Stärklos

Dorf · 320 m über NN  
Gemeinde
Haunetal
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

13 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Kleines geschlossenes Dorf im Haunetal mit einfachem, regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Rhinabach, einem westlichen Zufluss der Haune. Hauptachse ist die den Ort in O-W-Richtung zur Fulda durchziehende K 25 (Solmser Str.). Im Südwesten der Gemarkung verlaufen die L 3471 und die A 7.

Ersterwähnung

1294

Siedlungsentwicklung

Im 15. Jahrhundert zeitweise wüst.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Engelbach.

Vorbemerkung Historische Namensformen

Vgl. auch die Wüstung Starkols (Gemarkung Heimboldshausen). Zur Unterscheidung s. H. Neuber, Geschichte des Dorfes Stärklos. Festschrift zur 700-Jahr-Feier (1294 - 1994), S. 96 Anm. 38.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1294)
  • Wustenunge (1369)
  • Dorf, Dorfschaft (1773)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1870-1871

Älteste Gemarkungskarte

1768/73

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3544838, 5625973
UTM: 32 U 544746 5624162
WGS84: 50.767497° N, 9.634518° O

Statistik

Ortskennziffer

632008120

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 383, davon 182 Acker (= 47.52 %), 36 Wiesen (= 9.40 %), 147 Holzungen (= 38.38 %)
  • 1961 (Hektar): 408, davon 106 Wald (= 25.98 %)

Einwohnerstatistik

  • 1580: 12 Höfe und Schloßgut
  • 1747: 23 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1773: 25 steuerpflichtige Häuser mit 154 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 1 Zimmermann, 1 Schneider, 1 Müller, 2 Leinweber, so auch tagelohnen, 16 Leinweber, so Ackerleute und nur ihre eigen Tuch machen und 4, so blos den Ackerbau treiben und 2 Tagelöhner
  • 1835: 266 evangelische Einwohner, 34 Häuser (mit der Paßmühle und einem hessischen Haus zu Wetzlos)
  • 1885: 188, davon 188 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 217, davon 189 evangelisch (= 87.10 %), 26 katholisch (= 11.98 %)
  • 1970: 174

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • um 1600: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Hauneck bzw. Landeck/Herrschaft Holzheim der Herren von Romrod (Hessische Ritterschaft)
  • 1686: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld Amt Hauneck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Hauneck
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • 1294 veräußern Abt und Konvent von Hersfeld auf Bitten ihres Lehnsmannes von Schlitz der Johanniterkommende in Grebenau (Stadt, Vogelsbergkreis) Güter in Stärklos zu dauerhaftem Besitz.
  • 1369 erwerben die Brüder Heinrich, Konrad und Ludwig von Romrod die Wüstung in Stärklos von den Johannitern als dauerhaften Besitz. Die von Romrod bleiben bis 1686 die wichtigsten Grundherren des Ortes, üben die niedere Gerichtsbarkeit aus und errichten 1561 ein Schloßgut.
  • Im 15. Jahrhundert beginnen die Landgrafen von Hessen, in das Haunegebiet vorzudringen und Rechte der Abtei Hersfeld an sich zu bringen. Stärklos bleibt formal Hersfelder Lehen der von Romrod, die als Lehnsmänner auf der Burg Holzheim saßen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts scheint die Hersfelder Lehnshoheit über Stärklos entfremdet. 1488 bestätigt der Landgraf Kaufverschreibungen über Pertinentien des hessischen Lehnguts zu Holzheim durch die von Romrod. Im 16. Jahrhundert gelingt es den von Romrod, eine Herrschaft über die Dörfer Holzheim, Kruspis und Stärklos zu bewahren, die keinem Amt zugehörig ist und Steuern direkt an die Landgrafen abzuführen. Daher werden die Dörfer im Haunecker Salbuch von 1579 auch nicht aufgeführt. Die Landgrafen reklamieren die Landeshoheit und versuchen, die Dörfer zu ihren Ämtern (Hauneck bzw. Landeck) zu ziehen. 1686 schließlich verkaufen die von Romrod Stärklos an die Landgrafen von Hessen. 1773 ist das Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtbarkeit landgräflich.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Kloster Hersfeld
  • 1327 bestätigt der Abt von Hersfeld, das Ludwig von Hattenbach sein Allod in Stärklos an Heinrich von Borsa weiterverliehen hat. Das bis 1675 belegte Vorwerk gelangt danach in den Besitz der von Dalwigk und von Baumbach.
  • 1294 veräußern Abt und Konvent von Hersfeld auf Bitten ihres Lehnsmannes von Schlitz der Johanniterkommende in Grebenau (Stadt, Vogelsbergkreis) Güter in Stärklos zu dauerhaftem Besitz.
  • 1369 erwerben die Brüder Heinrich, Konrad und Ludwig von Romrod die Wüstung in Stärklos von den Johannitern als dauerhaften Besitz.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1773 ist keine Kirche vorhanden

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Kultur

Schulen

1773 ist keine Schule vorhanden, die Kinder gehen nach Cruspis zur Schule. Von 1923-1969 existiert ein Schule vorort.

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Stärklos, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3286_staerklos> (aufgerufen am 29.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3286