Heddersdorf

Die Lage von Heddersdorf im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11,5 km südwestlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Siedlung mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung südöstlich des Knüllgebirges beiderseits der in die Fulda mündenden Aula. Moderne Bebauung vornehmlich entlang der durch den Ort Richtung Schwalmstadt führenden Hauptachse (Heddersdorfer Straße), der Bundesstraße 454 (Chaussee nach Neukirchen und Niederaula) sowie nach Norden in das Kisselbachtal.
Ersterwähnung
1327
Historische Namensformen
- Hertwigesdorf, in (1327) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 255]
- Hertwygisdorf (1363) [HStAM Bestand K Nr. 248, fol. 16v]
- Hertwinsdorf, czu (1392) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 642]
- Hertesdorf (1472) [HStAM Best. Urk. 114 Nr. 210]
- Hettersdorf (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Hettersdorf (1568) [HStAM, Urk. 56 Nr. 1682]
- Haitterstorf (1592) [Karte von Arnold und Johannes Mercator HStAM Bestand Karten Nr. R II 28]
- Hettersdorf (1600) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1989]
- Haiterstorf (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Hedewigs- vulgo Hedersdorf (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Hedwigsdorf (1807)
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf und Gemarkung (1392 und 1395)
- Dorf (1600)
- Dorf, Dorfschaft (1773)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1890-1895
Älteste Gemarkungskarte
1781
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3539251, 5635305
UTM: 32 U 539161 5633490
WGS84: 50.851785° N, 9.556324° O
Statistik
Ortskennziffer
632011060
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 169, davon 115 Acker (= 68.05 %), 28 Wiesen (= 16.57 %), 2 Holzungen (= 1.18 %)
- 1961 (Hektar): 171, davon 4 Wald (= 2.34 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 19 Hausgesesse
- 1628: 19 Hausgesesse
- 1673: 10 Hausgesesse
- 1747: 19 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1773: 1773 19 steuerpflichtige Häuser mit 100 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Wagner, von denen einer auch taglohnt, der andere Ackermann ist, 1 Schmidt, der auch Ackermann ist,1 Schneider, der auch tagelohnt, 3 Leinweber so auch dienen und tagelohnen, 5 Leinweber, die auch Ackerleute sind und ihr eigen Tuch machen, 5 Tagelöhner und 3 die nur Ackerbau treiben (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 120)
- 1885: 141, davon 139 evangelisch (= 98.58 %), 2 katholisch (= 1.42 %)
- 1961: 226, davon 180 evangelisch (= 79.65 %), 38 katholisch (= 16.81 %)
- 1970: 224
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis (fälschlich als Hedwigsdorf)
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Heddersdorf zumindest formal in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Heddersdorf gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten. Nach dem Aussterben der Hattenbacher fielen die Güter an die von Baumbach. Deren obrigkeitliche Befugnisse waren jedoch beschränkt.
Hattenbach, Adlige Hersfeld, Kloster 1327 bestätigt der Abt von Hersfeld die Lehen des Ritters Ludwig genannt von Hattenbach, darunter auch solche zu Heddersdorf.- 1392 erhält Konrad von Hattenbach vom Abt von Hersfeld die Erlaubnis zur Übergabe des Burglehens in Hattenbach, zu dem auch Heddersdorf gehört, an seine Ehefrau Luckard.
- 1472 verkauft Philipp von Haun an Hans von Dörnberg u.a. die Güter zu Heddersdorf.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Dorf des Stifts Hersfeld
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1560 zu Frielingen, 1773 und 1872 ist Heddersdorf zu 1/3 nach Kirchheim, zu 2/3 nach Frielingen eingepfarrt, 1994 ganz bei Letzterem
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1773 gehen die Schüler teils nach Kirchheim, teils nach Frielingen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 475
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 314 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 215
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heddersdorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3123_heddersdorf> (aufgerufen am 25.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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