Hermannspiegel

Die Lage von Hermannspiegel im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
7 km südlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am linken Ufer der Haune. Verbindung über die als Hauptachse durch den Ort führende Lindenbachstraße (K 30) zur B 27 auf der gegenüberliegenden Hauneseite. Im Osten zwischen Ortsgemarkung und Haune verläuft die Eisenbahnlinie Bebra – Hanau – Frankfurt am Main ("Bebraer Bahn";"Bebra-Hanauer-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1866).
Ersterwähnung
1396
Historische Namensformen
- Hemmyngspigel, czu (1396) [Kopiar HStAM Best. K Nr. 433, S. 38 Nr. 139]
- Hemmygspigel an der Hun (um 1456) [Kopiar HStAM Best. K Nr. 435, Bl. 158r Nr. 237]
- Hamenspiel; Hamenspiegel (1494) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4178; HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1244]
- Hunespigel (1569) [HStAM Best. 95 Nr. 1990]
- Haunerspigel (1592) [Mercators Karte HStAM Bestand Karten Nr. R II 28]
- Hemmenspiegel (1630/31) [HStAM Best. 94 Nr. 550]
- Haŭner Spiegel (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Helmspiegel (1789) [Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 175]
- Hermannspiegel (1789)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1927-1938
Älteste Gemarkungskarte
1858
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3551633, 5630304
UTM: 32 U 551538 5628491
WGS84: 50.805862° N, 9.731436° O
Statistik
Ortskennziffer
632008010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 138, davon 71 Acker (= 51.45 %), 17 Wiesen (= 12.32 %), 43 Holzungen (= 31.16 %)
- 1961 (Hektar): 138, davon 38 Wald (= 27.54 %)
Einwohnerstatistik
- 1566: 7 steuerpflichtige Güter und 1 Person Dienstpersonal
- 1569: 6 steuerpflichtige Güter
- 1630: 7 Haushaltungen
- 1683: 7 Höfe
- 1710: 7 Huldigende
- 1789: 10 Hüttner
- 1812: 10 Feuerstellen, 74 Seelen
- 1835: 66 evangelische Einwohner, 10 Häuser (mit Hof Siegwinden)
- 1885: 53, davon 53 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 55, davon 47 evangelisch (= 85.45 %), 8 katholisch (= 14.55 %)
- 1970: 51
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1494: Gericht Neukirchen
- 1569: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
- 1630/31: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
- 1787: Fürstabtei Fulda, Oberamt Fürsteneck, Gericht Neukirchen
- 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Eiterfeld, Gericht Neukirchen
- 1806-1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Eiterfeld
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hünfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Haunetal zusammengeschlossen.
Gericht
- 1822: Justizamt Eiterfeld
- 1867: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
Herrschaft
- 1396 empfängt Hermann von Rimpach ein Gut zu Hermannspiegel als fuldisches Lehen. Hermannspiegel wird 15. Jahrhundert ein Dorf des fuldischen Gerichts Neukirchen, in dem die von Buchenau faktisch die Ortsherrschaft ausüben, die Landgrafen von Hessen aber auch versuchen einzudringen. 1494 veräußert Engelhard von Buchenau Teile von Hermannspiegel an Landgraf Wilhelm III. von Hessen. Der Abt von Fulda erkennt dies jedoch nicht an. Wichtigste Herrschaftsträger vor Ort bleiben die fuldischen Lehnsleute von Buchenau, später die von Trümbach und von der Tann. Vgl. für die Folgezeit die des Gerichts Neukirchen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Das Dorf gehörte 1494 denen von Buchenau als hessisches Lehen.
- Dorf des fuldischen Amtes Neukirchen
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1812, 1872 und 1994 eingepfarrt in die Neukirchener Filialgemeinde Odensachsen
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1607 und 1630 ist eine Mühle in Hermannspiegel belegt, die sogenannte Braunsmühe. Sie ging von denen von Buchenau zu Lehen aus.
Nachweise
Literatur
- H. Neuber, Geschichte des Dorfes Hermannspiegel und des Hofes Siegwinden
- H. Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 61-62, 83, 151ff., 224-226 (Statistik)
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 311 f.
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 228
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hermannspiegel, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3326_hermannspiegel> (aufgerufen am 31.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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