Müsenbach

Die Lage von Müsenbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
9 km südlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines Dorf mit lockerer Gehöftanordnung dicht an der Mündung des gleichnamigen, von Westen zur Haune führenden Baches. Die den Bach parallel begleitende Bachstraße stößt im Ende des Ortes auf die K 26 (Mauerser Str.). Anschluss über die K 48 an die auf der gegenüberliegenden Hauneseite verlaufende B 27. Im Osten verläuft die Eisenbahnlinie Bebra – Hanau – Frankfurt am Main ("Bebraer Bahn";"Bebra-Hanauer-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1866).
Ersterwähnung
1382
Historische Namensformen
- Musebach (1382) [Schannat, Dioecesis Fuldensis, S. 32]
- Musenbach (1486) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1211; Abschrift 17. Jahrhundert HStAM Best. Urk. 100 Nr. 5785; Druck: Grimm, Weistümer 3, S. 378-381, vgl. Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 95-98]
- Musebach (1494) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4178; HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1244]
- Meusenpach (1585) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1664]
- Meusebach (1592) [Mercators Karte HStAM Bestand Karten Nr. R II 28]
- Müsebach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Meusebach (1789) [Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 175]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1486)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1925
Älteste Gemarkungskarte
1859/60
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3549831, 5628541
UTM: 32 U 549737 5626729
WGS84: 50.790173° N, 9.705635° O
Statistik
Ortskennziffer
632008060
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 222, davon 104 Acker (= 46.85 %), 22 Wiesen (= 9.91 %), 82 Holzungen (= 36.94 %)
- 1961 (Hektar): 221, davon 76 Wald (= 34.39 %)
Einwohnerstatistik
- 1557: 13 steuerpflichtige Güter und mehrere Personen Dienstpersonal
- 1566: 13 steuerpflichtige Güter
- 1569: 13 steuerpflichtige Güter
- 1630: 13 Haushaltungen
- 1683: 13 Höfe
- 1710: 12 Huldigende
- 1789: 2 Bauern, 11 Hüttner, 5 Beisassen
- 1812: 16 Feuerstellen, 170 Seelen (Müsenbachs Höfe)
- 1835: 90 evangelische Einwohner, 14 Häuser (mit der Kehlsmühle)
- 1885: 86, davon 86 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 69, davon 59 evangelisch (= 85.51 %), 10 katholisch (= 14.49 %)
- 1970: 58
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1486: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
- 1683: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
- 1787: Fürstabtei Fulda, Oberamt Fürsteneck, Gericht Neukirchen
- 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Eiterfeld, Gericht Neukirchen
- 1806-1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Eiterfeld
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hünfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Eiterfeld
- 1867: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
Herrschaft
- Müsenbach ist ein fuldisches Dorf im Gericht Neukirchen, in das die Landgrafen seit dem 15. Jahrhundert einzudringen versuchen. Wichtigste Herrschaftsträger vor Ort waren die fuldischen Lehnsleute von Buchenau, später die Trümbach und von der Tann.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Dorf des fuldischen Amtes Neukirchen
- 1494 veräußert Engelhard von Buchenau u.a. vier Güter aus Müsenbach an den Landgrafen von Hessen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Ehemalige Kirche 1382 geweiht, Kapelle 1566 erwähnt
Patrozinien
- Bartholomäus; 10.000 Märtyrer; Sebastian [1382]
Pfarrzugehörigkeit
1382 zur Pfarrei Neukirchen. Nach dem Vertrag zwischen den Einwohnern von Müsenbach und dem Pfarrer von Neukirchen anlässlich der Weihe der Kirche in Müsenbach am 25. November 1382 hatte letzterer an Bartholomäus, 10.000 Märtyrer und Sebastian dort zu zelebrieren. Demnach war die Kirche diesen Heiligen oder wenigstens einem von ihnen geweiht.
1872 und 1994 nach Neukirchen eingepfarrt.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 65-66, 87, 152ff., 224-226 (Statistik)
- H. Neuber, Mühlen im unteren Haunetal, S. 34-45
- Leinweber, Hochstift Fulda, S. 72
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 324-328
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 141 u. 145
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 340
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Müsenbach, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3332_muesenbach> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3332