Reimboldshausen

Dorf · 268 m über NN  
Gemeinde
Kirchheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

13,8 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Straßendorf mit lockerer Gehöftanordnung an den Südausläufern des Knüllgebirges an der Ibra, einem westlichen Zufluss der Fulda. Über die K 32 (Reimboldshäuser Straße) ist Reimboldshausen mit der im Westen verlaufenden L 3294 verbunden. Jüngere Siedlungsentwicklung entlang eines südlichen Seitentals der Ibra

Siedlungsentwicklung

1531 ist Reimboldshausen seit 100 Jahren wüst und in vier Teile geteilt

Vorbemerkung Historische Namensformen

Die Zuweisung eines 1261 genannten Zeugen Ludewicus de Reinboldeshusen (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, S. 133-134, Nr. 175) zu Reimboldshausen, wie Reimer (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 379) sie vornimmt, erscheint aufgrund der genannten Zeugen abwegig.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (zwischen 1343 und 1364)
  • Dorf und Gemarkung (1392)

Umlegung der Flur

1920

Älteste Gemarkungskarte

1729

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3537608, 5631635
UTM: 32 U 537519 5629822
WGS84: 50.818905° N, 9.532618° O

Statistik

Ortskennziffer

632011100

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 159, davon 73 Acker (= 45.91 %), 22 Wiesen (= 13.84 %), 40 Holzungen (= 25.16 %)
  • 1961 (Hektar): 161, davon 38 Wald (= 23.60 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 5 Hausgesesse
  • 1628: 5 Hausgesesse
  • 1673: 6 Hausgesesse
  • 1747: 6 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 6 steuerpflichtige und 2 zum Freihof gehörige Häuser mit 53 Menschen; Gewerbetreibende: 6 Leinweber, davon 5 Ackerleute, die auch ihr eigen Tuch machen, 1 Müller (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 393]
  • 1885: 79, davon 79 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 66, davon 58 evangelisch (= 87.88 %), 4 katholisch (= 6.06 %)
  • 1970: 76

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Reimboldshausen in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Es gehört zu den Dörfern, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Burgmannen in Hattenbach ausstatteten.
  • Hattenbach, Adlige Hersfeld, KlosterMitte des 14. Jahrhunderts hat die Reichsabtei Hersfeld Zinseinkünfte in Reimboldshausen.1392 erhält Konrad von Hattenbach vom Abt von Hersfeld die Erlaubnis zur Übergabe des Burglehens in Hattenbach, zu dem auch Reimboldshausen gehört, an seine Ehefrau Luckard. 1426 überträgt Apel von Hattenbach seinen Burgsitz Hattenbach und den zugehörigen Besitz, wozu auch solcher in Reimboldshausen gehört, an seinen Neffen Johann von Bimbach. 1530 werden die Ansprüche der von Hattenbach auf die Obrigkeit in Reimboldshausen abgewiesen und verbleiben dem Abt von Hersfeld.
  • 1766 ist die Gerichtsherrschaft vollumfänglich landgräflich, ein adelig-freiheitliches "Hattenbachisches" Gut wird noch aufgeführt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Kloster Hersfeld

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1560 zu Niederaula, 1747 und 1872 nach Hattenbach eingepfarrt, 1994 nach Kirchheim

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1766 ist kein Schulmeister in Reimboldshausen wohnhaft, es wurde aber vor kurzem ein Schulhaus erbaut, in welchem der Kemmeröder Schulmeister im Sommer und im Winter die Kinder unterrichtet

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1766 existiert eine mit dem Wasser der Ibra betriebene Mühle mit zwei oberschlägigen Wasserrädern, einem Mahl- und einem Schlag- bzw. Schneidegang

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Reimboldshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3275_reimboldshausen> (aufgerufen am 25.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3275