Heddersdorf

Dorf · 265 m über NN  
Gemeinde
Kirchheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

11,5 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Siedlung mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung südöstlich des Knüllgebirges beiderseits der in die Fulda mündenden Aula. Moderne Bebauung vornehmlich entlang der durch den Ort Richtung Schwalmstadt führenden Hauptachse (Heddersdorfer Straße), der Bundesstraße 454 (Chaussee nach Neukirchen und Niederaula) sowie nach Norden in das Kisselbachtal.

Ersterwähnung

1327

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Dorf und Gemarkung (1392 und 1395)
  • Dorf (1600)
  • Dorf, Dorfschaft (1773)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1890-1895

Älteste Gemarkungskarte

1781

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3539251, 5635305
UTM: 32 U 539161 5633490
WGS84: 50.851785° N, 9.556324° O

Statistik

Ortskennziffer

632011060

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 169, davon 115 Acker (= 68.05 %), 28 Wiesen (= 16.57 %), 2 Holzungen (= 1.18 %)
  • 1961 (Hektar): 171, davon 4 Wald (= 2.34 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 19 Hausgesesse
  • 1628: 19 Hausgesesse
  • 1673: 10 Hausgesesse
  • 1747: 19 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1773: 1773 19 steuerpflichtige Häuser mit 100 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Wagner, von denen einer auch taglohnt, der andere Ackermann ist, 1 Schmidt, der auch Ackermann ist,1 Schneider, der auch tagelohnt, 3 Leinweber so auch dienen und tagelohnen, 5 Leinweber, die auch Ackerleute sind und ihr eigen Tuch machen, 5 Tagelöhner und 3 die nur Ackerbau treiben (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 120)
  • 1885: 141, davon 139 evangelisch (= 98.58 %), 2 katholisch (= 1.42 %)
  • 1961: 226, davon 180 evangelisch (= 79.65 %), 38 katholisch (= 16.81 %)
  • 1970: 224

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis (fälschlich als Hedwigsdorf)
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Heddersdorf zumindest formal in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Heddersdorf gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten. Nach dem Aussterben der Hattenbacher fielen die Güter an die von Baumbach. Deren obrigkeitliche Befugnisse waren jedoch beschränkt.
  • Hattenbach, Adlige Hersfeld, Kloster1327 bestätigt der Abt von Hersfeld die Lehen des Ritters Ludwig genannt von Hattenbach, darunter auch solche zu Heddersdorf.
  • 1392 erhält Konrad von Hattenbach vom Abt von Hersfeld die Erlaubnis zur Übergabe des Burglehens in Hattenbach, zu dem auch Heddersdorf gehört, an seine Ehefrau Luckard.
  • 1472 verkauft Philipp von Haun an Hans von Dörnberg u.a. die Güter zu Heddersdorf.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Dorf des Stifts Hersfeld

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1560 zu Frielingen, 1773 und 1872 ist Heddersdorf zu 1/3 nach Kirchheim, zu 2/3 nach Frielingen eingepfarrt, 1994 ganz bei Letzterem

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1773 gehen die Schüler teils nach Kirchheim, teils nach Frielingen
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Heddersdorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3123_heddersdorf> (aufgerufen am 25.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3123