Herfa

Die Lage von Herfa im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
15 km östlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss im Seulingswald an gleichnamigen Bach, einem westlichen Zufluss der Werra. Durch führt als Hauptachse, dem engen Talverlauf folgend, die Eisenacher Straße (L 3255), die Kirche befindet sich in zentraler Lage. 1895 wird eine Brücke über die Herfa errichtet. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Nordosten oberhalb des Langen Grabens und südlich der Hauptachse.
Ersterwähnung
1335
Siedlungsentwicklung
Rund 1 km westnordwestlich der Ortsmitte von Herfa wurden im Schulzengraben, einem von Norden aus dem Seulingswald kommenden Seitental des Herfatals, auf einem früheren Acker Hinweise auf eine Wüstung gefunden, der bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnte. Zwischen Herfa und Friedewald an der Einmündung des Meisebaches in die Herfa befand sich im Bereich des Pfaffenbornes eine Schmiede.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Heringen.
Historische Namensformen
- Herfe (1335) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 533]
- Herfa (1401) [Schreibweise im Archivregest HStAM Best. Urk. 13 Nr. 1784]
- Herff (um 1495) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 202-203, Nr. 10]
- Herpff; Horpff (1553) [HStAM S Nr. 318 (Friedewalder Salbuch), Bl. 39]
- Herff (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Herffe (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Herffa (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Herffa (1768) [HStAM, 49 d, Hersfeld 137]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1335)
- Dorf (1401, 1553)
- Dorf, Dorfschaft (1768)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1893
Älteste Gemarkungskarte
1710
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3564920, 5639631
UTM: 32 U 564820 5637815
WGS84: 50.888359° N, 9.92156° O
Statistik
Ortskennziffer
632009020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 210, davon 149 Acker (= 70.95 %), 44 Wiesen (= 20.95 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 1024, davon 764 Wald (= 74.61 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 23 Haushaltungen (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 148; Der ökonomische Staat, S. 80 gibt 53 an)
- 1747: 31 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1768: 31 steuerpflichtige Häuser mit 161 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Müller, 1 Schmied, 4 Schneider, 1 Wagner, 5 Tagelöhner, 5 einzelne Weibspersonen, die übrigen nähren sich vom Ackerbau
- 1885: 253, davon 253 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 828, davon 685 evangelisch (= 82.73 %), 135 katholisch (= 16.30 %)
- 1970: 893
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1401: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gerichtsstuhl Friedewald
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- 1335 überträgt Albrecht genannt von Sundhausen (Sunthusen), Burgmann in Vacha, seine Hufe im Dorf Herfa mit der Mühle, die er als hersfeldisches Lehen innhat, dem Kloster Kreuzberg. 1359 erhält das Kloster eine weitere Seelgerätstiftung für das Siechenhaus. 1401 haben Eberhard von Buchenau und sein Sohn Eberhard von Landgraf Hermann von Hessen das Schloss Friedewald sowie die Dörfer und Wüstungen Ausbach, Herfa, Wundorf, Riffelderode und Weißenborn zu Lehen erhalten. Im 15. Jahrhundert geht der Einfluss der Abtei Hersfeld auf den vom Schloss Friedewald aus verwalteten Amtsbezirk zurück. Um 1495 machen die Hessischen Amtleute aus Friedewald Rechte u.a. am Dorf Herfa geltend. Im 16. Jahrhundert fällt das Amt ganz an die Landgrafschaft Hessen, 1553 ist Herfa mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrifft landgräflich, ebenso 1768.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1579 wird eine kleine Kirche erwähnt, die 1768 noch vorhanden ist, in der aber nicht gepredigt wird. 1911/12 entsteht ein neuer rechteckiger Saalbau im Stil osthessischer Barockkirchen.
- 1966 wird die St. Barbarakirche im Neubaugebiet für die Bergbausiedler errichtet
Patrozinien
- Barbara (1966)
Pfarrzugehörigkeit
1585, 1747, 1872 nach Friedewald eingepfarrt, 1950 als Filialgemeinde in das Kirchspiel Heringen umgegliedert
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich ab 1527.
Kultur
Schulen
1768 ist kein Schulhaus vorhanden, der Schulmeister bewohnt sein eigenes Haus.
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
Ackerbau und Landwirtschaft, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Kalibergbau
Mühlen
1768 sind drei Mühlen vorhanden: Mittelmühle, Obermühle und Untermühle
Nachweise
Literatur
- 650 Jahre Herfa
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 94-95
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 392-395
- Fundberichte aus Hessen, 26. Jahrgang, 1986, S. 554, 31. Jahrgang, 1991 (2), S. 454, 36. Jahrgang, 1996 (2), S. 446 (Klaus Sippel)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 226
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Herfa, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3156_herfa> (aufgerufen am 31.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3156