Harnrode

Die Lage von Harnrode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
18,5 km östlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Dorf mit einfachem Grundriss und mit lockerer Gehöftanordnung in einer Werraschleife. Durch den Ort ohne Mittelpunkt führt als Hauptachse im Zuge einer alten Land- und Handelsstraße die L 3172 (Werrastraße), von der in jüngerer Zeit einige Seitenstraßen abführen.
Ersterwähnung
1432
Siedlungsentwicklung
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Siedlung Harnrode am Rain am Westufer der Werraschleife.
Historische Namensformen
- Harrenrode (1432) [HStAM Bestand R Nr. 1335; HStAM Urk. 13, Nr. 5425]
- Haenrodt; Harnrode (1553) [Friedewalder Salbuch HStAM S Nr. 318]
- Harnrodt (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Hornrod (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme]
- Harnrode (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Harrnroda (1768) [ HStAM, 49 d, Hersfeld 112]
Bezeichnung der Siedlung
- Hof (1553, 1768)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1886-1888
Älteste Gemarkungskarte
1704
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3568494, 5636493
UTM: 32 U 568393 5634678
WGS84: 50.859743° N, 9.971757° O
Statistik
Ortskennziffer
632016020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 248, davon 137 Acker (= 55.24 %), 72 Wiesen (= 29.03 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 249, davon 14 Wald (= 5.62 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: (4) Hausgesesse
- um 1610: 2 Hausgesesse
- 1628: 2 Hausgesesse
- 1673: 6 Hausgesesse
- 1747: 12 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1768: 14 steuerpflichtige Häuser mit 84 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Schneider, 1 Leinweber, 2 Tagelöhnerinnen, dei übrigen betreiben Ackerbau
- 1885: 93, davon 93 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 258, davon 208 evangelisch (= 80.62 %), 47 katholisch (= 18.22 %)
- 1970: 294
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1432: Landgrafschaft Hessen, Gericht Heringen
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald (Adelsdorf)
- 1610: Fürstentum Hersfeld/Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederfürstentum, Amt Friedewald
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Heringen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil der Gemeinde Philippsthal (Werra) eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- 1432 erwirbt Landgraf Ludwig I. von Hessen von Grete, der Witwe Kurts von Heringen und deren Sohn Heinrich das Gericht Heringen u.a. mit dem Hof Harnrode. 1553 ist der Hof mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verpott, auch der Schaafdrifft dem Landgrafen. Die Bewohner müssen ans Gericht zu Heringen gehen. 1768 gehört der Hof mit aller Gerichtsbarkeit zur Landgrafschaft Hessen-Kassel.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1432 kam Harnrode beim Kauf des Gerichts Heringen an Hessen.
- 1610: Der Hof gehörte Kloster Kreuzberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld, die Obrigkeit aber gehörte zum Amt Friedewald.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1747, 1768 und 1872 nach Lengers eingepfarrt, 1958 zum Kirchspiel Heimboldshausen
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1768 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder werden von Lengers aus versorgt
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Harnrode, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3100_harnrode> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3100