Wölfershausen

Die Lage von Wölfershausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
19,7 km östlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung im sich weitenden Mündungsgebiet des Herfabaches zur Werra. Ursprüngliche Entwicklung entlang der Herfaer und Heimbolshauser Str. (L 3255/3066). Heutige Kirche am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe. Jüngere regelhafte Siedlungsausdehnung im Zuge des Kalibergbaus nach Norden und Süden am westlichen Werraufer. Am östlichen Ortsrand zur Werra hin verlief die ehemalige Eisenbahnlinie Gerstungen – Vacha ("Werratalbahn I") von 1904 bis zur endgültigen Stilllegung der Strecke 1986 (Die Teilstrecke Dankmarshausen - Heringen wurde am 30.3.1904 eröffnet, die Teilstrecke Heringen - Vacha am 2.10.1905).
Ersterwähnung
1397
Historische Namensformen
- Wulfirshus (1397) [Kopiar HStAM Best K Nr. 433, Bl. 43]
- Wolfirshusen (1414) [HStAM Best. Urk. 49 Nr. 1809]
- Wulfershusen (1432) [HStAM Urk. 13, Nr. 5425]
- Wolffershausen (1553) [Friedewalder Salbuch HStAM S Nr. 318]
- Wolffershausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Welfershausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Wolffershausen (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Wölffershausen (1768) [HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 461]
Bezeichnung der Siedlung
- Wüstung (1432)
- Dorf, Dorfschaft (1768)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1874
Älteste Gemarkungskarte
1705
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3569726, 5638248
UTM: 32 U 569624 5636432
WGS84: 50.87537° N, 9.989587° O
Statistik
Ortskennziffer
632009080
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 326, davon 207 Acker (= 63.50 %), 49 Wiesen (= 15.03 %), 22 Holzungen (= 6.75 %)
- 1961 (Hektar): 358, davon 1 Wald (= 0.28 %)
Einwohnerstatistik
- 1553: 34 Haushaltungen (Friedewalder Salbuch)
- 1579: 37 Haushaltungen [HStAM Best. S Nr. 320]
- 1585: 33 Haushaltungen (Der ökonomische Staat, S. 80)
- 1747: 36 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1768: 40 steuerpflichtige Häuser oder Feuerstellen mit 219 Menschen; Gewerbetreibende: hauptsächlich Ackerbau, wenige Handwerkern und Tagelöhner, 2 Schneider, 3 Maurer, 1 Schmied, 11 Leinweber, 9 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 2 Brandtweinbrenner- und schenker, 1 Müller
- 1885: 254, davon 253 evangelisch (= 99.61 %), 1 katholisch (= 0.39 %)
- 1961: 1609, davon 1284 evangelisch (= 79.80 %), 249 katholisch (= 15.48 %)
- 1970: 1570
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1432: Landgrafschaft Hessen, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 15.9.1968 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hessen, Landgrafen 1397 hat Herting von Hornsberg Wolfershausen als fuldisches Burglehen in Heringen inne.- Spätestens seit dem 15. Jahrhundert wird das gesamte Amt Friedewald mit dem Untergericht Heringen als landgräflich betrachtet. 1432 verkaufen Grete, Witwe des Kurt von Heringen, und ihr Sohn Heinrich von Heringen das Gericht Heringen für 2.100 Gulden an Landgraf Ludwig von Hessen, wobei Wölfershausen explizit genannt wird. In der Folge, so 1553 und 1768, ist Wölfershausen vollumfänglich landgräflich.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Die ältere, zentraler gelegene Fachwerkkirche wurde 1710 errichtet, ist 1768 und 1872 vorhanden und wird 1928 niedergelegt.
- 1925-1927 wird unter Rückgriff auf gotische und barocke Formen eine neue Kirche am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe errichtet
Pfarrzugehörigkeit
1585, 1768, 1872 Filial von Heringen. 1950 wird die neue Pfarrei Wölfershausen-Lengers errichtet, zu der Lengers als Filial und Harnrode gehören. Letzteres scheidet 1958 wieder aus und wird nach Heimboldshausen umgepfarrt.
Patronat
1768 landgräflich
Diakonische Einrichtungen
1943 - 1962 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
Bekenntniswechsel
Da Filial von Heringen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringer Pfarrer Caspar Mosebach ab 1526.
Kultur
Schulen
1768 gehen die Kinder nach Lengers in die Schule
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Im 18. und 19. Jahrhundert vor allem Landwirtschaft und Köhlerei, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts aufblühen der Kaliindustrie.
Mühlen
1768 hat die vom Wasser der Herfa über eine oberschlägiges Wasserrad angetriebene Mühle einen Mahl- und einen Schlaggang, 1927 Einbau einer Turbine, 1974 wird der Betrieb eingestellt
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 409-413
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 96-97
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 246 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 526
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 258
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wölfershausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3297_woelfershausen> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3297