Oberstoppel

Die Lage von Oberstoppel im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
12,5 km südlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung auf der Stoppeler Hochfläche, nordöstlich unterhalb des Stoppelsberge mit der Burgruine Hauneck. Durch den Ort mit Kirche in zentraler Lage führt die von Unterstoppel kommende Burgstraße (K 47), die am Ende T-förmig auf die L 3431 (Hardtstraße) stößt.
Ersterwähnung
1241
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Burghaun.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Die frühen Quellen ohne präzisierenden Bestimmungsteil können sich auch auf Unterstoppel beziehen. Eine schriftliche Differenzierung ist erstmals 1396 belegt.
Historische Namensformen
- Stuphele (1241) [Schannat, Historia Fuldensis in tres partes divisa, S. 202-203 Nr. 89]
- Stapfel (1353) [ HStAM Best. Urk. 80 Nr, 36]
- Stuppfel (1371)[HStAM Best. Urk. 80 Nr. 56]
- Ober Stophel (1396) [Kopiar HStAM Best K Nr. 433, S. 23 Nr. 138]
- Ubern Stoppel (1409) [Landgrafenregesten Online Nr. 11317]
- Obern Stopphel (1456)
- Obernstopfel (1579) [Salbuch Amt Hauneck HStAM Best. S Nr. 356]
- OberStopffel (1585) [Der ökonomische Staat, S. 84]
- Oberstopfel (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Oberstopfell (1773) [Best. HStAM, 49 d, Hünfeld 440]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1409)
- Dorfschaft; Dorf (1773)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Forsthaus
- Hauneck, Burg
- Hauneck, Burg (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
Umlegung der Flur
1934
Älteste Gemarkungskarte
1736
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3550449, 5624769
UTM: 32 U 550355 5622959
WGS84: 50.756215° N, 9.713882° O
Statistik
Ortskennziffer
632008080
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 174, davon 120 Acker (= 68.97 %), 28 Wiesen (= 16.09 %), 17 Holzungen (= 9.77 %)
- 1961 (Hektar): 340, davon 155 Wald (= 45.59 %)
Einwohnerstatistik
- 1579: 21 Haushaltungen
- 1585: 20 Hausgesessene (Der ökonomische Staat)
- 1681: 14 Hausgesessene
- 1747: 26 Feuerstätten (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1773: 25 steuerpflichtige Häuser mit 144 Einwohnern; Gewerbetreibende: 1 Schmied, der auch Bauer ist, 1 Bänder (Seilmacher), der auch Tagelöhner ist, 5 Leinweber, die auch Tagelöhner sind, 14 Leinweber produzieren nur Tuch für den Eigenbedarf und 3 arbeiten als Tagelöhner
- 1835: 212 evangelische, 2 katholische Einwohner, 28 Häuser
- 1885: 176, davon 176 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 149, davon 137 evangelisch (= 91.95 %), 12 katholisch (= 8.05 %)
- 1970: 136
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1409: Landgrafschaft Hessen, Burg und Amt Hauneck
- 1579: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Hauneck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Hauneck
- 1650: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld Amt Hauneck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1881: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hünfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Haunetal zusammengeschlossen.
Gericht
- 1822: Justizamt Hersfeld
- 1831: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1881: Amtsgericht Burghaun
- 1932: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
Herrschaft
- 1353 wird bei der Aufteilung von Zinsen und Gütern zwischen denen von Bimbach ein Gut in Stapfel genannt.
Haune, Adlige Später waren beide Dörfer Besitz der Adligen von Haune. 1396 empfängt Lutz von Trümbach zwei Huben zu Oberstoppel als fuldisches Lehen. - 1409 wird es mit dem Erwerb der Burg Hauneck von denen von Haun durch die Landgrafen ein Dorf des hessischen Amts Hauneck [siehe Hauneck (Burg)]. 1579 und in der Folge ist Oberstoppel vollumfänglich landgräflich.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Der Ort Stupfele wird 1241 zum ersten Mal erwähnt, als der Abt Konrad III. von Fulda dortige Güter an seinen Konvent überträgt.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Um 1600 wird ein Kirchlein errichtet, 1754-56 dann ein kleiner Saalbau mit dreiseitigem Schluss
Pfarrzugehörigkeit
Die Kirche war ab 1404 mit Kruspis und von 1579 bis 1607 mit Neukirchen verbunden, dann wieder mit Kruspis. Um 1620 (Verzeichn. der Prediger) ist Oberstoppel dann wie 1747 und 1872 Filial von Kruspis, Unterstoppel ist eingepfarrt. 1976 wird das Kirchspiel Kruspis aufgehoben und in das Kirchspiel Neukirchen als Vikariatsgemeinde eingegliedert, Oberstoppel wird mit dem eingepfarrten Unterstoppel Filialgemeinde von Neukirchen.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich um 1530.
Kirchliche Mittelbehörden
Die Kirche stand unter dem würzburgischen Dekanat Geisa (Bach, Kurze Geschichte 21).
Kultur
Schulen
1773 ist ein Schulhaus vorhanden, das der Schulmeister bewohnt
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 499
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 460 (Stoppel)
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 329-332
- H. Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 37, 69, 85, 90, 151ff., 225-226 (Statistik)
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Oberstoppel, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3329_oberstoppel> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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