Hillartshausen

Die Lage von Hillartshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
12,5 km östlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Hillartshäuser Wasser, das über den Stärkelsbach von Westen in die Werra mündet. Der Ort liegt unterhalb des Dreienbergs, die Kirche befindet sich in zentraler Lage.
Ersterwähnung
1462
Siedlungsentwicklung
Im 15. Jahrhundert wird Hillartshausen zeitweise als Wüstung bezeichnet.
Historische Namensformen
- Hildershusen (1462) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 727]
- Hillenshusen (1480) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1149]
- Hyllershusen (1492) [500 Jahre Hillartshausen]
- Hilderßhaußen (1558) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1604]
- Hillershausen (1571) [Abschrift 1740 HStAM Best. S Nr. 449 (Salbuch Amt Landeck)]
- Hillershausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Hillertshaußen (1673) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 281-284, Beilage Nr. 42, hier S. 282]
- Hillertzhausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Hillartshausen (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Hillardshausen (1775) [HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 192]
Bezeichnung der Siedlung
- Wüstung (1462, 1480)
- Dorfflein (1558)
- Dorfschaft, Dorf (1673, 1775)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3562795, 5636007
UTM: 32 U 562696 5634192
WGS84: 50.856021° N, 9.890743° O
Statistik
Ortskennziffer
632006020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 261, davon 141 Acker (= 54.02 %), 53 Wiesen (= 20.31 %), 37 Holzungen (= 14.18 %)
- 1961 (Hektar): 260, davon 3 Wald (= 1.15 %)
Einwohnerstatistik
- 1571: 11 Hausgesesse
- 1585: 11 Hausgesesse
- um 1610: 11 Hausgesesse
- 1628: - Hausgesesse
- 1673: 14 Hausgesesse
- 1747: 22 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1775: 19 steuerpflichtige Häuser mit 101 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Leinweber, 1 Schneider, 1 Schäfer 3 Tagelöhner
- 1885: 139, davon 138 evangelisch (= 99.28 %), 1 katholisch (= 0.72 %)
- 1961: 184, davon 153 evangelisch (= 83.15 %), 31 katholisch (= 16.85 %)
- 1970: 199
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1558: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
- 1736-1742/3: Kurfürstentum Sachsen, Amt Landeck
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creutzberg (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Friedewald eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- Hillartshausen befand sich an der Außengrenze des hersfeldischen Amtes Landeck zum hessischen Amt Friedewald. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen.
- 1462 wird durch Schiedsspruch vor den Amtmänner zu Friedewald und Rotenburg der Streit zwischen dem Kloster Kreuzberg und Heinrich von Reckerod wegen der beiden Wüstungen Hillartshausen und Ichenhausen dergestalt gütlich entschieden, dass das Kloster 1/3 und die von Reckerod 2/3 daran haben soll. Teile davon sind 1480 hennebergische Lehen der von Reckerod. 1743 erwirbt Hessen diese Anteile von Sachsen.
- 1558 ist die hohe Gerichtsbarkeit bei der Landgrafschaft, die niedere ist zwischem dem Kloster Creuzberg und Hessen strittig. in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist die niedere Gerichtsbarkeit bei der Vogtei Creuzberg, die peinliche Gerichtsbarkeit und die Steuern gehören nach Landeck. 1736 bis 1742/3 fällt das Dorf mit dem Amt Landeck im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen für sächsische Ansprüche an Hanau vorübergehend an Kursachsen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1775 ist eine kleine Kirche in Giebelstellung vorhanden, 1924/25 wird diese nach Entwurf von B. Niemeyer umgebaut. Verputzter Massivbau mit verschiefertem Haubendachreiter. Innenrenovierung 1963
Pfarrzugehörigkeit
1585, 1747, 1775, 1872 und bis 1972 zu Hilmes, dann Filial von Friedewald
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1775 wohnt der Schulhalter in Hilmes
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- 500 Jahre Hillartshausen
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 249-251
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 236 (Register)
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 315 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 236 f.
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hillartshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3171_hillartshausen> (aufgerufen am 13.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3171