89 Einwohnern; Gewerbetreibende: 1 Maurer, der auch Tagelöhner ist, 1 Müller, 3 Leinweber, die auch Tagelöhnen, 8 Leinweber, die auch Bauern sind und für den eigenen Bedarf Tuch produzieren und 2, die nur Ackerbau betreiben
- 1835: 134 evangelische Einwohner, 20 Häuser (mit der Ilmesmühle)
- 1885: 153, davon 152 evangelisch (= 99.35 %), 1 katholisch (= 0.65 %)
- 1961: 114, davon 95 evangelisch (= 83.33 %), 19 katholisch (= 16.67 %)
- 1970: 107
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1409: Landgrafschaft Hessen, Burg und Amt Hauneck
- 1579: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Hauneck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Hauneck
- 1650: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld Amt Hauneck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1881: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hünfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Hersfeld
- 1831: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1881: Amtsgericht Burghaun
- 1932: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
Herrschaft
- 1353 wird bei der Aufteilung von Zinsen und Gütern zwischen denen von Bimbach ein Gut in Stapfel genannt.
Haune, Adlige Später waren beide Dörfer Besitz der Adligen von Haune. - 1409 wird Unterstoppel mit dem Erwerb der Burg Hauneck von denen von Haun durch die Landgrafen ein Dorf des hessischen Amts Hauneck [siehe Hauneck (Burg)]. 1579 und in der Folge ist Unterstoppel vollumfänglich landgräflich.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Der Ort Stupfele wurde 1241 zum ersten Mal erwähnt, als der Abt Konrad III. von Fulda dortige Güter an seinen Konvent übertrug.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- St. Antoniuskirche (1432). Die Kirche wird vermutlich um 1600 im Zuge der Errichtung der Kirche in Oberstoppel aufgegeben.
- Der Standort der ehemaligen Kirche befand sich am südwestlichen Ortsrand (5224: 3550000 / 5623470). In einer leichten Innenkurve der Straße auf einer Viehweide unter Obstbäumen befindet sich noch ein Schutthügel.
Patrozinien
- Antonius (1432)
Pfarrzugehörigkeit
Die Antoniuskirche zu Unterstoppel gehörte 1462 und noch 1585 nach Neukirchen und wird noch um 1620 als Filial von Kruspis bezeichnet. In der Folge ist Unterstoppel nach Oberstoppel eingepfarrt, das Filialgemeinde von Kruspis ist. 1976 wird das Kirchspiel Kruspis aufgehoben und in das Kirchspiel Neukirchen als Vikariatsgemeinde eingegliedert, Oberstoppel wird mit dem eingepfarrten Unterstoppel Filialgemeinde von Neukirchen.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich um 1530.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 354-357
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 460 f. (Stoppel)
- Fundberichte aus Hessen 1996 , S. 443 (Sippel) > Ehemalige Kirche
- H. Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 37, 69, 92-94, 151ff., 226 (Statistik)
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Unterstoppel, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3335_unterstoppel> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3335