Kleba

Die Lage von Kleba im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,5 km südwestlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Siedlung ohne Kern mit einfachem, regellosem Grundriss in Tallage am rechten Ufer der Aula, einem Nebenfluss der Fulda. 1871 wird die erste Aulabrücke errichtet.
Im Nordwesten verläuft die A 7, im Osten, parallel zur jenseits verlaufenden Aula, die B 454.
Ersterwähnung
1361
Siedlungsentwicklung
Der seit der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts belegte Ort fällt vorübergehend wüst und wird 1497 neu begründet. Es kommt zu einem Vertrag zwischen dem Abt von Herfeld und drei Männern, die sich entschließen die Wüstung wieder zu besiedeln.
Historische Namensformen
- Clebe, tzu (1361) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 428]
- Clebe, tzu (1363) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 448]
- Klebe (1421) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 835]
- Clebe (1497) [zitiert nach T. Classen, Niederaula von der karolingischen Schenkung bis zur Großgemeinde, S. 197]
- Cleben (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Kläf (1592) [Mercators Karte HStAM Bestand Karten Nr. R II 28]
- Kläf (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Cleba (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- wüst (1462, 1497)
Älteste Gemarkungskarte
1731
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3540673, 5631814
UTM: 32 U 540583 5630001
WGS84: 50.820307° N, 9.576129° O
Statistik
Ortskennziffer
632015040
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 273, davon 146 Acker (= 53.48 %), 53 Wiesen (= 19.41 %), 24 Holzungen (= 8.79 %)
- 1961 (Hektar): 275, davon 32 Wald (= 11.64 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 21 Hausgesesse
- 1628: 21 Hausgesesse
- 1673: 16 Hausgesesse
- 1747: 24 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 25 Häuser mit 120 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 2 Schneider, 7 Leineweber, 1 Müller, 14 Ackerleute, davon 4 ihre eigen Tuche machen
- 1885: 158, davon 158 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 258, davon 224 evangelisch (= 86.82 %), 25 katholisch (= 9.69 %)
- 1970: 276
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 15. Jahrhundert: Reichsabtei Hersfeld, Amt Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Kleba formal unter hersfeldischer Herrschaft und wird als Lehen oder Pfand ausgegeben. 1766 ist das Dorf mit aller Gerechts- und Gerichtbarkeit landgräflich.- 1361 kommt es unter Abt Johann von Hersfeld zum Verkauf mehrerer Geldgülten durch Simon und Friedrich von Schlitz an Volpert Warmund, Burgmann in Hattenbach. Dazu gehört u.a. ein Klostergut bei Kleba. 1363 beurkundet der Abt, dass Volpert Warmund, Burgmann in Hattenbach, mit seiner und Volperts Vater - Warmund - Zustimmung von dem Gut in Kleba, Lehen des Klosters Hersfeld, seiner Ehefrau Gele fünfzig Pfund Heller als Morgengabe und 50 Pfund Heller als Leibgeding zugewiesen hat. Warmund sagt dem Abt das Lehen durch den Ritter Simon von Schlitz genannt von Görtz, Amtmann in Hattenbach, auf. Auf Bitte Volpert und Warmunds belehnt der Abt Gele mit den genannten Einkünften des Guts in Kleba. 1421 kommt es zum Verkauf von Besitz in Kleba durch Elisabeth Warmund an Abt Albrecht von Hersfeld.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- In der Mitte des Ortes befindet sich ein Glockenturm
Pfarrzugehörigkeit
1560, 1747, 1766, 1872 und 1994 nach Niederaula eingepfarrt
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
Schuldiener ab 1700, 1766 ist ein Schulhaus mit Schulmeister vorhanden
1882/83 Bau eines neuen Schulhauses
1910 einklassige Volksschule
1968 Einstellung des Unterrichts in der Dorfschule Kleba
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1766 befindet sich am Nordostausgang des Dorfes Kleba eine Mühle, die mit dem Wasser der Aula über 2 oberschlächtige Wasserräder angetrieben wird. 1928 wird das Wasserrad der Dorfmühle gegen eine Turbine ausgetauscht, 1956 wird der Betrieb eingestellt.
Nachweise
Literatur
- 650 Jahre Kleba
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 696 f.
- T. Classen, Niederaula von der karolingischen Schenkung bis zur Großgemeinde, S. 186-202
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 136-137
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 151
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 281
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kleba, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3239_kleba> (aufgerufen am 06.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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