Hattenbach

Dorf · 265 m über NN  
Gemeinde
Niederaula
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

13 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte westlich unterhalb des Hattenberges an gleichnamigem Bach, einem Zufluss über die Aula zur Fulda. Burg und Kirche in zentraler Lage. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Süden und Norden. Durch den Ort führt als Hauptachse von Norden kommend in einer Schleife die K 31 (Hainstraße, Dorfstraße, Am Wehr, Eisfeld). Westlich von Hattenbach treffen sich die Bundesautobahn 7 und die Bundesautobahn 5 am Hattenbacher Dreieck. Im Osten verläuft die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg über die Hattenbach-Talbrücke

Ersterwähnung

1226

Siedlungsentwicklung

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederaula.

Historische Namensformen

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1870

Älteste Gemarkungskarte

1740

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3539588, 5630165
UTM: 32 U 539498 5628353
WGS84: 50.80556° N, 9.560555° O

Statistik

Ortskennziffer

632015010

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 641, davon 404 Acker (= 63.03 %), 71 Wiesen (= 11.08 %), 77 Holzungen (= 12.01 %)
  • 1961 (Hektar): 1348, davon 720 Wald (= 53.41 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 73 Hausgesesse
  • 1628: 73 Hausgesesse
  • 1673: 34 Hausgesesse
  • 1747: 48 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 57 Feuerstätten mit 181 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmid, 2 Schreiner, 1 Schuster, 1 Faßbinder, 1 Drechsler, 1 Wagner, 3 Schneider, 35 Leinweber, wovon 4 Kauf-Tuch, die anderen aber neben ihrem Ackerbau nur ihr eigen Haus-Tuch machen, 2 Maurer, 3 Handels-Juden, 1 Müller, 12 Tagelöhner, und Tagelöhnerinnen, 3 Schäfer
  • 1885: 492, davon 474 evangelisch (= 96.34 %), 0 katholisch, 1 andere Christen (= 0.20 %), 17 Juden (= 3.46 %)
  • 1961: 648, davon 543 evangelisch (= 83.80 %), 100 katholisch (= 15.43 %)
  • 1970: 640

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1366: Fürstabtei Hersfeld, Schloss und Amt zu Hattenbach
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Hattenbach (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Hauneck
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Kristallisationspunkt der Herrschaft in Hattenbach ist ein seit 1226 belegter Herrensitz eines von der Reichsabtei Hersfeld lehnsabhängigen Adelsgeschlechts mit gleichem Namen. 1350 verkauft das Kloster Hersfeld Güter bei Gershausen und Hattenbach an Heinrich und Konrad von Reckerode. Nach dem Aussterben des Geschlechts von Hattenbach wurde 1626 die Familie Peterswald mit Dorf und Zubehör belehnt, die es 1651 an die Landgrafen von Hessen veräußerte.1664 erhielt ein illegitimer Sohn Landgraf Ottos, der hessischer Drost zu Rodenburg war, die Hauptburg zu Hattenbach mit zugehörigen Güter, Zinsen und Diensten als Mannlehen. Er führt den Titel Drost Ernst von Hattenbach.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Burg und Dorf Hattenbach waren Besitz des Klosters Hersfeld, das hier schon 1332 einen Burgmann hatte.
  • Vor Ort gab es die Adligen von Hattenbach.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1560 ist eine Kirche vorhanden.
  • Ursprünglich rechteckiger Saalbau 1632 errichtet, 1966/67 in Zusammenhang mit einem Neubau niedergelegt. Dabei wird ein romanisches Tympanon der Vorgängerkirche in den Turmneubau eingemauert.

Pfarrzugehörigkeit

1560, 1747, 1872 und 1994 Filial von Niederaula (-Niederjossa). Zur Pfarrei gehören Rummelshausen und Kemmerode

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Juden

Der Ort gehört seit 1905 zur Gemeinde Niederaula. 1835: 6; 1861: 19; 1905: 15 Juden

Kultur

Schulen

1766 ist ein Schulhaus vorhanden
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1766 ist eine Mühle mit oberschlägigem Mahlgang vorhanden, die mit dem Wasser des Hattenbaches angetrieben wird. 1927 stillgelegt

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hattenbach, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3112_hattenbach> (aufgerufen am 16.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3112