Reckerode

Die Lage von Reckerode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8 km westlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Wälsebach, einem kleinen linksseitigen Zufluss zur Aula. Kirche auf leichter Anhöhe. Durch den Ort führt als Hauptachse die L 3159 (Reckeröder Straße) von Kirchheim Richtung Bad Hersfeld. Am Westrand der Ortsgemarkung verläuft die A 7
Ersterwähnung
1332
Siedlungsentwicklung
1505 ist der Ort offenbar wüst
Historische Namensformen
- Reckrod, de (1332) [HStAM Best. Urk. 76 Nr. 3103]
- Rekerode, von (1350) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 387]
- Reckerode (1362) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 434]
- Reckerode (zwischen 1343 und 1364) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 681; A. Herbst, Hersfelder Zinsenverzeichnis des 14. Jahrhunderts, S. 18, § 7]
- Rekenrode (1505) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1300]
- Reckrodt (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Reccert (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Reckrod (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- Wüstung (1505)
- Dorf, Dorfschaft (1766)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1906
Älteste Gemarkungskarte
1732
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3542191, 5636530
UTM: 32 U 542100 5634715
WGS84: 50.862589° N, 9.598211° O
Statistik
Ortskennziffer
632011090
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 308, davon 179 Acker (= 58.12 %), 38 Wiesen (= 12.34 %), 12 Holzungen (= 3.90 %)
- 1961 (Hektar): 1424, davon 1132 Wald (= 79.49 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 35 Hausgesesse
- 1628: 35 Hausgesesse
- 1673: 9 Hausgesesse
- 1747: 25 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 29 steuerpflichtige Häuser mit 154 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Maurer, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Schneider, 2 Leineweber, so auch tagelohnen, 3 Leineweber so Ackerleute und nun auch ihre eigen Tuch machen, 2 Tagelöhner, 1 Wirt, und 14, so bloss Ackerbau treiben (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 363)
- 1885: 215, davon 215 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 230, davon 203 evangelisch (= 88.26 %), 25 katholisch (= 10.87 %)
- 1970: 217
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts hat Kloster Hersfeld Zinseinkünfte in Reckerode. Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Reckerode in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Es gehört zu den Dörfern, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Burgmannen in Hattenbach ausstatteten.- 1362 bestätigt Ludwig von Hattenbach dem Apel Siferts aus Reckerode und dessen Ehefrau Gele die Veräußerung einer Hufe in Reckerode samt Zubehör. Die Hattenbacher hatten also neben Lehens- auch Eigenbesitz in Reckerode.
- 1505 treten die Schlitz genannt von Görtz dem Kloster Hersfeld in einem Vergleich ihre Gerechtigkeit an der Wüstung Reckerode ab. 1530 behauptet Hersfeld seinen Besitz in Reckerode gegenüber den Hattenbachern.
- 1766 steht das Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtsbarkeit den Landgrafen von Hessen zu.
Besitz
Ortsadel
1332 bis nach 1727
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1766 ist eine Kirche vorhanden
- Spätgotischer Chorturm mit kurzem Anfang des 19. Jahrhunderts verändertem Schiff. 1926 renoviert, 1963 innen neu gestaltet
Pfarrzugehörigkeit
1560 zu Niederaula, 1747, 1766, 1872 und 1994 zu Kirchheim
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1766 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Schulmeister wohnt.
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1766 ist keine Mühle vorhanden
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 478-480
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 319 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 376
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Reckerode, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3273_reckerode> (aufgerufen am 25.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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