Reckerode

Dorf · 320 m über NN  
Gemeinde
Kirchheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

8 km westlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Wälsebach, einem kleinen linksseitigen Zufluss zur Aula. Kirche auf leichter Anhöhe. Durch den Ort führt als Hauptachse die L 3159 (Reckeröder Straße) von Kirchheim Richtung Bad Hersfeld. Am Westrand der Ortsgemarkung verläuft die A 7

Ersterwähnung

1332

Siedlungsentwicklung

1505 ist der Ort offenbar wüst

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Wüstung (1505)
  • Dorf, Dorfschaft (1766)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1906

Älteste Gemarkungskarte

1732

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3542191, 5636530
UTM: 32 U 542100 5634715
WGS84: 50.862589° N, 9.598211° O

Statistik

Ortskennziffer

632011090

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 308, davon 179 Acker (= 58.12 %), 38 Wiesen (= 12.34 %), 12 Holzungen (= 3.90 %)
  • 1961 (Hektar): 1424, davon 1132 Wald (= 79.49 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 35 Hausgesesse
  • 1628: 35 Hausgesesse
  • 1673: 9 Hausgesesse
  • 1747: 25 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 29 steuerpflichtige Häuser mit 154 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Maurer, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Schneider, 2 Leineweber, so auch tagelohnen, 3 Leineweber so Ackerleute und nun auch ihre eigen Tuch machen, 2 Tagelöhner, 1 Wirt, und 14, so bloss Ackerbau treiben (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 363)
  • 1885: 215, davon 215 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 230, davon 203 evangelisch (= 88.26 %), 25 katholisch (= 10.87 %)
  • 1970: 217

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Hersfeld, KlosterSpätestens Mitte des 14. Jahrhunderts hat Kloster Hersfeld Zinseinkünfte in Reckerode. Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Reckerode in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Es gehört zu den Dörfern, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Burgmannen in Hattenbach ausstatteten.
  • 1362 bestätigt Ludwig von Hattenbach dem Apel Siferts aus Reckerode und dessen Ehefrau Gele die Veräußerung einer Hufe in Reckerode samt Zubehör. Die Hattenbacher hatten also neben Lehens- auch Eigenbesitz in Reckerode.
  • 1505 treten die Schlitz genannt von Görtz dem Kloster Hersfeld in einem Vergleich ihre Gerechtigkeit an der Wüstung Reckerode ab. 1530 behauptet Hersfeld seinen Besitz in Reckerode gegenüber den Hattenbachern.
  • 1766 steht das Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtsbarkeit den Landgrafen von Hessen zu.

Besitz

Ortsadel

1332 bis nach 1727

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1766 ist eine Kirche vorhanden
  • Spätgotischer Chorturm mit kurzem Anfang des 19. Jahrhunderts verändertem Schiff. 1926 renoviert, 1963 innen neu gestaltet

Pfarrzugehörigkeit

1560 zu Niederaula, 1747, 1766, 1872 und 1994 zu Kirchheim

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1766 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Schulmeister wohnt.
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1766 ist keine Mühle vorhanden

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Reckerode, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3273_reckerode> (aufgerufen am 25.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3273