Heimboldshausen

Die Lage von Heimboldshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
17 km südöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Gehöftanordnung am Westrand einer Werraschleife am Zufluss der Stärkelsbaches. Kirche in zentraler Lage. Durch den Ort verläuft abknickend als Hauptachse die B 62 (Friedewalder bzw. Eisenacher Straße), von der im Ortskern die L 3172 (Heringer Straße) über die Werra nach Osten führt. Bahnhof der Eisenbahnlinie Gerstungen – Vacha ("Werratalbahn I") (Inbetriebnahme der Strecke 2.10.1905) bis zur endgültigen Stilllegung der Strecke 1986. Endbahnhof der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld – Philippsthal/Heimboldshausen (Inbetriebnahme der Strecke 27.9.1912) bis zur Stilllegung der Strecke am 1.11.1969.
Ersterwähnung
1226
Historische Namensformen
- Hemboldishusen, de (1226) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, S. 14-15, Nr. 15]
- Heinboldishusin (1279) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 454]
- Heimoldeshusen (1399) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 682]
- Hemelshusen (1432) [HStAM Bestand R Nr. 1335; HStAM Urk. 13, Nr. 5425]
- Heymelshusen (um 1495) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 202-203, Beilage 10]
- Hemelshausen (1509) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 218]
- Hoemeltshausen; Hoemelishausen (1553) [Friedewalder Salbuch HStAM S Nr. 318]
- Heimboldshausen (1571) [Abschrift 1740 HStAM Best. S Nr. 449 (Salbuch Amt Landeck)]
- Heimboltshausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Hammelshausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Heimboldshausen (1769) [HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 130]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1399)
- Dorfschaft (1769)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1895
Älteste Gemarkungskarte
1707
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3567239, 5635778
UTM: 32 U 567138 5633963
WGS84: 50.853464° N, 9.953804° O
Statistik
Ortskennziffer
632016030
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 259, davon 168 Acker (= 64.86 %), 34 Wiesen (= 13.13 %), 19 Holzungen (= 7.34 %)
- 1961 (Hektar): 271, davon 18 Wald (= 6.64 %)
Einwohnerstatistik
- 1571: 49 Hausgesesse
- 1585: 49 Hausgesesse
- um 1610: 49 Hausgesesse
- 1628: 49 Hausgesesse
- 1673: 28 Hausgesesse
- 1747: 54 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1769: 70 steuerpflichtige Häuser mit 396 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Wirt, der auch Wagner und Brandweinbrenner ist, 1 Schmied, 3 Ziegler, wovon einer Brandwein brennt, 1 Zimmermann, 2 Schneider, 2 Wagner, 1 Faßbinder, 2 Weisbinder, 1 Maurer, 19 Leinweber und Ackerleute, 1 Krämer, 40 Tagelöhner, Spinner und Spinnerinnen
- 1885: 415, davon 412 evangelisch (= 99.28 %), 3 katholisch (= 0.72 %)
- 1961: 1107, davon 993 evangelisch (= 89.70 %), 100 katholisch (= 9.03 %)
- 1970: 1078
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck/Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil der Gemeinde Philippsthal (Werra) eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Ursprünglich Dorf des hersfeldischen Amts Landeck, um das es zwischen Hessen und Hersfeld lange Auseinandersetzungen gab und das sich spätestens 1651 vollständig in den Händen der Landgrafen von Hessen befindet. 1553 ist es jedoch noch mit aller Obrigkait, Gericht, Gebott und Verpott, Dienst und Schaaffrifft, beeder Herrn Hessen und Hersfeldt. Durch Heimboldshausen verlief die Grenze zwischen den hersfeldisch-hessischen Gerichten bzw. Ämtern Landeck und Friedewald. 1729 wird Heimboldshausen im Tausch gegen Ausbach aus dem Amt Landeck genommen und dem Amt Friedewald zugeschlagen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1279 erhält Kloster Kreuzberg Einkünfte in Heimboldshausen, 1399 verpfänden Bauern zu Heimboldshausen der Äbtissin Mechthild und dem Konvent zum Heil der seligen Anna, Ehefrau des Ritters Gotschalk von Buchenau, 2 Gulden an jährlicher Gülte aus ihrem gehabten Besitz in ihrem Dorf.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Chorturm um 1300, Schiff um 1600 verändert, 1910/11 teilweise neu errichtet
Pfarrzugehörigkeit
1747, 1769 und 1872 Filial von Kreuzberg bzw. Philippsthal, 1958 durch Errichtung einer eigenen Pfarrstelle aus dem Kirchspiel Philippsthal ausgegliedert
Patronat
1553 hersfeldisch, 1769 landgräflich
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526. 1558-1579 wird Heimboldshausen von Johann Hober, Pfarrer zu Friedewald versehen.
Kultur
Schulen
1769 bewohnt der Schulmeister das Schulhaus
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1769 wird die Mühle im Dorf mit einem Mahlgang über ein oberschlächtiges Wasserrad mit dem Wasser des Stärkelsbaches betrieben, 1956 erfolgt die Einstellung des Betriebs, 1970 das Gebäude (Mühlweg 5) abgerissen
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 736-738
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 143
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 235 (Register)
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 315 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 218
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 504
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heimboldshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3145_heimboldshausen> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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