Wölfershausen

Dorf · 225 m über NN  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

19,7 km östlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung im sich weitenden Mündungsgebiet des Herfabaches zur Werra. Ursprüngliche Entwicklung entlang der Herfaer und Heimbolshauser Str. (L 3255/3066). Heutige Kirche am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe. Jüngere regelhafte Siedlungsausdehnung im Zuge des Kalibergbaus nach Norden und Süden am westlichen Werraufer. Am östlichen Ortsrand zur Werra hin verlief die ehemalige Eisenbahnlinie Gerstungen – Vacha ("Werratalbahn I") von 1904 bis zur endgültigen Stilllegung der Strecke 1986 (Die Teilstrecke Dankmarshausen - Heringen wurde am 30.3.1904 eröffnet, die Teilstrecke Heringen - Vacha am 2.10.1905).

Ersterwähnung

1397

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Wüstung (1432)
  • Dorf, Dorfschaft (1768)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1874

Älteste Gemarkungskarte

1705

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3569726, 5638248
UTM: 32 U 569624 5636432
WGS84: 50.87537° N, 9.989587° O

Statistik

Ortskennziffer

632009080

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 326, davon 207 Acker (= 63.50 %), 49 Wiesen (= 15.03 %), 22 Holzungen (= 6.75 %)
  • 1961 (Hektar): 358, davon 1 Wald (= 0.28 %)

Einwohnerstatistik

  • 1553: 34 Haushaltungen (Friedewalder Salbuch)
  • 1579: 37 Haushaltungen [HStAM Best. S Nr. 320]
  • 1585: 33 Haushaltungen (Der ökonomische Staat, S. 80)
  • 1747: 36 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1768: 40 steuerpflichtige Häuser oder Feuerstellen mit 219 Menschen; Gewerbetreibende: hauptsächlich Ackerbau, wenige Handwerkern und Tagelöhner, 2 Schneider, 3 Maurer, 1 Schmied, 11 Leinweber, 9 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 2 Brandtweinbrenner- und schenker, 1 Müller
  • 1885: 254, davon 253 evangelisch (= 99.61 %), 1 katholisch (= 0.39 %)
  • 1961: 1609, davon 1284 evangelisch (= 79.80 %), 249 katholisch (= 15.48 %)
  • 1970: 1570

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1432: Landgrafschaft Hessen, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 15.9.1968 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.

Gericht

  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1867: Amtsgericht Friedewald
  • 1879: Amtsgericht Friedewald
  • vor 1945: Amtsgericht Friedewald
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Hessen, Landgrafen1397 hat Herting von Hornsberg Wolfershausen als fuldisches Burglehen in Heringen inne.
  • Spätestens seit dem 15. Jahrhundert wird das gesamte Amt Friedewald mit dem Untergericht Heringen als landgräflich betrachtet. 1432 verkaufen Grete, Witwe des Kurt von Heringen, und ihr Sohn Heinrich von Heringen das Gericht Heringen für 2.100 Gulden an Landgraf Ludwig von Hessen, wobei Wölfershausen explizit genannt wird. In der Folge, so 1553 und 1768, ist Wölfershausen vollumfänglich landgräflich.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Die ältere, zentraler gelegene Fachwerkkirche wurde 1710 errichtet, ist 1768 und 1872 vorhanden und wird 1928 niedergelegt.
  • 1925-1927 wird unter Rückgriff auf gotische und barocke Formen eine neue Kirche am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe errichtet

Pfarrzugehörigkeit

1585, 1768, 1872 Filial von Heringen. 1950 wird die neue Pfarrei Wölfershausen-Lengers errichtet, zu der Lengers als Filial und Harnrode gehören. Letzteres scheidet 1958 wieder aus und wird nach Heimboldshausen umgepfarrt.

Patronat

1768 landgräflich

Diakonische Einrichtungen

1943 - 1962 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel

Da Filial von Heringen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringer Pfarrer Caspar Mosebach ab 1526.

Kultur

Schulen

1768 gehen die Kinder nach Lengers in die Schule
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Im 18. und 19. Jahrhundert vor allem Landwirtschaft und Köhlerei, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts aufblühen der Kaliindustrie.

Mühlen

1768 hat die vom Wasser der Herfa über eine oberschlägiges Wasserrad angetriebene Mühle einen Mahl- und einen Schlaggang, 1927 Einbau einer Turbine, 1974 wird der Betrieb eingestellt

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wölfershausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3297_woelfershausen> (aufgerufen am 01.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3297