Solms

Die Lage von Solms im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
13,7 km südwestlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Siedlung mit einfacher Struktur am östlichen Rande der Fuldaaue. Die ursprüngliche Stelle des Ortes mit Kirche befand sich etwa 0,5 km südlich des heutigen Platzes zwischen dem Kirchgraben und der heutigen Autobahn (5223: etwa 3541910 / 5625630). Hauptachse ist die K 24, die als Richthofstraße durch den Ort führt und im Nordosten auf die L 3471 stößt. Im Südwesten verläuft die A 7 Richtung Fulda
Ersterwähnung
1213
Siedlungsentwicklung
500 m südlich der Ortsmitte befand sich im Bereich der Flur Kirchgraben unterhalb der heutigen Autobahn eine Siedlung, die anhand gefundener Reste einer Kirche lokalisiert werden konnte (vgl. Kirche). Es handelt sich vermutlich um eine Vorgängersiedlung von Solms ohne eigenständigen Namen.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Engelbach.
Historische Namensformen
- Salmannes, de (1213) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 3]
- Salmannes, de (1236) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 21]
- Salmannes, in (1290) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 11; Druck: Wenck, Hessische Landesgeschichte 3 Urkundenbuch S. 158, Nr. 184]
- Salmans (1335) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 21]
- Salmans (1464/65) [F.J. Bendel, Die Würzburger Diözesanmatrikel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, 2 H. 2, 1934, S. I-XXX, 1-46, hier S. 17 (Digitalisat]
- Salmus, in (1490) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 109
- Salmeß, gegen dem (1538) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 207-208 Beilage 14]
- Salms (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Solmes (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Sollms (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1290)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1915, 1946/47
Älteste Gemarkungskarte
1728
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3541949, 5626079
UTM: 32 U 541858 5624268
WGS84: 50.768666° N, 9.593581° O
Statistik
Ortskennziffer
632015090
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 226, davon 140 Acker (= 61.95 %), 50 Wiesen (= 22.12 %), 18 Holzungen (= 7.96 %)
- 1961 (Hektar): 271, davon 43 Wald (= 15.87 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 15 Hausgesesse
- 1628: 15 Hausgesesse
- 1673: 13 Hausgesesse
- 1747: 19 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1765: 17 Häuser mit 103 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 12 Leinweber, von welchen 10 ihren Ackerbau haben, 1 Wirt, 3 Schäfer, 1 Tagelöhner, die übrigen ernähren sich lediglich vom Ackerbah
- 1885: 149, davon 148 evangelisch (= 99.33 %), 0 katholisch, 0 Juden, 1 andere (= 0.67 %)
- 1961: 154, davon 126 evangelisch (= 81.82 %), 28 katholisch (= 18.18 %)
- 1970: 148
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1610: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Solms formal unter hersfeldischer Herrschaft, seine Einkünfte stehen der Benediktinerpropstei St. Johannes zu. Es gelingt dieser aber nicht, Solms in einen eigenen Verwaltungsbezirk einzubinden.
- 1290 verkaufen Walther von Lisberg und seine Ehefrau Adelheid an Propst Werner und den Konvent des Klosters St. Johannesberg alle ihre Güter in Solms, die Lehen des Klosters Hersfeld sind, für 50 Talente Pfennig fuldischer Münze. Nennung von Zeugen und Orten. 1335 bekennt Albrecht von Romrod, Rektor der Pfarrkirche in Schlitz, dass er aus besonderer Achtung dem Kloster Johannesberg seine Güter im Dorf Solms, welche er von Berthold von Solms an sich gebracht hat, mit allen Nutzungen dergestalt übertragen hat, dass das Kloster auf dem dortigen Altar St. Mariae beständig eine Messe lesen und nach Albrechts Tod sein Jahresgedächtnis mit Vigilien und Seelmessen halten, jedoch alle Rechte von seinem Vetter Friedrich von Herzberg in Verwahung genommen werden sollen, wenn das Kloster sich darin säumig zeigt. Im Jahr darauf bekennt Friedrich von Romrod als Komtur des Hauses Grebenau, dass er das gesamte Dorf Solmsmit Ausnahme des Vorwerks, welches sein Vetter Albrecht von Romrod dem Kloster St. Johannesberg zu einer Messe beschieden hatte, von Abt Ludwig von Hersfeld und dem genannten Kloster gegen jährlich 10 Pfund Heller an eben dasselbe auf Lebzeit (ad dies vitae) zu Lehen erhalten hat. 1490 bekennt Abt Wilhelm von Hersfeld, dass er mit Einwilligung seines Konvents das dem Stift Fulda zustehende Wasser in Niederaula mit mehreren Stücken Land, einem Acker, einem Garten und einer Hofreite daselbst dem Propst und Konvent des Klosters St. Johannesberg dergestalt vermacht hat, dass die Fischer dem Kloster Hersfeld davon den üblichen Hintersiedeldienst leisten sowie jährlich 2 Schillinge Hersfelder Währung entrichten und ferner das Kloster Johannesberg ihm ihr Wasser in Solms mit den zugehörigen Äckern und Wiesen überlassen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Unterhalb der heutigen Autobahn, etwa 500 m südlich der Ortsmitte von Solms, befanden sich eine Kirche und Sepultur, die im Rahmen des Autobahnausbaus 1939 angeschnitten wurden (vgl. Siedlungsentwicklung). Sie fiel später wüst.
- 1765 ist keine Kirche vorhanden
Pfarrzugehörigkeit
1560, 1747, 1872 und 1994 nach Niederaula eingepfarrt
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kirchliche Mittelbehörden
1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa
Kultur
Schulen
1765 Schulhaus mit Schulhalter
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1765 ist keine Mühle vorhanden.
Nachweise
Literatur
- T. Classen, Niederaula von der karolingischen Schenkung bis zur Großgemeinde, S. 244-259
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 711
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 320 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 8 (Almans?) u. 448 (Solms)
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 503 f. (Sippel) > Alte Ortsstelle
- Fundberichte aus Hessen 1996 , S. 496 (Sippel) > Alte Ortsstelle
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Solms, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3284_solms> (aufgerufen am 16.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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